N26 fordert Nachweis über Herkunft der Gelder: Kündigung oder Kontosperre droht!

Ihr Konto bei der N26 Bank wurde durch eine Kündigung gesperrt, und Sie müssen womöglich einen Nachweis über die Herkunft der Gelder erbringen. Hiermit sind Sie nicht allein, da die N26 derzeit anscheinend durch Druck der Finanzaufsicht vermehrt Konten kündigt und den Herkunftsnachweis für eingegangene Gelder abfragt.

Sollten Sie von einer Kündigung durch die N26, einem gesperrten Konto oder von Problemen mit dem Nachweis über die Herkunft der Gelder betroffen sein, können Sie sich an uns wenden. Wir sind eine auf das Vermögensrecht und die Mittelherkunft spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei und helfen Mandantinnen und Mandanten,  in solchen Situationen rechtssicher zu reagieren.

BaFin macht bei N26 Druck, mit Konsequenzen für die Kundschaft!

Die N26 Bank setzt in diesen Tagen jene Anti-Geldwäsche-Vorschriften gezielter um, deren Auswirkungen Kunden anderer Banken bereits seit rund einem Jahr zu spüren bekommen. Aufgrund verschärfter EU-Regelungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (Stichwort „AML5- und AML6-Richtlinie“) haben die nationalen Gesetze der EU-Mitgliedstaaten in jüngster Zeit die Daumenschrauben an Kunden verschiedenster Finanzdienstleister angezogen. In Deutschland etwa verschärften sich die Regelungen des Geldwäschegesetzes (GwG), in Österreich das Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG). Die Einhaltung der Vorschriften wird in Deutschland durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert, in Österreich durch die Finanzmarktaufsicht (FMA).

Ergebnis der strengeren Vorschriften sind nicht nur die allseits bekannten Limits für Bareinzahlungen oberhalb von 10.000 Euro / 2.500 Euro. Kunden merken die gesetzlichen Verschärfungen im Alltag insbesondere durch tiefgreifende und unangenehme Fragen von Finanzdienstleistern und Geldinstituten. Nun also auch bei der N26 Bank, die Sie nach einem Nachweis über die Herkunft der Gelder befragt. 

Darüber berichteten unter anderen das Handelsblatt und die Computerbild, nachdem offenbar dutzende kurzfristig betroffene Kundinnen und Kunden bei Medienvertretern ihrem Ärger über gesperrte oder gekündigte N26 Konten Luft machten.

Denn gerade Kunden der N26 Bank werden mit derartigen Komplikationen möglichst nichts zu tun haben wollen. Die Kundschaft der N26 weiß eine unkomplizierte Handhabung des Girokontos zu schätzen. Nicht zuletzt durch die einfache Bedienbarkeit hat sich die N26 als Onlinebank etablieren können und eine große Anzahl von Kunden für sich gewinnen können. Dass plötzlich die als unkompliziert geltende Neobank explizit Nachweise zur Mittelherkunft abfragt, oder gar das Konto sperrt und kündigt, ist für Betroffene ein Schreckensmoment.

Was tun, wenn N26 das Konto gekündigt oder gesperrt hat?

Zunächst ist zu beachten, dass Kunden von Banken durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) in einer recht unvorteilhaften Position sind. Gemäß dieser vertraglichen Regelungen, die stets bei Eröffnung eines Girokontos zu unterzeichnen sind, können Banken der eigenen Kundschaft ohne Angabe von Gründen kündigen.

So verhält es sich teilweise auch mit Kontosperren oder Kontokündigungen der N26. Es wird womöglich lediglich mitgeteilt, dass die Vertragsbeziehung beendet wird. Eine detaillierte Angabe, weshalb die Kündigung oder die Kontosperre ausgesprochen wurde, erfolgt meist nicht. Das ist für Kunden zumeist frustrierend, hängen sie dadurch tage- und wochenlang ahnungslos in der Luft. Mit teils gravierenden Folgen für die nicht mögliche Abwicklung von Alltagsgeschäften wie Mietzahlen und Einkäufen.

N26 Bank kündigt Konto wegen Nachweis der Herkunft der Gelder

Dennoch sind Betroffene in solchen Situationen nicht schutzlos gestellt. Zwar gelten die vereinbarten AGB der N26, dies hat jedoch keinen Einfluss auf sonstige Ansprüche der Kundinnen und Kunden. Beispielsweise können Betroffene sich rechtsanwaltliche Hilfe einholen. Ihr Anwalt wird vermutlich über einen datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruch versuchen herauszufinden, welche internen Notizen zu Ihnen als Kundschaft bei der N26 gespeichert sind. Achten Sie bei der Auswahl des Rechtsanwalts darauf, dass Ihr Rechtsanwalt auf die Mittelherkunft bei Banken spezialisiert ist.

Ferner müssen Sie sich im Falle einer Kontokündigung oder Kontosperre umgehend darum kümmern, dass Ihr Guthaben bei der N26 nicht einbehalten wird. Im Falle einer Geldwäscheverdachtsmeldung könnte es sein, dass die N26 Ihr Guthaben zurückhält.

Was heißt „Nachweis über Herkunft der Gelder“ bei N26 konkret?

Mit der Frage nach der Herkunft Ihrer finanziellen Mittel hält sich die N26 an die geltende Rechtslage zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Gemäß dieser Gesetzgebungen müssen Banken wie die N26 ihre eigenen Kunden dahingehend befragen, woher das Geld kommt – beispielsweise bei Bareinzahlungen in einer bestimmten Höhe, oder ungeklärten Überweisungen. Wie andere Banken mit den Vorgaben umgehen, haben wir etwa in unseren Beiträgen zur Commerzbank / Comdirect, Fidor Bank, ING DiBa, Postbank, Sparkasse, Trade Republic und Volksbank erläutert.

Es ist möglich, dass die N26 in ihrer Kontaktaufnahme mit der Kundschaft vom „Nachweis über Herkunft der Gelder“ spricht, die genauere Bezeichnung hierfür ist der sogenannte Mittelherkunftsnachweis. Die N26 hat diesbezüglich eine eigene Unterseite zur Transaktionsprüfung bereitgestellt, auf der sich weitere Informationen finden lassen.

Durch die Erbringung des Nachweises zur Mittelherkunft können Bankkunden darlegen, dass ihre Vermögenswerte aus rechtmäßigen Quellen stammen. Konkret können unter anderem folgende Dokumente eingereicht werden, um die Herkunft der Gelder darzustellen:

N26 Nachweis über Herkunft der Gelder

Gehaltsabrechnung: Kann N26 Bank als Nachweis über Herkunft der Gelder dienen!

Es sind eine Reihe weiterer Nachweise zur Mittelherkunft denkbar, da die Fallkonstellationen vielfältig sind. Oft haben sich Betroffene ihr Geld schlicht und ergreifend über Jahrzehnte angespart und haben keine detaillierten Mittelherkunftsnachweise. Aber auch solche Fälle können durch anwaltliche Hilfe erfahrungsgemäß gelöst werden. Auf unserer Seite zu den „ersten Schritten“ zeigen wir erste wichtige Maßnahmen auf.

Was passiert, wenn ich der N26 den Nachweis über die Herkunft der Gelder nicht erbringe?

Sie müssen damit rechnen, dass die N26, aber auch jede sonstige Bank bei Nichterbringung des Mittelherkunftsnachweises eine Geldwäscheverdachtsmeldung über Sie abgibt. Das bedeutet, dass die ermittelnde Behörde womöglich einen Blick auf Ihre Vermögensbewegungen werfen wird. Im Zweifel wird auch das Finanzamt informiert.

Ohne die rechtssichere Erbringung eines Nachweises über die Herkunft der Gelder wird Ihr Konto gesperrt bleiben, oder letztlich ganz durch eine Kündigung eingestellt. Ihr Guthaben könnte in Gefahr sein.

Sehen Sie die N26 oder eine sonstige Bank in den Fällen der Mittelherkunft jedoch nicht sofort als „Feind“. Die Bank versucht nur, eine mögliche unseriöse Geldquelle auszuschließen. Hierbei müssen sich die Kunden leider etwas gläsern geben, da ansonsten der Eindruck vermittelt wird, die Gelder stammten nicht aus rechtmäßigen Ursprüngen.

Es lohnt sich daher, den Mittelherkunftsnachweis bestmöglich zu erbringen. Natürlich fühlen sich Betroffene zu Unrecht unter einen generellen Geldwäscheverdacht gestellt, allerdings ist dies nicht primär der N26 als Bank anzulasten, sondern liegt an der derzeitigen Gesetzgebung. Durch den Druck der Finanzaufsicht ist zu vermuten, dass die N26 das Thema Mittelherkunft in Zukunft noch ernster nehmen wird.

Fragen und Antworten zur Mittelherkunft bei der N26 Bank

Je nach Fallkonstellation kann es zu Schwierigkeiten mit der Erfüllung der Mittelherkunftsnachweispflichten kommen, auch gegenüber der N26 Bank. Meist liegen die Probleme darin, dass die nötigen Nachweisdokumente nicht vorhanden sind oder die Bank Nachweise nicht akzeptiert. Sie sollte sich in einem solchen Fall Unterstützung von einer auf das Thema Mittelherkunft spezialisierten Anwaltskanzlei holen.

Das lässt sich pauschal nicht sagen und hängt vor allem mit Ihren dem Umfang Ihrer eingereichten Dokumente sowie der allgemeinen Belastung der zuständigen Abteilung der N26 Bank ab. Sollte sich die Prüfung ohne erkennbaren Grund aber unverhältnismäßig lange hinziehen, kann es sich anbieten, anwaltlichen Druck ausüben zu lassen.

Uns sind deutlich weitreichendere Mittelherkunftsfragen bekannt, als "nur" zu der Herkunft Ihrer Gelder. Banken fragen teilweise auch die Herkünfte von Verkaufsgegenständen an, deren Verkaufserlös Sie dann auf Ihr Girokonto überwiesen bekamen. Wir ziehen in Zweifel, dass solche Fragen rechtmäßig erfolgen und bieten auch in diesen Fällen unsere Unterstützung an.