Geld aus Vietnam nach Deutschland überweisen: Wenn die Bank den Transfer verweigert oder das Konto sperrt
Sie haben Geld in Vietnam, können es aber nicht nach Deutschland überweisen? Dann sollten Sie zuerst den Zahlungsgrund klären. Denn Vietnam unterscheidet rechtlich zwischen familiärer Unterstützung, Erbschaften, eigenen Ersparnissen und Erlösen aus Immobiliengeschäften.
Selbst wenn die vietnamesische Bank eine Auslandsüberweisung ausführt, kann die deutsche Empfängerbank einen Mittelherkunftsnachweis verlangen. Bei einer Kontosperre kommt es darauf an, ob lediglich eine Zahlung geprüft wird oder das gesamte Guthaben betroffen ist.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Mein Schwerpunkt liegt auf Bankprüfungen, Mittelherkunftsnachweisen und Kontosperren. Über mein seit 2021 betriebenes Fachangebot mittelherkunftsnachweis.de biete ich eine kostenfreie Ersteinschätzung an.
Die vietnamesische Bank sagt Nein: Welche Vorschrift ist entscheidend?
Vietnam unterliegt Devisenbeschränkungen. Deshalb ist eine Auslandsüberweisung nicht schon deshalb zulässig, weil das Geld auf einem vietnamesischen Bankkonto liegt.
Das Rundschreiben 20/2022/TT-NHNN der vietnamesischen Zentralbank regelt bestimmte einseitige Geldübertragungen ins Ausland und weitere laufende Auslandstransaktionen.
Dazu gehören unter gesetzlichen Voraussetzungen auch Zahlungen für familiäre Unterstützung und bestimmte Vermögensübertragungen.
Fragen Sie die Bank nach der konkreten Transaktionskategorie und den fehlenden Dokumenten. Eine Überweisung als angebliche Studienfinanzierung zu bezeichnen, obwohl tatsächlich ein Immobilienerlös übertragen werden soll, kann erhebliche Probleme verursachen.
Fiktiver Fall: 160.000 Euro aus einem Hausverkauf in Ho-Chi-Minh-Stadt
Minh lebt in Düsseldorf. Seine Mutter verkauft in Vietnam ein Haus und möchte ihm einen Teil des Erlöses schenken.
Die vietnamesische Bank verlangt Nachweise zum Immobiliengeschäft. Die deutsche Bank kündigt ebenfalls eine Herkunftsprüfung an.
Der Fall ist ausdrücklich hypothetisch.
Hier müssen zwei Vorgänge sauber getrennt werden: Die Mutter hat zunächst einen Verkaufserlös erzielt. Anschließend möchte sie ihrem Sohn Vermögen schenken.
Der Hauskaufvertrag beweist nicht die Schenkung. Der Schenkungsvertrag beweist nicht die Herkunft des Verkaufserlöses.
Beide Rechtsgeschäfte benötigen deshalb eine eigenständige Dokumentation.
Was bedeutet das vietnamesische „Red Book“?
Bei vietnamesischen Immobilien ist die rechtliche Stellung des Verkäufers besonders wichtig.
Vietnam kennt kein privates Grundstückseigentum nach deutschem Muster. Maßgeblich sind insbesondere staatlich anerkannte Landnutzungsrechte und gegebenenfalls Eigentumsrechte an Gebäuden.
Die entsprechenden Zertifikate werden umgangssprachlich häufig als Red Book oder Pink Book bezeichnet.
Für die Bankprüfung können das maßgebliche Zertifikat, der Übertragungsvertrag, Steuerbelege und Kontoauszüge erforderlich sein.
Ein Dokument über Landnutzungsrechte allein beweist noch keinen tatsächlich erhaltenen Kaufpreis.
Immobiliensteuer: Warum ist der Auszahlungsbetrag niedriger?
Bei der Veräußerung vietnamesischer Immobilien durch Privatpersonen sieht das vietnamesische Einkommensteuerrecht grundsätzlich eine Besteuerung anhand des Übertragungswerts vor. Für entsprechende Veräußerungen beträgt der Steuersatz regelmäßig zwei Prozent, wobei Ausnahmen und besondere Bemessungsregeln zu prüfen sind.
Daneben können weitere Gebühren entstehen.
Seit 2026 sind zudem neue einkommensteuerrechtliche Durchführungsvorschriften relevant.
Wer den Nettoerlös nach Deutschland überweisen möchte, sollte deshalb den vereinbarten Preis, die steuerliche Abrechnung und den tatsächlichen Zahlungseingang gegenüberstellen.
Geld von Eltern aus Vietnam: Muss ich Schenkungsteuer zahlen?
Für eine Schenkung von Eltern an Kinder gilt in Deutschland grundsätzlich ein Freibetrag von 400.000 Euro je Elternteil innerhalb von zehn Jahren.
Nach § 30 ErbStG ist eine steuerbare Schenkung grundsätzlich innerhalb von drei Monaten anzuzeigen, sofern keine Ausnahme greift.
Ob in Vietnam ebenfalls steuerliche oder devisenrechtliche Pflichten bestehen, muss separat geprüft werden.
Im Beispiel von Minh könnte die Zuwendung innerhalb des deutschen Freibetrags liegen. Das beseitigt jedoch weder die vietnamesischen Überweisungsvorschriften noch die Prüfpflichten der deutschen Bank.
Erbschaft aus Vietnam: Wer darf das Nachlasskonto auflösen?
Bei geerbtem Vermögen ist zunächst nachzuweisen, wer Erbe geworden ist und zur Verfügung über das Geld berechtigt ist.
Je nach Sachverhalt kommen Testament, notarielle Erbschaftsvereinbarungen, Nachlassaufteilungsunterlagen oder gerichtliche Entscheidungen in Betracht.
Bei mehreren Erben muss außerdem nachvollziehbar sein, welcher Betrag dem einzelnen Empfänger zusteht.
Eine Bankauszahlung ersetzt keinen Nachweis der Erbenstellung. Die deutsche Erbschaftsteuer ist zusätzlich anhand der persönlichen Steuerpflicht und des Verwandtschaftsverhältnisses zu prüfen.
Deutsche Bank sperrt den Zahlungseingang: Was kann ein Anwalt prüfen?
Deutsche Banken müssen nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 Geldwäschegesetz Transaktionen überwachen. Bei erhöhten Risiken können zusätzliche Pflichten nach § 15 GwG entstehen.
Eine Nachfrage zur Herkunft bedeutet aber nicht automatisch, dass eine dauerhafte Kontosperre rechtmäßig ist.
Bei der anwaltlichen Prüfung kommt es auf die konkrete Einschränkung, die eingereichten Dokumente und die Kommunikation mit der Bank an.
Gegebenenfalls kann eine rechtliche Stellungnahme den Zusammenhang zwischen vietnamesischem Vermögenserwerb und deutschem Zahlungseingang erläutern. Bei fortdauernden Einschränkungen sind weitere rechtliche Schritte zu prüfen.
100.000 Euro aus Vietnam: AWV-Meldung und Bargeld
Bestimmte grenzüberschreitende Zahlungen von mehr als 50.000 Euro unterliegen nach § 67 Außenwirtschaftsverordnung der deutschen Meldepflicht. Reine Überträge zwischen eigenen Konten sind grundsätzlich ausgenommen.
Bei Bargeld gelten andere Regeln: Vietnam verlangt bei internationalen Grenzübertritten grundsätzlich eine Zollerklärung für mitgeführte Fremdwährung über 5.000 US-Dollar Gegenwert oder über 15 Millionen vietnamesische Dong.
Bei der Einreise über eine EU-Außengrenze müssen Barmittel ab 10.000 Euro grundsätzlich unaufgefordert angemeldet werden.
Eine Zollerklärung ersetzt keinen Nachweis darüber, wie das Geld erworben wurde.
Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweis Vietnam
Bei Geldtransfers aus Vietnam entscheidet häufig die richtige Zuordnung der Unterlagen: Wer hat das Vermögen erworben, weshalb erhält der Empfänger das Geld und welche Bank hält die Zahlung zurück?
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Ich prüfe insbesondere die rechtlichen Fragen bei Mittelherkunftsnachweisen, Geldwäscheprüfungen und eingeschränkten Bankkonten.
Über mittelherkunftsnachweis.de, mein seit 2021 betriebenes Fachangebot, können Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern, wenn Ihre Überweisung aus Vietnam nicht ausgeführt oder Ihr deutsches Konto nach dem Zahlungseingang eingeschränkt wird.