Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis Tezos (XTZ): Was tun, wenn Ihre Bank den Verkaufserlös nicht freigibt?

Veröffentlicht am 14.10.2026 –

Sie haben Tezos (XTZ) verkauft, aber Ihre Bank verlangt zusätzliche Nachweise zur Geldherkunft? Häufig liegt das Problem nicht beim Verkauf selbst. Vielmehr lässt sich aus älteren Kontoauszügen nicht unmittelbar erkennen, wie Ihre XTZ entstanden sind, welche Belohnungen Sie erhalten haben oder weshalb einzelne Beträge vorübergehend gesperrt waren.

Für einen Mittelherkunftsnachweis zu Tezos (XTZ) müssen Sie deshalb nicht möglichst viele Screenshots einreichen. Sie benötigen eine nachvollziehbare Verbindung zwischen ursprünglichem Kapitaleinsatz, späteren Einnahmen und dem ausgezahlten Verkaufserlös.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Als Experte für Mittelherkunftsnachweise und Vermögensherkunft bei Kryptowährungen unterstütze ich bei solchen Prüfungen. Über mittelherkunftsnachweis.de beschäftige ich mich seit 2021 mit der Dokumentation digitaler Vermögenswerte. Dort können Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

XTZ seit 2017: Wie belegen Sie eine frühe Beteiligung?

Ein ausdrücklich fiktives Beispiel: Ein Anleger beteiligt sich 2017 an der Tezos-Fundraising-Aktion. Später aktiviert er seine Zuteilung, verwahrt die XTZ selbst und erzielt über mehrere Jahre zusätzliche Einnahmen.

2026 verkauft er 25.000 XTZ. Die Bank verlangt einen Herkunftsnachweis, obwohl die ursprüngliche Zahlung fast neun Jahre zurückliegt.

Meine Empfehlung: Suchen Sie zuerst die Zahlungsunterlagen aus 2017. Ergänzen Sie die damaligen Beteiligungsdaten und die spätere Aktivierung der XTZ. Erklären Sie anschließend, wie sich die Menge bis zum Verkauf verändert hat.

Fundraising-Beitrag ist nicht gleich Börsenkauf

Bei frühen Tezos-Beständen können die ursprünglichen Unterlagen anders aussehen als bei einem gewöhnlichen Kryptokauf.

Eine historische Zahlung, die spätere Token-Zuteilung und der erste sichtbare Wallet-Eingang können zeitlich auseinanderliegen.

Mein Rat: Stellen Sie diese Ereignisse getrennt dar. Fehlen Originalunterlagen, prüfen Sie alte Kontoauszüge, E-Mail-Bestätigungen und vorhandene Wallet-Daten.

Ersetzen Sie fehlende Belege nicht durch nachträglich erfundene Kaufdaten.

Tezos-Baking: Warum Sie XTZ ohne Kaufabrechnung erhalten haben

Tezos bezeichnet die Erstellung und Validierung von Blöcken als Baking.

Wer selbst als Baker tätig war, konnte für seine Netzwerkleistungen XTZ-Belohnungen erhalten.

Meine Handlungsempfehlung: Dokumentieren Sie den Betriebszeitraum, die verwendeten Adressen und die tatsächlich zugeteilten Rewards.

Als Spezialist für Source of Funds und digitale Vermögenshistorien empfehle ich außerdem, Einnahmen aus eigener Validator-Tätigkeit von gewöhnlichen Kapitalanlagen zu unterscheiden. Das kann auch steuerlich entscheidend sein.

Delegation oder Staking: Warum die Unterscheidung wichtig ist

Bei Tezos konnten Anleger traditionell ihre XTZ an einen Baker delegieren. Dabei blieben die Coins grundsätzlich verfügbar; mögliche Belohnungen wurden vom Baker verteilt.

Mit neueren Protokollversionen wurde zusätzlich direktes Staking eingeführt. Hierbei werden XTZ zeitweise gebunden und Protokollbelohnungen automatisch zugeteilt.

Mein Praxistipp: Prüfen Sie, welches Modell Sie tatsächlich genutzt haben. Dokumentieren Sie bei einer Delegation die Zahlungen des Bakers und beim Staking die protokollseitigen Rewards.

Nicht jede Delegation führt automatisch zu einer garantierten Vergütung.

Unstaking: Warum Ihr Guthaben noch nicht auszahlbar ist

Wenn Sie gestakte XTZ freigeben möchten, erfolgt die Entsperrung nicht zwingend sofort.

Seit dem Rio-Upgrade 2025 beträgt die entsprechende Wartezeit im regulären Verfahren bis zu etwa vier Tage. Anschließend muss die Freigabe abgeschlossen werden.

Meine Empfehlung: Erfassen Sie den Antrag auf Unstaking und den Zeitpunkt der tatsächlichen Verfügbarkeit.

Eine technische Wartezeit erklärt fehlende Liquidität, aber keinen ungeklärten Mittelzufluss.

KT1-Adressen: Wohin sind Ihre Tezos-Token verschwunden?

Tezos unterscheidet gewöhnliche Nutzerkonten, deren Adressen etwa mit tz1 beginnen, von Smart-Contract-Konten mit dem Präfix KT1.

Wer XTZ an einen Smart Contract überträgt, kann dadurch eine andere Vermögensposition erwerben.

Mein anwaltlicher Rat: Prüfen Sie den Zweck solcher Transaktionen. Handelte es sich um einen Kauf, eine Hinterlegung oder die Nutzung einer dezentralen Anwendung?

Ordnen Sie die Rückflüsse dem ursprünglichen Vorgang zu, statt sie ungeprüft als fremde Zahlungen zu behandeln.

Tezos-NFTs: Wenn Kunstverkäufe neue XTZ erzeugen

Tezos wird auch für digitale Kunst und NFTs genutzt.

Wer ein NFT verkauft, kann XTZ erhalten, ohne zuvor dieselbe Menge XTZ gekauft zu haben.

Meine Empfehlung: Bewahren Sie die Verkaufsdaten, die Token-Kennung und den tatsächlichen Zahlungseingang auf.

Bei selbst geschaffenen NFTs sollten Sie außerdem die zugrunde liegende Tätigkeit dokumentieren. Bei weiterverkauften NFTs benötigen Sie zusätzlich einen Nachweis über deren ursprünglichen Erwerb.

Etherlink: Warum die XTZ auf einer anderen Ebene auftauchen

Etherlink ist eine mit Ethereum-Anwendungen kompatible Layer-2-Lösung im Tezos-Ökosystem.

Bei der Übertragung von XTZ zwischen Tezos und Etherlink können zusätzliche technische Schritte entstehen.

Mein Rat: Halten Sie den Ausgangstransfer, die Gutschrift auf Etherlink und eine spätere Rückübertragung fest.

Unterscheiden Sie einen bloßen Netzwerkwechsel von einem tatsächlichen Token-Tausch.

Adaptive Issuance: Warum ältere Ertragsprognosen nicht mehr stimmen

Mit Adaptive Issuance wurde die Ausgabe neuer XTZ stärker an die Beteiligung am Staking gekoppelt.

Daher lassen sich historische Belohnungen nicht zuverlässig mit einer einzigen festen Jahresrendite rekonstruieren.

Meine Handlungsempfehlung: Verwenden Sie tatsächliche Reward-Daten und die jeweils geltenden Protokollbedingungen. Rechnen Sie fehlende Einnahmen nicht anhand heutiger Renditeangaben hoch.

Was muss eine Herkunftserklärung für Tezos enthalten?

Die Source of Funds beschreibt die Herkunft eines konkreten Geldbetrags. Die Source of Wealth betrifft die umfassendere Entstehung Ihres Vermögens.

Banken erfüllen geldwäscherechtliche Sorgfaltspflichten nach § 10 GwG. Bei erhöhtem Risiko können zusätzliche Maßnahmen nach § 15 GwG erforderlich sein.

Als Experte für Mittelherkunft und Geldherkunft empfehle ich, drei Fragen verständlich zu beantworten: Woher kam das ursprüngliche Geld? Wie entstanden zusätzliche XTZ? Wie gelangte der Verkaufserlös auf Ihr Bankkonto?

Wie sich die Herkunft von Lumens bei Bank und Kryptobörse belegen lässt, erklärt ein eigener Beitrag.

Bei privaten XTZ-Veräußerungen kann § 23 EStG relevant sein. Baking-, Staking- und NFT-Einnahmen müssen abhängig vom Sachverhalt gesondert eingeordnet werden.

Mittelherkunftsnachweis Tezos (XTZ): So bereiten Sie Ihre Unterlagen vor

Beginnen Sie mit den ältesten Erwerbsbelegen. Ergänzen Sie Baking- oder Staking-Einnahmen, Smart-Contract-Vorgänge und gegebenenfalls NFT-Verkäufe.

Stellen Sie die Entwicklung Ihrer XTZ-Bestände in einer chronologischen Übersicht dar. Markieren Sie ungeklärte Transaktionen und erläutern Sie größere Abweichungen.

Wie Sie Herkunftsnachweise für Quant (QNT) mit Erwerbsbelegen und Wallet-Beständen aufbauen, erklärt ein eigener Beitrag.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und unterstütze als Spezialist für Vermögensherkunft und Krypto-Herkunftsnachweise bei der rechtlichen Vorbereitung solcher Erklärungen.

Ihre Bank fordert einen Mittelherkunftsnachweis für Tezos (XTZ) oder verzögert die Auszahlung? Über mittelherkunftsnachweis.de können Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern. Gemeinsam lässt sich klären, welche Belege für Ihre konkrete XTZ-Vermögenshistorie benötigt werden.