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Mittelherkunft und Geldwäscherecht

BISON-Einzahlung hängt fest: Bitcoin überwiesen, aber nicht verfügbar – wo Ihre Coins bleiben und was jetzt hilft

Veröffentlicht am 22.10.2026 –

Ihre Bitcoin oder andere Kryptowährungen wurden an BISON überwiesen, erscheinen aber nicht im Portfolio? Prüfen Sie zuerst die Transaktionskennung (TXID), das verwendete Blockchain-Netzwerk und den Einzahlungsstatus in der App. Ist die Übertragung auf der Blockchain bestätigt, können dennoch eine fehlende Wallet-Verifizierung, unvollständige Absenderdaten oder eine interne Sicherheitsprüfung die Gutschrift verzögern. Bestätigte Blockchain-Transaktionen bedeuten nicht automatisch, dass BISON die Coins bereits zur Verfügung stellen muss.

Ich empfehle, bei ungeklärten Einzahlungen keine weiteren Testbeträge zu senden. Sichern Sie stattdessen alle technischen Belege und verlangen Sie eine konkrete Statusauskunft.

Die Blockchain meldet Erfolg – BISON zeigt null Bitcoin

Ein ausdrücklich hypothetischer Fall: Ein Anleger überweist 0,8 Bitcoin von seiner Hardware-Wallet zu BISON. Der Blockchain-Explorer zeigt mehrere Bestätigungen. Trotzdem bleibt sein Portfolio unverändert. Der geplante Verkauf kann nicht stattfinden.

Hier beginnt die entscheidende Fehlersuche. Eine Blockchain-Bestätigung beweist zunächst, dass eine Transaktion im Netzwerk verarbeitet wurde. Sie beweist nicht, dass sämtliche Bedingungen für die interne Kontogutschrift erfüllt sind.

Mein Rat: Halten Sie TXID, Sender- und Empfängeradresse, Betrag, Netzwerk und Übertragungszeitpunkt fest. Ein Screenshot des Blockchain-Explorers ergänzt diese Angaben, ersetzt aber nicht die Transaktionskennung.

Die erste Spur: Netzwerk, Adresse und Destination Tag

BISON warnt ausdrücklich davor, Kryptowährungen über ein nicht unterstütztes Netzwerk oder an eine falsche Empfangsadresse zu senden. Solche Fehler können zu einem endgültigen Verlust führen. Auch nicht jede bei BISON handelbare Kryptowährung lässt sich zwangsläufig extern einzahlen.

Bei XRP, XLM und HBAR kann zusätzlich ein MEMO beziehungsweise Destination Tag erforderlich sein. Fehlt diese Kennung, lässt sich eine technisch eingegangene Zahlung möglicherweise nicht automatisch dem richtigen Kundenkonto zuordnen.

Ich empfehle, BISON um eine manuelle Zuordnungsprüfung zu bitten, falls der Tag fehlt. Der Anbieter beschreibt dafür besondere Nachweisverfahren. Führen Sie etwaige Mikrotransaktionen ausschließlich nach verifizierter Anleitung im offiziellen Supportbereich durch.

Die zweite Spur: Eine Verifizierung wartet in der App

Seit Anwendung der europäischen Transfer-of-Funds-Verordnung (EU) 2023/1113 müssen Kryptodienstleister bestimmte Absender- und Empfängerinformationen erfassen. Bei Einzahlungen von privaten Wallets kann BISON zusätzlich einen Nachweis der Wallet-Kontrolle verlangen.

Der Anbieter beschreibt dafür den sogenannten Satoshi-Test oder eine digitale Signatur. Bei einem Satoshi-Test muss eine exakt vorgegebene kleine Kryptomenge von der betreffenden Wallet übertragen werden. Ein bloßer Klick auf „Test abgeschlossen“ genügt nicht.

Prüfen Sie deshalb unter „Orders“ und „Aktivität“, ob eine Einzahlung in der Warteschleife steht. Nach Angaben von BISON kann der Verifizierungsvorgang zeitlich begrenzt sein; die endgültige Verarbeitung kann anschließend weitere Werktage benötigen.

Die dritte Spur: BISON möchte die Herkunft Ihrer Coins verstehen

Nicht jede verzögerte Gutschrift beruht auf einem technischen Problem. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 Geldwäschegesetz (GwG) müssen Verpflichtete Geschäftsbeziehungen risikoorientiert überwachen. Bei erhöhtem Risiko können nach § 15 GwG zusätzliche Prüfungen notwendig werden.

Nehmen wir unseren hypothetischen Anleger: Seine 0,8 Bitcoin stammen ursprünglich aus Käufen von 2017. Seither wurden sie mehrfach zwischen eigenen Wallets übertragen. Für eine Herkunftsprüfung genügt der aktuelle Blockchain-Eingang möglicherweise nicht.

Ich würde hier die ursprünglichen Banküberweisungen, Handelsabrechnungen und späteren Wallet-Transfers zusammenführen. Die Kontrolle über eine Wallet ist etwas anderes als der Nachweis des ursprünglichen Bitcoin-Erwerbs. Genau dieser Unterschied entscheidet über die Qualität der Unterlagen.

Wie lange dürfen die Coins bei BISON hängen bleiben?

Eine allgemeine gesetzliche Frist, nach der jede Krypto-Einzahlung automatisch freizugeben ist, existiert nicht. BISON weist selbst darauf hin, dass Blockchain-Bestätigungen, interne Kontrollen und manuelle Prüfungen zusätzliche Zeit benötigen können.

Anders liegt der Fall, wenn eine konkrete Transaktion Gegenstand einer Verdachtsmeldung nach § 43 GwG ist. Dann enthält § 46 GwG besondere Voraussetzungen für ihre Durchführung. Die häufig erwähnten drei Werktage sind aber keine allgemeine Freischaltungsfrist für sämtliche Kryptobestände.

Aus anwaltlicher Sicht kommt es deshalb darauf an, ob eine technische Zuordnung, eine noch offene Mitwirkungshandlung oder eine rechtliche Verfügungsbeschränkung vorliegt. Ohne diese Einordnung ist auch eine Fristsetzung wenig zielgerichtet.

So wird aus einer Support-Anfrage eine belastbare Forderung

Wer lediglich schreibt, dass seine Bitcoin verschwunden seien, liefert dem Kundensupport wenig Ansatzpunkte. Deutlich hilfreicher ist eine Nachricht mit Transaktionskennung, Kryptowährung, Betrag, Übertragungsdatum, Empfangsadresse und aktuellem Status.

Fragen Sie konkret: Ist der Eingang technisch registriert? Fehlt eine Wallet-Verifizierung? Werden weitere Absenderangaben benötigt? Ist eine manuelle Zuordnung erforderlich? Nutzen Sie dafür das offizielle BISON-Kontaktformular.

Meine Empfehlung lautet, sämtliche Antworten und Zeitpunkte zu dokumentieren. Bei längerem Stillstand oder erheblichen Beträgen kann eine formelle Beschwerde und anschließend eine anwaltliche Prüfung möglicher Gutschrift- und Herausgabeansprüche sinnvoll sein.

Wann ein Rechtsanwalt bei blockierten BISON-Coins helfen kann

Besonders problematisch wird es, wenn die Blockchain den Eingang bestätigt, alle angeforderten Verifizierungen erledigt sind und BISON dennoch keine verwertbare Erklärung liefert.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Bei der rechtlichen Prüfung unterscheide ich technische Übertragungsfehler, fehlende Mittelherkunftsnachweise und mögliche vertragliche Ansprüche. Ziel ist es, die konkrete Ursache festzustellen und die weitere Freigabe rechtlich zu klären.

Auf meinem seit 2021 betriebenen Fachportal mittelherkunftsnachweis.de können Sie mir Ihren Fall online oder per E-Mail für eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung schildern. Gerade bei älteren Bitcoin-Beständen und fehlenden Kaufbelegen kann eine sorgfältige Rekonstruktion der Vermögensherkunft entscheidend sein.