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und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis bei justTRADE: So reagieren Anleger richtig

Veröffentlicht am 20.08.2026 –

Ein Anleger verkauft nach vielen Jahren mehrere Aktienpositionen, löst zusätzlich ein Tagesgeldkonto auf und überweist schließlich 120.000 Euro auf sein justTRADE-Konto. Das Vermögen ist vollständig legal entstanden. Trotzdem taucht plötzlich eine Frage auf, mit der er nicht gerechnet hat: Woher stammen die eingesetzten Mittel genau? Das Problem: Die Summe ist das Ergebnis von fast 20 Jahren Vermögensaufbau. Einen einzigen Beleg, der alles erklärt, gibt es nicht.

Genau solche Fälle zeigen, weshalb ein Mittelherkunftsnachweis bei justTRADE schnell anspruchsvoller werden kann, als es zunächst erscheint. Nicht die Rechtmäßigkeit des Vermögens ist häufig das praktische Problem, sondern dessen verständliche und überprüfbare Dokumentation.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und dem Herkunftsnachweis nach dem Geldwäschegesetz. Auf mittelherkunftsnachweis.de widme ich mich seit 2021 vertieft diesem Themengebiet. Betroffene können dort ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung zum Mittelherkunftsnachweis anfordern.

Mittelherkunftsnachweis bei justTRADE: Das Wichtigste zuerst

Wer zur Herkunft seiner Gelder befragt wird, sollte nicht hektisch sämtliche vorhandenen Dokumente verschicken. Sinnvoller ist es, zunächst herauszufinden, welcher Vermögensbetrag erklärt werden soll und aus welchen Quellen dieser tatsächlich entstanden ist.

Dabei muss zwischen Zahlungsweg und Vermögensherkunft unterschieden werden. Eine Überweisung vom eigenen Bankkonto zeigt zwar, woher das Geld unmittelbar kam. Sie erklärt aber noch nicht unbedingt, ob der Betrag beispielsweise aus Einkommen, Wertpapierverkäufen, einer Abfindung oder langjährigem Sparvermögen stammt.

Die zentrale Aufgabe lautet deshalb: Aus verschiedenen Finanzbewegungen muss eine verständliche Gesamtdarstellung entstehen. Der Empfänger sollte möglichst schnell erkennen können, wie sich das heutige Vermögen entwickelt hat.

Warum justTRADE bei der Geldherkunft genauer hinsehen kann

Bei justTRADE wird der eigentliche Bankservice durch die Sutor Bank erbracht. Tätigkeiten, für die eine aufsichtsrechtliche Zulassung erforderlich ist, liegen ebenfalls bei der Sutor Bank. Damit bewegt sich die Geschäftsbeziehung in einem regulierten Umfeld, in dem Vorgaben zur Identifizierung und Geldwäscheprävention eine wichtige Rolle spielen.

justTRADE weist selbst darauf hin, dass die Identität von Depot- und Kontoinhabern aufgrund geldwäscherechtlicher Vorgaben festgestellt werden muss. Informationen aus der Identitätsfeststellung werden zudem entsprechend gesetzlicher Vorgaben gespeichert.

Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Fragen rund um Mittelherkunft, Vermögensherkunft oder ungewöhnliche Zahlungsbewegungen sollten ernst genommen und sachlich beantwortet werden. Eine solche Prüfung bedeutet für sich allein noch nicht, dass dem Kunden ein rechtswidriges Verhalten unterstellt wird.

Ähnliche Herausforderungen entstehen auch bei der norisbank – lesen Sie unseren Praxisleitfaden.

Wie andere Finanzdienstleister mit solchen Anfragen umgehen, zeigt unser Beitrag zu Klarna.

Ein häufiger Denkfehler: „Das Geld kommt doch von meinem eigenen Konto“

Gerade dieser Satz führt in der Praxis häufig zu Missverständnissen. justTRADE erlaubt nach seinen aktuellen FAQ sogar Überweisungen von einem anderen als dem hinterlegten Konto, sofern der Kunde dort ebenfalls Kontoinhaber ist.

Damit lässt sich zwar die Kontoinhaberschaft erklären. Die wirtschaftliche Entstehung eines größeren Betrags ist damit jedoch nicht automatisch dokumentiert. Wer 150.000 Euro auf seinem Konto besitzt, kann dieses Geld auf völlig unterschiedliche Weise erworben haben.

Deshalb sollte ein Herkunftsnachweis für justTRADE nicht lediglich den letzten Überweisungsschritt dokumentieren. Empfehlenswert ist vielmehr ein Blick zurück bis zu den wesentlichen Quellen des eingesetzten Vermögens.

Erst eine Vermögensübersicht erstellen, dann Unterlagen zusammensuchen

Bei komplexeren Fällen empfehle ich, zunächst eine einfache Tabelle oder Liste für den eigenen Gebrauch anzulegen. Dort wird jeder größere Vermögensbestand einer bestimmten Quelle zugeordnet.

Das kann beispielsweise so aussehen: 55.000 Euro aus angespartem Gehalt, 35.000 Euro aus Wertpapierverkäufen und weitere 30.000 Euro aus einer Abfindung. Erst danach wird geprüft, welche Dokumente diese drei Positionen sinnvoll belegen.

Diese Vorgehensweise spart häufig erheblich Zeit. Wer dagegen sofort hunderte Kontoauszüge durchsucht, verliert schnell den Überblick. Ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise kann insbesondere bei mehreren Vermögensquellen helfen, die entscheidenden Nachweise herauszufiltern.

Wertpapierhandel kann eine eigene Herkunftskette erzeugen

Bei aktiven Anlegern besteht eine Besonderheit: Geld wird nicht nur einmal investiert. Wertpapiere werden gekauft, verkauft und Gewinne anschließend erneut angelegt. Nach vielen Jahren kann daraus eine lange Kette von Transaktionen entstehen.

Für die Rekonstruktion können deshalb Wertpapierabrechnungen eine erhebliche Rolle spielen. Auch justTRADE stellt seinen Kunden für Wertpapiergeschäfte entsprechende Unterlagen zur Verfügung. Darüber hinaus befinden sich verschiedene Dokumente und Abrechnungen im Kundenbereich beziehungsweise der Postbox.

Ähnlich wie justTRADE stellt auch flatex seinen Kunden umfangreiche Wertpapierabrechnungen zur Verfügung.

Wer größere Wertpapiervermögen besitzt, sollte solche Unterlagen langfristig sichern. Sie können später nicht nur steuerlich, sondern auch bei Fragen zur Vermögensherkunft und Mittelherkunft wertvoll werden.

Kryptowährungen bei justTRADE getrennt dokumentieren

Eine Besonderheit von justTRADE ist, dass neben Wertpapieren auch Kryptowerte gehandelt werden können. Für Kryptotransaktionen stellt der Anbieter nach eigenen Angaben einen CSV-Export zur Verfügung; außerdem wird für jede Order eine PDF-Abrechnung in die Postbox eingestellt. Kryptowerte erscheinen dagegen nicht im regulären Depotauszug.

Genau diese Trennung kann bei einem späteren Mittelherkunftsnachweis wichtig werden. Wer ausschließlich seinen Wertpapier-Depotauszug archiviert, hat darin möglicherweise gerade nicht sämtliche Kryptopositionen dokumentiert.

Mein Tipp lautet daher: CSV-Exporte und Krypto-Orderabrechnungen regelmäßig separat sichern. Wer erst Jahre später versucht, komplexe Kryptoaktivitäten zu rekonstruieren, hat häufig erheblich mehr Arbeit.

Was unser Beispielanleger jetzt konkret tun sollte

Zurück zum Anleger mit den 120.000 Euro. Ein Teil des Betrags stammt aus Aktienverkäufen, ein weiterer Teil wurde über Jahre auf einem Tagesgeldkonto angespart. Statt einen einzigen „Beweis“ zu suchen, sollte er beide Vermögensstränge getrennt behandeln.

Für den Wertpapierteil können beispielsweise frühere Depotunterlagen, Kauf- und Verkaufsabrechnungen sowie Kontoauszüge eine zusammenhängende Entwicklung zeigen. Für das Sparvermögen können Einkommensunterlagen und historische Kontoauszüge relevant sein.

Anschließend werden beide Stränge zu einer kurzen Gesamterklärung zusammengeführt. Genau darin liegt häufig der Unterschied zwischen einem bloßen Dokumentenpaket und einem nachvollziehbaren Mittelherkunftsnachweis für justTRADE.

Auch Depotüberträge können für die Vermögensherkunft relevant werden

Nicht immer gelangt Vermögen durch eine klassische Geldüberweisung zu einem Broker. Wertpapiere können ebenfalls von einem anderen Depot übertragen werden.

justTRADE sieht externe Depotüberträge grundsätzlich vor. Nach den aktuellen Angaben des Brokers können Überträge zu anderen Banken beziehungsweise Brokern nur ohne Gläubigerwechsel und zu bestimmten inländischen Instituten durchgeführt werden.

Wer bereits ein größeres Depot mitbringt, sollte deshalb die Dokumentation des bisherigen Brokers nicht als erledigt betrachten. Historische Anschaffungsabrechnungen können später helfen zu erklären, wann und aus welchen Mitteln ein größerer Wertpapierbestand entstanden ist.

Was tun, wenn Dokumente nicht mehr auffindbar sind?

Nach zehn oder zwanzig Jahren fehlen fast immer einzelne Unterlagen. Das allein muss noch nicht bedeuten, dass die Vermögensherkunft nicht mehr nachvollziehbar dargestellt werden kann.

Zunächst sollte geprüft werden, welche Informationen erneut beschafft werden können. Ehemalige Banken, Broker, Arbeitgeber, Steuerberater oder Vertragspartner können möglicherweise noch über relevante Dokumente verfügen. Auch Steuerunterlagen aus späteren Jahren können frühere Vermögensvorgänge indirekt dokumentieren.

Wichtig ist allerdings, Lücken offen zu behandeln. Fehlende Nachweise sollten nicht durch erfundene Erinnerungen ersetzt werden. Bei größeren Beträgen kann eine auf Mittelherkunft spezialisierte Kanzlei beurteilen, welche Kombination aus Primärbelegen und ergänzenden Unterlagen noch sinnvoll ist.

Warum eine chronologische Darstellung häufig besonders hilfreich ist

Ein guter Herkunftsnachweis sollte möglichst wenig Interpretationsarbeit beim Empfänger verursachen. Eine einfache Zeitleiste kann deshalb sehr wirkungsvoll sein.

Beispielsweise: 2014 Beginn des Vermögensaufbaus, 2018 Erwerb bestimmter Wertpapiere, 2024 Verkauf, anschließend Gutschrift auf dem Girokonto und später Einzahlung auf das Verrechnungskonto. Hinter jedem Schritt kann der zugehörige Beleg genannt werden.

So entsteht eine prüfbare Geschichte des Vermögens. Gerade bei hohen Summen ist diese Struktur häufig überzeugender als eine lange freie Schilderung ohne klare zeitliche Ordnung.

Diese Fehler sollte man beim Herkunftsnachweis vermeiden

Ein klassischer Fehler sind unnötige Widersprüche. Daten, Beträge und Vermögensquellen sollten über alle eingereichten Unterlagen hinweg zusammenpassen. Kleine Ungenauigkeiten können ansonsten neue Fragen auslösen.

Ebenfalls ungünstig ist eine Überladung mit irrelevanten Unterlagen. Wer auf eine konkrete Frage zur Herkunft von 80.000 Euro reagiert, muss nicht automatisch seine gesamte finanzielle Lebensgeschichte einreichen. Der Nachweis sollte sich möglichst zielgerichtet auf den tatsächlichen Prüfungsgegenstand beziehen.

Schließlich sollte die Antwort nicht spekulativ formuliert werden. Wenn die ursprüngliche Herkunft eines Teilbetrags nicht mehr vollständig dokumentiert werden kann, sollte dies sauber eingeordnet werden. Ein spezialisierter Rechtsanwalt für Herkunftsnachweise kann vor der Abgabe prüfen, ob Darstellung und Belegstruktur schlüssig wirken.

Mittelherkunftsnachweis bei justTRADE richtig vorbereiten

Wer eine Anfrage erhält, sollte zunächst den verlangten Umfang exakt bestimmen. Danach werden die einzelnen Vermögensquellen identifiziert und für jede Quelle passende Dokumente zusammengestellt.

Im nächsten Schritt folgt die zeitliche Verbindung. Wo entstand das Geld? Auf welchem Konto befand es sich anschließend? Gab es Zwischeninvestitionen? Wann gelangte es schließlich zu justTRADE? Besonders bei mehrfach umgeschichtetem Vermögen ist diese Rekonstruktion entscheidend.

Eine einfache Prüfregel hilft: Eine unbeteiligte Person sollte die wesentlichen Geldbewegungen anhand der Erklärung und Anlagen nachvollziehen können, ohne selbst Vermutungen anstellen zu müssen.

Anwalt für Mittelherkunftsnachweis bei justTRADE

Unser Beispielanleger muss also nicht zwangsläufig einen einzelnen Beleg über 120.000 Euro finden. Entscheidend ist, dass er nachvollziehbar erklären kann, wie sich dieser Betrag aus seinen verschiedenen legalen Vermögensquellen zusammensetzt.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen für Geld, Wertpapiere, Kryptowährungen, Edelmetalle sowie mit Fragen gegenüber Banken, Finanzdienstleistern und dem Finanzamt. Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt außerdem auf der Vermögensherkunft und dem Herkunftsnachweis nach dem Geldwäschegesetz.

Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit diesen Themen. Wer bei justTRADE einen Mittelherkunftsnachweis erbringen muss, Unterlagen nicht mehr vollständig besitzt oder Schwierigkeiten bei der Anerkennung seiner Vermögensherkunft hat, kann seinen Fall dort online oder per E-Mail schildern. Eine kostenfreie Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt Martin Wehrmann ist dort möglich.