Wie viel Geld kann ich ohne Nachweis im Jahr 2022 einzahlen?

Mittlerweile muss sich die Kundschaft einer Bank die Frage stellen, wie viel Geld ohne Nachweis eingezahlt werden kann. Denn die gesetzlichen Bestimmungen zur Eindämmung von Geldwäsche verlangen Banken und ihrer Kundschaft einiges ab – insbesondere im Jahr 2022.

Informieren Sie sich zur Nachweispflicht bei Bargeldeinzahlungen. Im Folgenden soll Ihnen ein Überblick verschafft werden, inwieweit Sie Geld ohne Nachweis einzahlen können – und was es mit den ominösen Mittelherkunftsnachweisen für Bargeld konkret auf sich hat.

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Wieso kann ich nicht unbegrenzt Bargeld ohne Nachweis einzahlen?

Lange Zeit haben Banken ihre Kundinnen und Kunden nicht gesondert gefragt, woher das eingezahlte Bargeld stammte. Es war der Bank, sowie der Kundschaft beidseitig recht, wenn dies unkompliziert durchgeführt werden konnte.

Durch eine EU-weite Verschärfung der Gesetzeslage zur Geldwäschebekämpfung ist dies nicht mehr so. Banken sind im Jahr 2022 angehalten, ihre eigene Kundschaft nach der Herkunft eingezahlter Bargelder zu fragen. Bei der Frage nach dem Herkunftsnachweis bleibt es aber nicht, die eingereichten Mittelherkunftsnachweise werden darüber hinaus auf Glaubhaftigkeit geprüft.

Wie viel Geld darf 2022 ich ohne Nachweis einzahlen?
Im Jahr 2022 werden Sie beim Einzahlen von Geld öfter nach der Mittelherkunft gefragt!

Wer keine Mittelherkunft belegt oder belegen möchte, kann die Bargeldeinzahlung nicht vornehmen. Im schlimmsten Fall wird das eigene Girokonto gesperrt und gekündigt, sowie eine Verdachtsmeldung (Geldwäsche) über den Kunden eingereicht. All dies sollte durch die rechtssichere Erbringung der geforderten Herkunftsnachweise besser vermieden werden.

Wie viel Bargeld kann ich ohne Nachweis konkret bei meiner Bank einzahlen?

Die Frage nach der genauen Grenze, um Geld ohne Nachweis einzahlen zu können, ist nur auf den ersten Blick leicht zu beantworten. In Deutschland gilt diesbezüglich das Geldwäschegesetz (GwG), welches vorschreibt, dass Bareinzahlungen in Höhe von 10.000 Euro oder mehr auf die Mittelherkunft hin überprüft werden müssen. Die BaFin wiederum schreibt für Nicht-Bestandskunden einer Bank eine Grenze von lediglich 2.500 Euro vor. Wie viel Geld ohne Nachweis eingezahlt werden kann, entscheidet darüber hinaus jede Bank teilweise für sich – theoretisch kann eine Bank die Grenzen auch weitaus tiefer ansetzen.

Als Bestandskundschaft können Sie bei Ihrer Hausbank vermutlich einen Betrag von unter 10.000 Euro in Bargeld einzahlen, ohne dass ein Nachweis verlangt wird. Falls Sie zur Neukundschaft gehören, wird eine Abfrage vermutlich bereits ab 2.500 Euro entstehen. Banken sind hiermit nicht gerade glücklich, da sie das Gefühl haben, für die Rechtsverfolgung von Geldwäsche wie eine Behörde staatlicherseits in Anspruch genommen zu werden – ohne Gegenleistung vom Staat. Für Banken bedeutet all dies einen großen Bürokratieaufwand ohne wirtschaftlichen Mehrwert. Vor 2021 und 2022 war die diesbezügliche Lage für Banken deutlich entspannter.

Vorsicht: Auch wenn Sie die Grenzen von 10.000 Euro oder 2.500 Euro beachten, könnten Bargeldeinzahlungen dennoch zur Nachweispflicht führen. Denn Banken nutzen Automatismen, um zu erkennen, wenn Kundschaft absichtlich Bargeldeinzahlungen in kleine Teilbeträge über einen gewissen Zeitraum aufteilt. Insofern gilt hier nicht immer nur die „Einmalzahlung“ und die diesbezüglichen Grenzen, sondern es wird ein Gesamtbild von Ihnen als einzahlender Person überwacht. Es stellt sich dann auch die Frage, wie viel Vertrauen Ihre Bank in Sie als Kundschaft letztlich hat.

Die Strategie, mehrere Teilbeträge über einen bestimmten Zeitraum hinweg einzuzahlen, um so der Nachweispflicht zu entgehen, ist daher keine Lösung. Dies könnte im Zweifel erst Recht dazu führen, dass Ihre Bank den Vorgang gesondert prüfen wird.

Wieso der Nachweis für Geld nicht „schlimm“ sein muss!

Grundsätzlich ist verständlich, dass Bankkundinnen und Bankkunden nicht ohne Anlass zum eigenen Geld „ausgehorcht“ werden möchten. Ohne Nachweis das eigene Bargeld einzahlen zu können, ist natürlich auch im Jahr 2022 möglich – doch was sind die Konsequenzen? Wie viel „Streit“ verträgt die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Bank am Ende wirklich?

Vielleicht lohnt es sich eher, die eigene Energie nicht auf das Vermeiden der Nachweispflicht zu lenken, sondern darauf, ordnungsgemäße Mittelherkunftsnachweise für das eigene Vermögen einzuholen oder zu erstellen.

Auch für bares Geld gibt es entsprechende Herkunftsnachweise. Nicht immer sind diese griffbereit oder für die Betroffenen verständlich. Sollte Ihr Bargeld aus legalen Quellen stammen, wird sich der Ursprung sicher belegen können. Hierfür können sich Betroffene bei Bedarf professionelle Unterstützung durch einen spezialisierten Anwalt einholen.

Insbesondere sei davon abgeraten, ohne Nachweis höhere Bargeldsummen einzuzahlen oder gar Nachweise zu fälschen. In beiden Fällen führt dies nur zu einem vermutlich unnötigen, da falschen Verdachtsmoment gegen Sie, der in einer Haftstrafe enden könnte.

Bleibt es bei der Rechtslage zur Nachweispflicht aus dem Jahr 2021 und 2022?

Die derzeitige Gesetzeslage zum Mittelherkunftsnachweis dürfte sich in den kommenden Jahren nicht gerade entschärfen. Es ist damit zu rechnen, dass die Geldwäschebekämpfung staatlicherseits weiter forciert wird und die Grenzen für Bargeld und Edelmetalle nicht hochgesetzt, sondern eher herabgesetzt werden.

Im Jahr 2022 ist dies alles auch für Banken und Finanzinstitute in diesem Umfang generell eher Neuland. Dennoch setzen die Banken die Nachweispflicht konsequent um. Für die kommenden Jahren ist davon auszugehen, dass Kundschaft, welche sich vehement gegen jeglichen Nachweis für Bargeld wehrt, besonders kritisch beäugt werden wird.

Fragen und Antworten zum Einzahlen von Geld ohne Nachweis

Das hat mit den in diesem Beitrag genannten Grenzen für Bareinzahlungen ohne Nachweis zu tun. Für Banken ist die Forderung von Nachweisen mit erhöhten Aufwand verbunden, wenn Sie Bargeld oberhalb der Limits am Bankautomaten einzahlen könnten. Deshalb haben viele Banken die Einzahlungen am Automaten mittlerweile auf 9.999 Euro begrenzt.

Bei den meisten Banken sind am Bankschalter Bareinzahlungen von mehr als 10.000 Euro noch möglich. Sie werden dann jedoch einen Nachweis für die Herkunft des Geldes erbringen müssen.

Nach dem Geldwäschegesetz darf Ihre Bank die beabsichtigte Transaktion dann nicht durchführen. Der Bankmitarbeiter wird Ihnen die Einzahlung von Geld ohne Nachweis in diesem Fall verweigern.