Herkunftsnachweis für Kryptowährungen

Der Mittelherkunftsnachweis bei Kryptowährungen sorgt für Verunsicherung. Wie der Nachweispflicht bezüglich Bitcoin und anderen Kryptos nachgekommen werden soll, ist vielen Betroffenen nicht klar. Bereits die Frage, warum auch ein Herkunftsnachweis für Kryptowährungen, und nicht nur für Fiat Geld vorzulegen ist, ist schwierig zu beantworten.

Auch die Ausführungen der anfragenden Stellen, wie etwa Börsen, Broker oder Handelsplattformen, die mit Bitcoin und Kryptowährungen zu tun haben, helfen oft nicht weiter. Hierbei ist der „worst case“, dass der erbrachte Herkunftsnachweis für die finanziellen Mittel abgelehnt wird.

Guthaben und Kryptowährungen können dann auf dem betroffenen Account gänzlich gesperrt werden. Dies sollten Sie unbedingt vermeiden. Es lohnt sich daher, ein wenig Recherche zum Mittelherkunftsnachweis bei Kryptowährungen zu betreiben – so können Sie in Zukunft entspannt der Nachweispflicht nachkommen. Diese kann Sie gerade im Bereich Kryptowährungen durch internationale Börsen auch schnell aus dem Ausland erreichen, dort als proof of source of fundsorigin of funds oder source of wealth bezeichnet.

Weshalb wollen nun viele einen Herkunftsnachweis für Ihre Kryptowährungen?

Die Pflicht, die Herkunft bestimmter Vermögenswerte gegenüber Banken, Brokern, Börsen und zahlreichen weiteren Stellen offenzulegen, wurde seit Anfang August 2021 medienbekannt. Und dabei geht es noch nicht einmal um die derzeit ebenfalls parallel stattfindenden Diskussionen um ein europaweites Vermögensregister.

Wie Sie auf unserer Seite zur Verschärfung der Nachweispflichten in Deutschland ausführlicher erfahren, sind durch die neuesten Änderungen am Geldwäschegesetz (GwG) Ihre Pflichten zum Beweis der legitimen Herkunft Ihrer Vermögenswerte stark ausgeweitet worden. Diese Anpassung der Gesetze zur Geldwäschebekämpfung vollzieht sich derzeit in allen EU-Mitgliedstaaten. Das ist kein Zufall. Denn die Vorgaben für die Verschärfungen stammen aus kürzlich strenger gefassten EU-Richtlinien. Diese sollen den gemeinsamen Kampf der Mitgliedstaaten gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung voranbringen.

Bereits durch die vorletzte Anpassung der EU-Geldwäscherichtlinie (sog. „AML5-Richtlinie„) rückten dabei Kryptowährungen massiv in den Fokus der Richtliniengeber und nationalen Gesetzgeber sowie Aufsichtsbehörden. Die Geldwäscherichtlinien haben wir in unseren FAQ für Sie zusammengetragen. Sie finden sie dort unter der Frage betreffend die „Rechtsgrundlagen“.

Kryptowährungen wurden und werden aufgrund der Möglichkeiten weitestgehend anonymer Transaktionen ein erhebliches Risiko im Bereich der Geldwäsche zugesprochen. Die Anwendungsfälle und technischen Grundsätze wurden mittlerweile von den Regulierungsbehörden durchdrungen. Nun folgt die Anpassung der rechtlichen Vorschriften.

Internationale Gesetzgeber erschweren den Handel auch durch den Herkunftsnachweis für Kryptowährungen!

Dabei knüpfen die Richtlinien- und Gesetzgeber derzeit nicht nur in der Europäischen Union, sondern interkontinental dort an, wo Kryptowährungen in erster Linie in den Wirtschaftskreislauf eingeführt werden: bei Kryptobörse, Brokern und anderen Handelsplätzen. Genau diese Stellen werden deshalb nun zunehmend dazu verpflichtet, nicht nur die Identitäten ihrer NutzerInnen zu prüfen, sondern auch Herkunftsnachweise für deren finanzielle Mittel und Kryptowährungen zu verlangen.

Mit diesen Nachweisen der Mittelherkunft sollen die BesitzerInnen von Kryptowährungen beweisen, dass sie nicht aus der Begehung von Straftaten stammen. Dem Herkunftsnachweis liegt dabei folgende Annahme zugrunde.

Jeder, der Kryptowährungen auf legalem Wege erwirbt, wird auch einen eindeutigen Nachweis dieser legalen Herkunft wird erbringen können.

Dass diese Grundannahme zwar plausibel sein mag, heißt jedoch nicht, dass es in zahlreichen Fällen (gerade im Bereich der Kryptowährungen!) nicht doch zu erheblichen Nachweisschwierigkeiten kommen kann. Ohne jegliche Schuld der BesitzerInnen. Auf unserer Seite zum Herkunftsnachweis bei Edelmetallen haben wir mögliche Schwierigkeiten beim Nachweis trotz legalen Erwerbs aufgeführt.

Diese Schwierigkeiten können im ähnlichen Stile auch bei Kryptowährungen auftreten. Und in zahlreichen weiteren Fällen. Durch die starken Kursanstiege von Kryptowährungen in den letzten Jahren können dadurch völlig unverschuldet erhebliche Vermögen auf dem Spiel stehen. Denn die fordernden Stellen können sich zur Sperrung der Konten entschließen, auf denen Ihre Kryptowährungen liegen. Sie haben dann vorerst keinerlei Zugriff mehr auf Ihre Vermögenswerte.

Wie die bekannten Kryptowährungsbörsen mit dem Mittelherkunftsnachweis umgehen

So viele neue Kryptowährungen in den letzten Jahren erschaffen wurden, so viele neue Börsen und Handelsplätze entstanden, an denen man Kryptowährungen kaufen und verkaufen kann. Die Kryptobörsen sind haben ihre Firmensitze auf der ganzen Welt, oft umgeben von komplexen Unternehmensstrukturen, die mehrere Jurisdiktionen auf der Welt berühren.

Aufgrund dieser internationalen Vielfalt ist auch die Compliance Politik der einzelnen Kryptobörsen höchst unterschiedlich. Sie wird maßgeblich beeinflusst durch die gesetzlichen Vorgaben des Staates, in dem die Kryptobörse ihren Firmensitz hat. Ebenso jedoch von den Gesetzen jener Staaten, in denen sie ihre Dienste anbietet.

Trotz unterschiedlichen rechtlichen Geltungsbereiche gilt jedoch für alle Börsen und Handelsplätze in einer Sache das gleiche: Der internationale regulatorische Druck auf die Kryptobörsen wächst derzeit erheblich!

In den letzten Monaten verkündeten zahlreiche namhafte Börsen, auf denen mit Kryptowährungen gehandelt werden kann, Verschärfungen der eigenen sog. KYC („Know Your Customer„) Politik. In einigen Fällen wird nun ein Herkunftsnachweis für Kryptowährungen von den KundInnen gefordert.

Die einzelnen Modalitäten dieser von den Kryptobörsen eingeführten Überprüfungen und Nachweispflichten können sich dabei höchst unterschiedlich gestalten. Für KundInnen wird es daher heutzutage immer wichtiger, sich im Vorfeld dezidiert mit den Geschäftsbedingungen der Kryptobörse auseinanderzusetzen, deren Dienstleistung in Anspruch genommen werden soll.

In erster Linie dürfte bei der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Anbietern eine Rolle spielen, in welchem Land diese ihren Unternehmensstandort haben. Denn die unterschiedlichen Jurisdiktionen haben maßgeblichen Einfluss auf die Nachweisforderungen der Kryptobörsen.

Coinbase, Binance, Bitpanda, Kraken und Bitstamp handhaben Forderung vom Herkunftsnachweis für Kryptowährungen sehr unterschiedlich!

So machte Binance als eine der größten Kryptobörsen der Welt erst kürzlich publik, sowohl neue als auch bestehende NutzerInnen einer sog. Zwischenprüfung zu unterziehen. Dieser Prozess beinhaltet insbesondere die Feststellung und Überprüfung der Nutzeridentitäten. Was sich insbesondere für deutsche KundInnen wie selbstverständlich anhört, war bis dato bei Binance tatsächlich nicht Usus. Wie unter vorstehendem Link nachzulesen ist, war Binance bekannt dafür, den weitestgehend anonymen Handel mit Kryptowährungen zu ermöglichen.

Strengere Vorgaben hingegen führte vor einigen Monaten die in Österreich ansässige Kryptobörse Bitpanda ein. Wie auf unserer Seite zur den Herkunftsnachweis betreffenden Rechtslage in Österreich beschrieben, wurde auch das österreichische Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) aufgrund strengerer EU-Richtlinien verschärft. Bitpanda ist deshalb verpflichtet, sowohl die Nutzeridentitäten zu prüfen als auch einen Herkunftsnachweis für Kryptowährungen und Fiat Geld von den KundInnen zu fordern. Auf unserer Seite zum Mittelherkunftsnachweis bei Bitpanda finden Sie hierzu weitergehende Informationen.

Die der US-amerikanischen Rechtslage unterliegende Kryptobörse Kraken handhabt ihre KYC Politik noch einmal anders als die vorgenannten Anbieter. Wie auf unserer gesonderten Seite beschrieben, fordert auch Kraken einen Herkunftsnachweis für Kryptowährungen und Bareinzahlungen. Die Kryptobörse hat dabei jedoch erweiterte Anknüpfungspunkte. So richten sich die Nachweispflichten für die KundInnen von Kraken unter anderem nach der Höhe des Jahreseinkommens.

Auch für die Börsen Coinbase und Bitstamp haben wir umfangreiche Informationen unter den vorstehenden Links für Sie zusammengestellt.

Banken und die Nachweispflicht für Kryptowährungen?

Nicht nur Börsen, auf denen Bitcoin und Kryptowährungen gehandelt werden, fordern einen Herkunftsnachweis. Auch Banken sind mit den diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen bei der Überschreitung diverser Limits konfrontiert. Somit kann es sein, dass Ihre eigene Bank Ihnen aufgrund Ihrer Aktivitäten mit Kryptowährungen Rückfragen stellt.

Banken waren insbesondere in den ersten Jahren, in denen Kryptowährungen auftauchten, sehr skeptisch gegenüber Bitcoin eingestellt. Damals wurde nicht etwa nach einem Mittelherkunftsnachweis gefragt, sondern direkt das betreffende Girokonto aufgrund von Trading mit Kryptowährungen gesperrt.

Mit einer Kontosperrung muss heutzutage in der Regel nicht mehr gerechnet werden. Der Mittelherkunftsnachweis wird jedoch sehr wohl von Banken angefordert – insbesondere, wenn jemand größere Geldsummen durch einen Verkauf von Kryptowährungen auf das eigene Konto erhält.

Bank fordert Mittelherkunftsnachweis für Kryptos ein? Das gibt es zu wissen!

Die Bank fragt Sie also womöglich nach der Herkunft der finanziellen Mittel. Damit ist sowohl gemeint, woher Ihre Kryptowährungen stammen, als auch mit welchem Geld Sie diese Coins ursprünglich erworben hatten.

Ihre Bank wird auf Anfrage des Finanzamts diese Daten zur Nachweispflicht an das jeweils anfragende Finanzamt weitergeben. Insofern muss damit gerechnet werden, dass Ihr Mittelherkunftsnachweis mitunter bei Ihrem Finanzamt landen könnte.

Kommen Sie der Aufforderung Ihrer Bank nach einem Herkunftsnachweis für die Kryptos nicht nach, wird dies vermutlich der bankinternen Abteilung für Geldwäsche gemeldet. Es kann sein, dass die/der Geldwäschebeauftragte Ihrer Bank Kontakt mit Ihnen aufnimmt.

Klären Sie auch dann nicht die Herkunft Ihrer Kryptowährungen und finanziellen Mittel auf, dürfte es zu einer Meldung an die zuständige Behörde oder gar zur Kontosperrung kommen. Wir weisen darauf hin, dass Banken in der Regel ohne Angabe von Gründen die Verträge einseitig mit sofortiger Wirkung kündigen können. Einen echten Schutz gegen die Kontosperre in Form einer Kontokündigung gibt es meistens nicht.

Wie ein für die Bank ordnungsgemäß erstellter Mittelherkunftsnachweis aussehen kann, haben wir bereits auf unserer Seite zu möglichen Beweismitteln aufgezeigt. Auf eine spezielle Vorlage oder ein konkretes Muster kann nicht zielführend abgestellt werden.

Onlineforum wegen Herkunftsnachweis für Kryptowährungen aufsuchen? Keine gute Idee!

Wer sich auf einem einschlägigen Forum für Kryptowährungen über die Nachweispflicht erkundigen möchte, stößt auf unzählige Forenthreads. In den Postings und Antworten, die wir in solchen Foren gelesen haben, ist leider kein Verlass.

Erstens sind die Diskussionen in einem Forum oft veralteter Natur, d.h. es wird auf eine Rechtslage abgestellt, die in dieser Form nicht mehr aktuell ist. Zweitens schreibt dort buchstäblich jeder – auch ohne vertiefte Kenntnisse zum Mittelherkunftsnachweis.

Ferner muten viele Beiträge in einem solchen Forum eher wie ein Austausch von Wünschen an. Betroffene berichten über ihre Erfahrungen zum Herkunftsnachweis bei Kryptowährungen und schreiben sich einander Mut zu, dass dies „alles nicht so schlimm“ sei, oder es „diese und jene“ simple Lösung gäbe. Die Realität sieht oft anders aus.

Bei höheren Geldsummen, die in Form von Kryptowährungen verwahrt und gehandelt werden, sollten Betroffene keine Fehler bezüglich der Nachweispflicht begehen. Es lohnt daher nicht, sich durch ellenlange Threads in einem Forum zu kämpfen, nur um schlussendlich festzustellen, dass niemand so recht eine verbindliche Antwort geben mag oder kann.

Am Ende dieser Seite finden Sie unsere Hinweise, wo und wie Sie professionelle Unterstützung einholen können, anstatt sich auf ein x-beliebiges Forum zu verlassen.

Wie ordne ich meine Kryptowährungen, damit der Mittelherkunftsnachweis leicht zu erbringen ist?

Wie bereits in unserem Bereich „Erste Schritte“ beschrieben, handelt es sich beim Mittelherkunftsnachweis nicht um einen rein formalen Nachweis. Vielmehr geht prinzipiell darum, eine bestimmte Vermögenshistorie von Ihnen als Mensch darzustellen. Dies verstärkt zwar weiter das Gefühl, dass der Herkunftsnachweis einen empfindlichen Eingriff in Ihre Privatsphäre darstellt.

Sie können dieses Verständnis jedoch auch zu Ihrem Vorteil nutzen! Denn bei der Erfüllung der Nachweispflicht geht es eben nicht nur um ein isoliertes Dokument, welches Sie vorlegen. Es geht um die Vermittlung eines Gesamteindrucks Ihres finanziellen Lebens. Je schlüssiger und geordneter dies in der Gesamtschau erscheint, desto weniger Rückfragen werden Sie hinsichtlich der betreffenden Transaktion erhalten.

Versuchen Sie, bei der Zusammenstellung der Unterlagen in die Sichtweise der prüfenden Stelle einzutreten. Je nachvollziehbarer Sie Ihre Nachweise gestalten, desto schneller und unkomplizierter kann die Prüfung Ihrer Unterlagen erfolgen. Das freut nicht nur die SachbearbeiterInnen, die Ihre Unterlagen prüfen. Es lässt das Thema Mittelherkunftsnachweis für Kryptowährungen auch für Sie schneller enden, als wenn Sie mehrmals um Nachreichung weiterer Unterlagen gebeten werden.

3 Tipps für einen guten Gesamteindruck beim Herkunftsnachweis für Kryptowährungen

Wir geben Ihnen  3 Tipps, die Sie beim Herkunftsnachweis für Kryptowährungen beherzigen sollten:

  1. Betrachten Sie die Nachweispflicht nicht als Schikane. Machen Sie an dieser Stelle „ihren Job“. Auch die fordernde Stelle ist nur dazu verpflichtet worden, den Nachweis zu fordern. Arbeiten Sie zusammen!

  2. Stellen Sie sich vor, Sie müssen Ihre eigenen Unterlagen prüfen. Machen Sie es den prüfenden SachbearbeiterInnen also einfach!

  3. Pflegen Sie Ihre Daten fortlaufend, wenn Sie mit Kryptowährungen handeln. Das erspart Ihnen einen Berg an Arbeit, wenn Sie einmal zur Erbringung eines Nachweises der Mittelherkunft aufgefordert werden.


Zu einem sauberen Gesamteindruck trägt – wie in anderen Lebensbereichen auch – eine übersichtliche und logische Strukturierung Ihrer einzureichenden Unterlagen bei. Gerade beim Herkunftsnachweis für Kryptowährungen kann dies jedoch durchaus herausfordernd sein. Denn aufgrund der zahlreichen Anbietern von Börsen und Wallets werden Coins gerne „viel bewegt“, ohne dass Sie sich währenddessen Gedanken darüber machen, dieses Transaktionen später einmal rekonstruieren zu müssen.

Bereiten Sie sich deshalb spätestens ab heute darauf vor, dass Sie einmal in die Situation kommen könnten, einen Herkunftsnachweis für Ihre Kryptowährungen vorlegen zu müssen! Je nach Situation kann dies bedeuten, die Transaktionshistorie nachweisen zu können!

Datentools helfen beim Herkunftsnachweis für Kryptowährungen

Es bestehen diverse Tools, die Ihnen bei der Aufbereitung Ihrer Unterlagen behilflich sein können, ja diese sogar vollständig für Sie übernehmen können. Es ist dabei wie mit allen Werkzeugen, die Daten verarbeiten: Sie sauberer und regelmäßiger Sie Ihre Daten einspeisen, desto besser wird das Ergebnis!

Eines der bekanntesten und bewährtesten Tools ist dabei Cointracking. Die Plattform strukturiert und analysiert alle Transaktionen mit Kryptowährungen, die Sie dort eingeben. Dies wird Ihnen durch Export- und Importfunktionen relativ einfach gemacht. Sie können Ihre Transaktionsdaten auf jeder größeren Kryptobörse beispielsweise in Excel-Form extrahieren und diese dann bei Cointracking importieren. Das vermeidet händisches abtippen.

Cointracking ist kein banales Tool, sondern für Einsteiger und Profis gleichermaßen geeignet. Ihr Account ist kostenlos, solange Sie nicht mehrere tausend Transaktionen dort verwalten. Es braucht zugegebenermaßen etwas Zeit, um sich dort einzufinden. Investieren Sie diese Zeit und machen Sie sich mit der Oberfläche vertraut. Dann kann die Erbringung eines Herkunftsnachweises für Ihre Kryptowährungen am Ende zum Kinderspiel werden. Denn Sie können Ihre Transaktionshistorie am Ende einfach in übersichtlichem Format exportieren!

Klassische Wege, den Herkunftsnachweis für Kryptowährungen zu erbringen

Eine weitere Möglichkeit, die legitime Herkunft Ihrer Coins nachzuweisen, sind Screenshots Ihres Accounts bei anderen Börsen. Dies bietet sich insbesondere an, wenn Sie nur eine geringe Anzahl an Transaktionen nachzuweisen haben. Die Methode ist in diesem Fall zeitsparend, da Sie sich nicht mit weiteren Werkzeugen auseinandersetzen müssen. Beherzigen Sie jedoch auch hier die oben genannten Tipps! Fertigen Sie die Screenshots so an, dass die prüfenden SachbearbeiterInnen nachvollziehen und zuordnen können, was sie sehen. Fügen Sie am besten erklärende Hinweise bei.

Geht es neben einem Mittelherkunftsnachweis für Ihre Kryptowährungen auch um die Herkunft Ihres Geldes, kann es sinnvoll sein ein Dokumentenpaket zusammenzustellen, welches die Geschichte Ihres Geldes erzählt. Sie können damit verschiedenste Herkünfte nachweisen, etwa Erbschaften, Lottogewinne oder Kapitalerträge auch Geldanlagen. Bedenken Sie aber: Ihr Geld vermischt sich! Das ist ihr Vorteil. Mit einem umfangreichen Lottogewinn werden Sie beispielsweise für ewig jegliche Herkunft Ihrer finanziellen Mittel nachweisen können, ohne weitere Teilbereiche Ihres finanziellen Lebens offenlegen zu müssen. Hier dürfen Sie ruhig strategisch vorgehen, wenn Ihre Privatsphäre Ihnen wichtig ist!

Mittelherkunftsnachweis für Kryptowährungen bei privat gekauften Coins

Auch Kontoauszüge sowohl von Ihrer Bank als auch von Ihrer Börse oder Ihrem Broker können als legitimer Nachweis der Herkunft Ihrer Kryptowährungen dienen. Dies betrifft vor allem jene Fälle, in denen Sie Kryptowährungen von einer Privatperson gekauft oder eine solche verkauft haben. Oft fehlt in diesen Situationen ein sauberer Kaufvertrag, sodass ein Kontoauszug fast die einzige Möglichkeit des Nachweises ist.

Gerade in der Situation des Kaufs oder Verkaufs von Kryptowährungen zwischen Privatpersonen – was grundsätzlich völlig unproblematisch ist! – kann es später zu Problemen beim Nachweis der Herkunft der Coins kommen. Wir haben für Sie weitere Ideen für Mittelherkunftsnachweise zusammengetragen, die in diesen Situationen erbracht werden können, aber bislang recht unbekannt sind, wie zum Beispiel Zeugenaussagen. Schauen Sie dabei in unseren Bereich der möglichen Beweismittel.

Bei falschen Angaben: Verdachtsmeldung an Aufsichtsbehörde!

Dass Sie sich bei der Zusammenstellung Ihrer Nachweisdokumente alle Mühe geben sollten, beweist sich auch an anderer Stelle. In der Situation, dass Sie etwa gegenüber einer Kryptobörse einen Mittelherkunftsnachweis erbringen sollen, geht es in aller Regel um die Durchführung von Transaktionen, die vorübergehend blockiert werden, bis Sie den Nachweis vorlegen. Das kann bereits belastend genug sein, denn oft geht mit der Forderung des Herkunftsnachweis auch eine Sperrung Ihres Kontos bei der Börse einher. Ihre Vermögenswerte, egal ob Fiat Geld oder Kryptowährungen, sind vorübergehend eingefroren!

Dies Fälle spielen sich also rein zwischen Ihnen und der den Nachweis fordernden Stelle ab. Bei Vorlage unvollständiger und dadurch missverständlicher, oder sogar bewusst falscher Nachweisdokumente, werden gegebenenfalls jedoch auch andere Behörden involviert.

Bedenken Sie: Kryptobörsen aber auch Broker, die den europäischen Geldwäschevorschriften unterliegen, sind zur Meldung von Verdachtsfällen an Aufsichtsbehörden verpflichtet!

Wann ein solcher Verdachtsfall vorliegt, werden Sie als NutzerIn der Kryptobörse oder des Brokers nicht vorhersehen können. Es mehren sich berichte, dass Verdachtsmeldungen eher zu früh als zu spät abgesendet werden. Denn Kryptobörsen, Broker und Banken haben ihrerseits Sorge, bei unterlassenen Verdachtsmeldungen von den Aufsichtsbehörden wegen Verstoßes gegen die Geldwäschevorschriften sanktioniert zu werden.

Machen Sie sich bitte bewusst, dass sich eine solche Verdachtsmeldung auf den Straftatbestand der Geldwäsche bezieht und es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt handelt!

Mittelherkunftsnachweis, Kryptos und Finanzamt – eine „tödliche“ Kombination?

Kryptowährungsbörsen und Broker können Ihre Daten nicht nur an die Aufsichtsbehörden für Geldwäsche weiterreichen. Liegen entsprechende Anhaltspunkte vor, haben sie die Berechtigung, dem Finanzamt besondere Vorkommnisse zu melden. Dem Finanzamt wird es dabei weniger um Verstöße gegen Geldwäschevorschriften gehen, als um möglicherweise nicht gezahlte Steuern. Wir haben für Sie zu diesem Thema eine eigene Seite über Probleme mit dem Finanzamt mit weiterführenden Informationen eingerichtet.

Sollten sich für das Finanzamt Hinweise darauf ergeben, dass Steuerpflichten verletzt worden sein könnten, kann eine Gesamtüberprüfung der mit Ihnen in Zusammenhang stehenden steuerlichen Sachverhalte angeordnet werden. Vereinfacht gesagt wird das Finanzamt dabei prüfen, ob Sie in den letzten Jahren Ihren Steuerpflichten vollumfänglich nachkamen.

Es wird deutlich: Jegliche „Spielereien“ beim Nachweis der Herkunft Ihrer Vermögenswerte sollten deshalb unterlassen werden. Nicht nur, um gemeinsam mit der fordernden Stelle möglichst schnell ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Sondern auch, um die Involvierung weiterer Behörden zu vermeiden.

Lesen Sie deshalb auch den folgenden Frage-Antwort Bereich aufmerksam durch.

Fragen und Antworten zur Mittelherkunft von Kryptowährungen

Sicher nicht. Die anfragenden Stellen sind auf Geldwäscheprävention und in juristischer Hinsicht geschult. Es werden handfeste Herkunftsnachweise für Ihre Kryptos gefordert. Wer falsche Angaben beim Mittelherkunftsnachweis macht, wird gesperrt.

Dies muss kein Beinbruch sein. Herkunftsnachweise lassen sich pragmatisch oder zur Not auch juristisch "wiederfinden".

Beispielsweise könnte es sein, dass Ihnen wichtige Kontoauszüge oder Gehaltsabrechnungen fehlen. Diese Unterlagen können jedoch in der Regel wiederbeschafft werden - oft allerdings nicht kostenfrei.

Oft empfinden Betroffene die eigene Vermögenssituation und ihre "Geschichte des Geldes" viel chaotischer als sie tatsächlich ist.

 

Dennoch gibt es Fälle, in denen tatsächlich nur sehr schwer noch Ordnung in die Vermögensabläufe bezüglich Kryptowährungen zu bringen ist. In solchen Fällen empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung für den Mittelherkunftsnachweis in Anspruch zu nehmen.

Viele Personen, die sich intensiv mit Bitcoin und anderen Kryptos beschäftigen, sind der Auffassung, dass sie anonym Transaktionen durchführen dürfen und der Staat hieran nichts ändern kann oder nichts ändern können soll. Als Meinung ist dies durchaus zulässig. Die jeweiligen Staaten sehen dies jedoch anders.

Sie müssen keinen Herkunftsnachweis erbringen. Es gibt keine Pflicht zum Mittelherkunftsnachweis. Die Frage ist eher: Was machen Sie dann? Denn die größten Börsen, die mit Kryptos handeln, werden Ihnen ohne erbrachte Nachweispflicht schlicht und ergreifend verbieten, dort weiter Handel zu betrieben.

Sie werden letztlich Kryptowährungen haben, die Sie nicht mehr gegen Euro, Dollar oder andere Währungen eintauschen können. Teilweise sogar nicht gegen andere Kryptowährungen.

Wir können aus unserer Erfahrung keine Unterschiede erkennen. Allerdings kennen Banken für gewöhnlich die KundInnen besser als die Börsen, da die Bank nun einmal Zugriff auf Kontobewegungen der letzten Jahre hat.

Bei Banken dürften außerdem Personen mit dem Mittelherkunftsnachweis betraut sein, die entsprechend geschult sind. Inwieweit dies für relativ neue Kryptobörsen gleichermaßen gilt, können wir nicht einschätzen.

Bei solchen Vorwürfen - ganz gleich, ob diese zutreffend sind oder nicht - sollte unverzüglich ein erfahrener Rechtsanwalt konsultiert werden. Ihr Rechtsanwalt sollte auf Kryptowährungen spezialisiert sein.

Spezialwissen zur Identität bei Kryptowährungen (Ursache der Nachweispflicht?)

Die gesetzlichen Regelungen zum Mittelherkunftsnachweis bei Kryptowährungen haben wir bereits weiter oben dargestellt. Doch es gibt neben den juristischen Aspekten auch technische Gründe, weshalb die Nachweispflicht besonders bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen greift.

Wie dem Bitcoin Whitepaper zu entnehmen ist, besteht ein großer Unterschied zwischen Identitäten bei Bitcoin im Vergleich zu Identitäten bei einer Banktransaktion (Unterpunkt 10 – Privacy):

Am Privacy-Model von Bitcoin lässt sich erkennen, dass der Herkunftsnachweis zwingend ist.

Achten Sie auf die Beschreibung der Identitäten in den beiden Grafiken „Traditional Privacy Model“ und „New Privacy Model„. Hier hat Satoshi Nakamoto, der Erfinder von Bitcoin, darauf hingewiesen, dass die Identität bei Banktransaktionen mit den einzelnen Vermögenswerten verknüpft ist.

Die Identität ist bei Banküberweisungen daher zwingend an die Transaktion angeschlossen und wird lediglich dadurch geschützt, dass die Bank die Identität der KundInnen nicht nach außen an die Öffentlichkeit preisgibt (Bankgeheimnis). Bei Bitcoin ist dies jedoch anders.

Bitcoin und andere Kryptos schützen Identität

Die Identität ist ausweislich des Bitcoin Whitepaper „firewalled“, d.h. durch eine Firewall geschützt. Eine Transaktion mit Bitcoin enthält keine Identität, wie bei „New Privacy Model“ zu sehen ist. Dafür ist die Transaktion jedoch öffentlich einsehbar, anders als Banküberweisungen:

Das neue Privacy-Model von Bitcoin schützt Identitäten. Dies hat eine Nachweispflicht zur Folge.

Diesem technischen Umstand ist es geschuldet, dass die Gesetzgeber letztlich zur Prävention von Geldwäsche und anderen kriminellen Tätigkeiten den Mittelherkunftsnachweis einfordern lassen. Denn nur so kann die Identität hinter Transaktionen mit Kryptos und die „Geschichte des Geldes“ von beteiligten Personen zielführend festgestellt werden.

Die Nachweispflicht hat ihren tatsächlichen Ursprung daher nicht etwa im rein Rechtlichen, sondern im Technischen. Dies gilt ähnlich für alle anderen Kryptowährungen auch, da nahezu alle Kryptowährungen das gleiche Privacy Model wie Bitcoin implementiert haben (teilweise sogar noch strenger).

Was tun, wenn ich keinen Herkunftsnachweis für Kryptowährungen habe?

Falls Sie denken, über keinerlei Herkunftsnachweis zu Ihren Kryptowährungen zu verfügen, muss der Fall intensiv geprüft werden. Denn grundsätzlich gibt es immer einen Nachweis über die Herkunft von Vermögenswerten. Die Frage ist nur, ob der Nachweis von den anfordernden Stellen akzeptiert wird.

Was meinen wir damit? Wie wir bereits bei unseren Seite zu Beweismitteln für den Nachweis der Mittelherkunft aufgeführt haben, sind im Zweifel – also wenn keinerlei sonstige Nachweise erbracht werden können – Zeugenaussagen ein Mittel der Wahl. Vor Gericht ist die Zeugenaussage, ganz gleich zu welchem Sachverhalt, ein gewichtiges Beweismittel.

Oft hilft es auch, einen Mittelherkunftsnachweis in indirekter Weise zu erbringen. Falls ein bestimmter Vermögenswert oder eine einzelne Vermögensbewegung nicht lückenlos dokumentiert werden kann, bleibt nichts anderes übrig als die „ganze Geschichte Ihres Geldes“ anzuführen. Hierbei kommt es entscheidend darauf an, einen Gesamteindruck zu vermitteln, der nahelegt, dass Ihre Vermögenswerte wohl einen rechtmäßigen Ursprung haben.

Bei Kryptos ist die Nachweispflicht teilweise strenger als bei Bareinzahlungen oder Kontoüberweisungen. Dennoch kann in den allermeisten Fällen ein Herkunftsnachweis überzeugend gelingen. Kein Mittelherkunftsnachweis als Problem kann man umgehen, wenn entsprechende Vorbereitungen getroffen werden.

Wer hilft mir, wenn ich Probleme mit dem Herkunftsnachweis für Kryptowährungen habe?

Professionelle Unterstützung zum Mittelherkunftsnachweis bei Kryptowährungen erhalten Sie von spezialisierten Rechtsanwälten, Notaren, Steuerberatern und Vermögensverwaltern.

In schwierigen Fällen ist der Gang zum spezialisierten Anwalt wohl unausweichlich, da Notare, Steuerberater und Vermögensverwalter Ihnen zwar gewisse Dokumente wiederbeschaffen oder nachweisen können, dennoch eine juristische Argumentation notwendig sein dürfte.

Achten Sie bei der Auswahl Ihres Rechtsanwalts darauf, dass dieser über einschlägige Erfahrungen im Umgang mit Kryptowährungen an sich, und speziell mit dem Herkunftsnachweis bei Kryptos verfügt.

Tipps zum Umgang mit einem Rechtsanwalt, bevor Sie das Mandat erteilen:

  • fragen Sie Ihren Rechtsanwalt danach, ob dieser bereits Fälle zum Mittelherkunftsnachweis bei Bitcoin und anderen Kryptos bearbeitet hat
  • erkundigen Sie sich offen und ehrlich beim Anwalt, wie erfolgreich der Anwalt diese Fälle beenden konnte
  • holen Sie sich ein Pauschalangebot für die gesamte Fallbearbeitung ein, sodass Sie sicher kalkulieren können
  • achten Sie darauf, dass Ihr Rechtsanwalt sich für Ihren Mittelherkunftsnachweis tatsächlich interessiert und für Sie nicht nur „blind“ Dokumente weiterleitet