Sparda Bank fordert Herkunftsnachweis?

Durch einen hohen Geldeingang auf Ihrem Konto bei der Sparda Bank werden Sie nach dem Herkunftsnachweis für diese Summe gefragt. Damit hatten Sie nicht gerechnet. Dass Sie womöglich überrascht sind, ist kein Wunder.

Der Mittelherkunftsnachweis wird erst seit Kurzem von Banken wie der Sparda Bank abgefragt, wenn Bargeld über ein bestimmtes Limit hinaus eingezahlt wird oder eine ungewöhnlich hohe Überweisung auf Ihr Konto eingeht.

Wer den Herkunftsnachweis für Bargeld oder Geldeingänge per Überweisung nicht rechtssicher erbringt, muss mit einer Kontosperre oder Kontokündigung und einer Verdachtsmeldung wegen Geldwäsche rechnen. Informieren Sie sich daher über die Thematik und sprechen Sie mit einem spezialisierten Rechtsanwalt, um die Mittelherkunft ordnungsgemäß zu belegen.

Warum befragt mich die Sparda Bank zur Mittelherkunft?

Seit August 2021 gilt aufgrund einer EU-Richtlinie, dass Finanzinstitute wie die Sparda Bank ihre Kundschaft zu bestimmten Geldeingängen befragen müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass EU-weit – also auch in Deutschland – effektiv gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorgegangen wird.

Es geht im Kern darum, dass Banken die Geldströme ihrer Kundinnen und Kunden entsprechend belegen können. Der Mittelherkunftsnachweis sieht vor, dass Geldeingänge einen legalen Ursprung haben müssen.

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Kundenfreundlich: Die Sparda Bank bietet eine Upload-Funktion an, um den Herkunftsnachweis einreichen zu können!

Die Mittelherkunft gilt sowohl für Bargeldeinzahlungen, die Sie beispielsweise am Sparda Bankautomaten vornehmen, als auch bei sonstigen Transaktionen wie etwa hohen Überweisungen oder Auslandszahlungen.

Die Sparda Bank an sich möchte Sie als Kundschaft durch den Herkunftsnachweis für Vermögenswerte nicht verärgern. Sie ist gesetzlich verpflichtet, dies bei Ihnen abzufragen.

„Ich bin langjähriger Kunde!“ hilft beim Herkunftsnachweis nicht

Vermutlich sind Sie bereits sehr lange bei der Sparda Bank und führen Ihre Konten, Depots und Kreditangelegenheiten dort. So ist es verständlich, dass man als langjährige Kundschaft etwas irritiert ist, wenn die eigene Bank plötzlich einen Mittelherkunftsnachweis verlangt.

Dennoch sieht die Gesetzgebung zum Herkunftsnachweis für finanzielle Mittel keinen Unterschied zwischen Neukunden und Bestandskunden vor. Der Mittelherkunftsnachweis bei der Sparda Bank bezieht sich immer auf einzelne Transaktionen, nicht auf die dahinterstehenden Personen und ihre „Geschichte als Kunde“.

Allerdings hilft es, bereits langjährig mit der Sparda Bank zusammenzuarbeiten. Denn bei der Nachweispflicht zur Mittelherkunft geht es für die Bank unter anderem darum sicherzustellen, dass keine Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung betrieben wird. Bei Kundschaft, die bereits Jahre oder Jahrzehnte bekannt ist, dürfte der Anfangsverdacht etwas entkräftet sein.

Darüber hinaus kann die Sparda Bank bei langjährigen Kunden bereits aus der Kontohistorie und sonstigen Informationen wie etwa Immobilienfinanzierungen auf gewisse Plausibilität von Geldeingängen schließen.

Konsequenzen eines nicht erbrachten Mittelherkunftsnachweises

Vielleicht möchten Sie gar keine Mittelherkunft belegen. Sie schätzen Ihre Privatsphäre und wollen nicht, dass die Bank detaillierte Informationen zu Ihren Geldeingängen erhält. Das ist auch Ihr gutes Recht, denn eine echte Pflicht zum Mittelherkunftsnachweis gibt es nicht per se.

Die Frage ist allerdings, was passiert, wenn Sie keinen Mittelherkunftsnachweis erbringen. Die Sparda Bank würde Sie in einem solchen Fall vermutlich erneut auffordern und erinnern, die Mittelherkunft nun doch noch zu belegen.

Sollten Sie dann weiterhin keinen Nachweis einreichen, muss die Sparda Bank aufgrund gesetzlicher Bestimmungen darauf entsprechend reagieren. Ohne Mittelherkunftsnachweis sind Sie dann leider für die Bank ein riskanter Kunde. Die Sparda Bank muss letztlich eine Kündigung der Geschäftsbeziehung aussprechen, was konkret bedeutet, dass Ihr Konto gesperrt wird.

Ferner könnten daraufhin auch sonstige laufende Verträge aufgekündigt werden. Der Sparda Bank bleibt leider keine Wahl, da sich Banken penibel an die Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung halten müssen.

Eine Verweigerung der Nachweispflicht bedeutet also, dass Sie künftig kein Konto mehr bei der Bank führen können und womöglich eine Geldwäscheverdachtsmeldung gegen Sie bei den Behörden eingeht. Auch das Finanzamt könnte informiert werden, wenn Geldeingänge ungeklärt bleiben.

Worauf muss ich bei der Sparda Bank bezüglich des Herkunftsnachweises achten?

Die Mittelherkunft muss konkret belegt werden. Einfache und nicht mit einem Nachweis versehenen Aussagen von Ihnen zum Herkunftsnachweis genügen nicht. Beispielsweise werden Ihnen Behauptungen wie:

  • „Ich habe das Bargeld vor Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen“
  • „Das Bargeld hatte ich mir angespart“
  • „Ich weiß nicht mehr, woher ich das Geld hatte“

nicht weiterhelfen können. Es werden echte Nachweise zu erbringen sein. Hierbei ist es hilfreich zu verstehen, dass anhand der Nachweise letztlich der Ursprung des Geldeingangs ersichtlich sein muss.

Als Mittelherkunftsnachweis können verschiedene Dokumente und Belege dienen. Beispielsweise ist bei einer Bargeldeinzahlung ein Kontoauszug hilfreich, der aufzeigt, dass Sie dieses Bargeld vor einiger Zeit auch tatsächlich einmal abgehoben hatten (entweder bei der Sparda Bank, oder bei einer anderen Bank).

Möglicher Herkunftsnachweis für die Sparda Bank!

Bei Schenkungen hingegen wird ein schriftlicher Schenkungsvertrag notwendig sein, im Zweifel in notarieller Ausfertigung. Auch Erbschaften können durch entsprechende Dokumente glaubhaft belegt werden und dienen als Mittelherkunftsnachweis. Denken Sie ferner an mögliche Veräußerungen durch Aktienverkäufe, Lebensversicherungen oder Sparverträge.

Eine lückenlose Dokumentation für jeden Geldeingang ist nötig. Je mehr Dokumente Sie vorweisen können, desto besser. Nicht immer hat man diese Unterlagen parat oder überhaupt noch Zugriff darauf. In solchen Fällen sollten Sie sich mit einem Rechtsanwalt beraten, der auf die Thematik des Mittelherkunftsnachweises spezialisiert ist.

Hierbei erhalten Sie rechtssichere Unterstützung bei der Erbringung des Herkunftsnachweises und können womöglich die oben genannten Probleme bei der Sparda Bank oder anderen Banken umgehen.

Fragen und Antworten zum Herkunftsnachweis bei Sparda Bank

Die Nachweispflicht für Banken ist im Gesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche verankert. Ein lückenloser Herkunftsnachweis ist für Bargeldeinzahlungen und Überweisungen bestimmter Höhen zu erbringen. Eine Anfrage der Sparda Bank kann entweder durch einen konkreten Geldwäscheverdacht entstehen, oder als verdachtslose Überprüfung im Sinne des Geldwäschegesetzes vorkommen.

Die Sparda Bank ist gesetzlich verpflichtet, Bareinzahlungen ab einer gewissen Höhe oder Häufigkeit zu überprüfen. Doch auch ungewöhnliche Überweisungen sind gegebenenfalls mit einem Herkunftsnachweis zu versehen. 

Bei Problemen mit der Mittelherkunft und Ihrer Bank sollten Sie einen spezialisierten Rechtsanwalt kontaktieren. Ihr Anwalt wird die weitere Korrespondenz mit der Sparda Bank oder sonstigen Banken für Sie führen und Ihnen helfen, der Nachweispflicht ordnungsgemäß nachzukommen.