Bison oder BSDEX fordert Nachweis über Mittelherkunft?

Sie handeln in der Bison App oder auf BSDEX mit Kryptowährungen und müssen nun einen Mittelherkunftsnachweis erbringen? Dies ist mittlerweile ein übliches Vorgehen bei anerkannten Kryptobörsen und Handelsplätzen. Informieren Sie sich zum Nachweis der Mittelherkunft, um rechtssicher auf die Anfrage zu antworten.

Der Herkunftsnachweis kann Sie bei Bison oder BSDEX sowohl hinsichtlich Ihrer Bitcoins und anderen Kryptowährungen, als auch bezüglich etwaiger Euroeinzahlungen treffen. Es geht jeweils darum, den Ursprung Ihrer Vermögenswerte überzeugend darzulegen. Wer auf die Forderung nach einem Mittelherkunftsnachweis (Englisch: proof of source of funds, source of wealth oder auch origin of funds) nicht oder nicht rechtskonform reagiert, riskiert eine Accountsperre!

Wichtig: Hier erfahren Sie auch, was zu tun ist, wenn Sie denken, dass Sie keinen Mittelherkunftsnachweis haben, den Sie BSDEX oder Bison vorlegen können.

Bison App und BSDEX sind powered by Börse Stuttgart – daher muss gesetzeskonform reagiert werden!

Es mag noch Kryptobörsen geben, auf denen ohne den Nachweis der Mittelherkunft ein- und ausgezahlt werden kann. Allerdings steckt hinter der Bison App und der BSDEX die Börse Stuttgart. Kein Wunder also, dass dort die gesetzlichen Bestimmungen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung entsprechend ernst genommen werden.

Die Börse Stuttgart hat mit der Bison App und der BSDEX die erste Handelsmöglichkeit für Bitcoin und andere Kryptowährungen in Deutschland geschaffen, hinter der eine traditionelle Wertpapierbörse steht. Damit hat die Börse Stuttgart im Bereich der digitalen Assets eine Art „Pionierleistung“ in Deutschland erbracht.

Zu der Rechtslage in Deutschland bezüglich der Mittelherkunft haben wir bereits Informationen für Sie zusammengestellt. An diese Rechtslage hält sich sowohl die Börse Stuttgart, als auch die Bison App und die BSDEX – nur so ist ein gesetzeskonformes Angebot möglich.

Konkrete Vorgehensweise, wenn Sie den Herkunftsnachweis erbringen müssen

Sobald Ihnen seitens der Bison App oder der BSDEX die Aufforderung per Mail zugeht, einen Nachweis der Mittelherkunft zu übermitteln, schauen Sie bitte zunächst genau hin. Für was soll der Nachweis erbracht werden? Für eine in der Vergangenheit liegende Transaktion, oder für die aktuelle Überweisung, die Sie getätigt haben?

Richtet sich der Mittelherkunftsnachweis womöglich auf Ihre allgemeine Einkommens- und Vermögenssituation, oder sind nur einzelne Transaktionen gemeint?

Es ist wichtig, die Aufforderung nach dem Herkunftsnachweis nicht „irgendwie“ und „schnell“ zu bearbeiten. Es geht darum, der Bison App oder der BSDEX durch den Mittelherkunftsnachweis die angeforderten Informationen zukommen zu lassen. Wer zu wenig Informationen mitteilt, oder falsche Daten versendet, muss mit einer Kündigung seitens der Plattformen rechnen.

Orientierungshilfe für BSDEX und Bison App beim Mittelherkunftsnachweis!

Um im Falle der Forderung von einem Mittelherkunftsnachweis durch BSDEX oder Bison die richtigen Ansätze und Strategien zu entwickeln, geben wir Ihnen folgende Hinweise und Herangehensweisen mit auf den Weg, um die gröbsten Fehler zu vermeiden:

  1. Stellen Sie sicher, dass Sie verstanden haben, was genau von Ihnen angefordert wurde.
  2. Ordnen Sie bezüglich der Anfrage Ihre Vermögensbewegungen. 
  3. Schauen Sie in Ihren eigenen Unterlagen, welche Dokumente die Anfrage der BSDEX oder der Bison App überzeugend am besten beantworten können.
  4. Schicken Sie nicht unnötig viele Dokumente, PDFs und Screenshots, wenn diese gar nicht angefragt worden sind.
  5. Erläutern Sie im Zweifel gegenüber der anfragenden Stelle, wie sich Ihre Einkommens- und Vermögenssituation darstellt. So kann die Plattform Sie als Kundschaft besser zuordnen.
  6. Wenden Sie sich an einen spezialisierten Rechtsanwalt, wenn Ihr Mittelherkunftsnachweis abgelehnt wird.


Auf unserer Infoseite zu den möglichen Beweismittel beim Herkunftsnachweis können Sie sich einen Überblick über die Art von Nachweisen verschaffen, die Ihnen konkret weiterhelfen könnten. Erfahrungsgemäß gibt es bei legal erworbenen Vermögenswerten immer einen Mittelherkunftsnachweis. Womöglich ist es nur schwierig, diesen ausfindig zu machen oder nachträglich zu erstellen.

Mittelherkunft von Geldeingängen oder Kryptowährungen bei Bison und BSDEX?

Vermutlich wurden Sie entweder wegen einer Überweisung, oder wegen einer Kryptowährung gebeten, den Nachweis zur Mittelherkunft zu erbringen.

Beispiel einer Geldüberweisung: Sie haben bei BSDEX einige tausende Euro eingezahlt. Hierfür haben Sie Ihr Girokonto bei Ihrer Bank genutzt und eine normale Überweisung getätigt. Nun möchte die BSDEX von Ihnen erfahren, woher das Geld aus dieser Überweisung stammt. Wichtig zu verstehen ist, dass der Mittelherkunftsnachweis in diesem Beispiel nicht durch die Aussage „von meinem Girokonto“ erbracht werden kann.  Der Herkunftsnachweis in diesem Fall zielt einzig und allein darauf, woher Sie das Geld für diese Überweisung ursprünglich hatten. Sprich: stammt das Geld aus Ihren Ersparnissen? Aus einem Verkauf von anderen Vermögenswerten?

Beispiel einer Kryptoeinzahlung: Ihre Bitcoins zahlen Sie aus ihrem hardware-Wallet bei der Bison App ein, um diese dort gegen Euro zu verkaufen. Nach der Kryptotransaktion fragt die Bison App Sie nach dem Mittelherkunftsnachweis zu Ihren eingezahlten Bitcoins. Die Antwort „die Bitcoins stammen aus meiner hardware-Wallet“ hilft hier nicht weiter. Es geht darum aufzuzeigen, wie die Bitcoins legal in Ihr Vermögen gekommen sind. Haben Sie die Bitcoins vor Jahren auf einer anderen Börse mit Ihrem Geld erworben? Haben Sie die Bitcoins womöglich selbst durch Mining erhalten?

Wer keinen Mittelherkunftsnachweis erbringt, kann BSDEX und die Bison App womöglich nicht mehr nutzen!

Sicherlich ist die Frage nach dem Herkunftsnachweis nicht nur „nervig“, sondern fühlt sich an wie ein Eingriff in die Privatsphäre. Und das sehen wir genauso wie Sie. Allerdings sind die Konsequenzen bei der Nichterbringung der geforderten Nachweise empfindlich: es droht eine Accountsperre und Kündigung.

Bison fordert Mittelherkunftsnachweis für Geld und Kryptowährungen wie Bitcoin
Wer den Herkunftsnachweis nicht vorlegen kann, dem droht unter Umständen eine Accountsperre.

Sollten Sie von BSDEX oder in der Bison App aufgefordert werden, die Mittelherkunft nachzuweisen, und dieser Aufforderung trotz Erinnerung nicht nachkommen, können Sie auf diesen Plattformen kein Trading mehr betreiben. Im schlimmsten Fall werden Ihre Assets sogar „eingefroren“ und können nicht einmal mehr abgezogen werden (in einem solchen Szenario sollten Sie einen Anwalt einschalten).

Insofern gibt es vermutlich nur diese beiden Optionen: entweder die Mittelherkunft rechtssicher zu erbringen, oder eine andere Tradingplattform nutzen. Allerdings dürfte auf Dauer jede seriöse Börse den Herkunftsnachweis genauso „streng“ handhaben wie die BSDEX oder die Bison App. Das liegt an der geltenden Rechtslage in Deutschland.

Als Wertpapierbörse kennt die Börse Stuttgart den Mittelherkunftsnachweis bereits!

Zwar hat die Börse Stuttgart mit der Bison App und der BSDEX durchaus „Neuland“ betreten. Der Mittelherkunftsnachweis an sich ist jedoch für die Börse Stuttgart sicher nichts Neues. Denn jede Brokerplattform kennt die Frage nach dem Herkunftsnachweis. Dies ergibt sich für Broker aus dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und dem Geldwäschegesetz (GwG).

BSDEX fordert einen Mittelherkunftsnachweis für Geld und Kryptowährungen
Quelle: Auszug aus § 2 GwG auf dejure.org (Stand: 10.01.2022)

Auch bei einem Broker gilt es, im Zweifel die Mittelherkunft zu belegen. Sie können daher nicht nur bei der Bison App oder auf der BSDEX nach diesen Nachweisen gefragt werden, sondern auch von Ihrem Depotanbieter. Das bedeutet, dass auch beim Aktienhandel der Mittelherkunftsnachweis eine Rolle spielt und in Zukunft wichtiger werden wird.

Uns ist bereits aus Berichten bekannt, dass eToro und die ING mit ihrem Direktdepot solche Nachweise zur Mittelherkunft gezielt bei der Kundschaft anfordert. Die Börse Stuttgart dürfte dies im Zweifel nicht anders handhaben, ganz gleich, ob es um Bitcoin und Kryptowährungen, oder um Aktien oder Derivate geht. Banken fragen ohnehin bei Bargeldeinzahlungen oder auffälligen Überweisungen nach dem Herkunftsnachweis – die allermeisten Banken für Verbraucherinnen und Verbraucher bieten auch Aktiendepots an. Hier schließt sich der Kreis.

Firmengeflecht hinter Bison und BSDEX verstehen! Datenschutz?

Bison und BSDEX sind beide „powered by Börse Stuttgart“. Die Börse Stuttgart GmbH hält als Tochtergesellschaft die EUWAG AG, welche wiederum direkte Verantwortliche für die Bison App und BSDEX ist.

Aus dem Firmengeflecht wird ersichtlich, dass letztlich eine deutsche Gesellschaft mit beschränkter Haftung, nämlich die Börse Stuttgart GmbH steht. Somit gilt bezüglich Ihrer Mittelherkunftsnachweise, die Sie bei Bison oder BSDEX einreichen, letztlich das deutsche Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

In der Regel werden Ihre eingesandten Herkunftsnachweise gemäß geltendem Datenschutzrecht für längere Zeit aufbewahrt – denn die Börse Stuttgart GmbH, bzw. die EUWAX AG muss gegenüber den Behörden solche Nachweise zur Geldwäscheprävention mehrere Jahre lang aufbewahren (mitunter bis zu 10 Jahre oder in einigen Fällen sogar noch länger). Einen datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruch können Sie als betroffene Person gem. Art. 15 Abs. 1 DSGVO jederzeit gegenüber EUWAX AG geltend machen.

Fragen und Antworten zum Mittelherkunftsnachweis bei BSDEX und Bison

Bauen Sie zunächst ein wenig Wissen zu der Thematik der Mittelherkunft auf. Dann beantworten Sie die Anfrage der BSDEX so gut wie möglich. Falls Sie keinen Herkunftsnachweis erbringen, können Sie dort vermutlich nicht mehr Handel betreiben und Ihre Assets könnten eingefroren werden.

Das kommt darauf an, woher Ihre Kryptowährungen tatsächlich stammen. Sollten Sie diese legal erworben haben, jedoch keine "guten Nachweise" hierzu bieten können, lässt sich dieses Problem durch sauberes Aufarbeiten erfahrungsgemäß gut lösen. Holen Sie sich professionelle Unterstützung ein, wenn Sie selbst nicht weiterkommen.

 

Haben Sie die Kryptowährungen allerdings auf illegalem Weg erhalten, könnte die BSDEX und die Bison App sich dauerhaft weigern, Ihnen die Dienste anzubieten. 

Das sollte problemlos möglich sein, allerdings werden Sie vermutlich zu diesen "fremden Kryptowährungen" nach einem Mittelherkunftsnachweis gefragt. Dieser muss rechtssicher erbracht werden, sonst könnte eine Accountsperre drohen.

 

Bei der Aufarbeitung Ihrer Trading-Daten, die wichtig für einen ordnungsgemäßen Mittelherkunftsnachweis sind, kann Sie ein spezialisiert Rechtsanwalt unterstützen.