Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Geld aus Südkorea nach Deutschland überweisen: Wenn Won-Guthaben, Jeonse-Kaution oder Elternschenkung Probleme machen

Veröffentlicht am 13.10.2026 –

Die südkoreanische Bank verlangt plötzlich Herkunftsbelege, obwohl das Geld Ihnen gehört? Oder ist die Überweisung bereits in Deutschland angekommen, aber Ihr Konto wurde eingeschränkt? Dann muss zuerst festgestellt werden, welches Institut die Verfügung verhindert und welche Vorschrift dahintersteht.

Südkorea erlaubt grundsätzlich internationale Vermögensübertragungen. Allerdings gelten je nach Wohnsitz, Staatsangehörigkeit, Zahlungszweck und Betrag unterschiedliche Devisenverfahren. Eine allgemeine gesetzliche Obergrenze für jede Überweisung nach Deutschland gibt es nicht.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Mein Tätigkeitsschwerpunkt umfasst Mittelherkunftsnachweise, Geldwäscheprüfungen und Bankkontosperren. Über mein seit 2021 betriebenes Fachangebot mittelherkunftsnachweis.de biete ich eine kostenfreie Ersteinschätzung an.

Die Bank will wissen, warum Ihr Vermieter 180 Millionen Won überwiesen hat

Eine südkoreanische Besonderheit ist das Mietsystem Jeonse. Dabei zahlt der Mieter dem Vermieter eine hohe Kaution, statt ausschließlich eine gewöhnliche monatliche Miete zu entrichten.

Am Ende des Mietverhältnisses muss diese Kaution nach den vertraglichen und gesetzlichen Voraussetzungen zurückgezahlt werden.

Ein ausdrücklich fiktives Beispiel: Hana hat mehrere Jahre in Seoul gelebt und zieht nach Stuttgart. Ihr ehemaliger Vermieter erstattet ihr 180 Millionen Won. Sie möchte das Geld anschließend auf ihr deutsches Konto übertragen.

Die deutsche Bank fragt nach dem Zahlungseingang. Hana legt lediglich die letzte Überweisungsbestätigung vor.

Das genügt möglicherweise nicht. Denn die Bank kann daraus nicht erkennen, dass es sich um die Rückzahlung einer zuvor geleisteten Mietkaution handelt.

Welche Belege helfen bei einer Jeonse-Rückzahlung?

Entscheidend sind der ursprüngliche Mietvertrag, der Nachweis der damaligen Kautionszahlung, die Beendigung des Mietverhältnisses und die Rückerstattung.

In Südkorea können zusätzlich registrierungsbezogene Mietunterlagen und Dokumente über bestehende Sicherungsrechte Bedeutung haben.

Besonders wichtig: Die Rückzahlung einer eigenen Kaution ist grundsätzlich etwas anderes als eine Schenkung oder neues Arbeitseinkommen.

Wurde die Kaution teilweise durch ein Darlehen finanziert, muss außerdem geklärt werden, ob ein Teil der Rückzahlung unmittelbar an die finanzierende Bank ging.

Südkoreanische Bank verweigert die Überweisung: Sind 50.000 Dollar die Grenze?

Für bestimmte Auslandsüberweisungen ausländischer Staatsangehöriger sieht das südkoreanische Devisenrecht eine vereinfachte Abwicklung bis zu 50.000 US-Dollar jährlich über eine dafür bestimmte Devisenbank vor.

Bei höheren Beträgen können zusätzliche Herkunftsnachweise erforderlich werden.

Die 50.000-Dollar-Grenze ist keine pauschale Verbotsgrenze für größere Transfers.

Bei nachgewiesenem Arbeitseinkommen, einer Kautionsrückzahlung oder anderen rechtmäßigen Vermögenspositionen können andere Voraussetzungen gelten.

Die Bank sollte deshalb konkret mitteilen, welche Transaktionskategorie sie zugrunde legt.

Meine Eltern schicken Geld aus Südkorea – weshalb droht eine Steuerprüfung?

Bei familiären Zuwendungen sind zwei Steuerordnungen zu beachten.

In Deutschland beträgt der Schenkungsteuerfreibetrag für Kinder grundsätzlich 400.000 Euro je Elternteil innerhalb von zehn Jahren. Eine steuerbare Schenkung ist nach § 30 ErbStG grundsätzlich innerhalb von drei Monaten anzuzeigen, soweit keine Ausnahme greift.

Südkorea kennt ebenfalls eine Schenkungsteuer. Ihre Anwendung hängt insbesondere vom steuerlichen Wohnsitz, der Belegenheit des Vermögens und weiteren gesetzlichen Voraussetzungen ab.

Dass die deutsche Schenkung innerhalb des Freibetrags liegt, bedeutet nicht automatisch Steuerfreiheit in Südkorea.

Außerdem sollte die Herkunft des elterlichen Vermögens durch geeignete Unterlagen nachvollziehbar sein.

Erbschaft aus Südkorea: Warum ist die Familienbeziehung allein nicht ausreichend?

Bei einem südkoreanischen Nachlass können Familienregisterunterlagen, Testamente und Vereinbarungen zur Erbauseinandersetzung relevant werden.

Entscheidend ist, welcher Erbe welchen Vermögensgegenstand oder Geldbetrag erhält.

Südkorea verfügt über eigene erbschaftsteuerliche Regelungen. Ob daneben deutsche Erbschaftsteuer entsteht, hängt von den persönlichen und sachlichen Anknüpfungspunkten ab.

Bei mehreren Erben ist eine Kontogutschrift ohne nachvollziehbare Nachlassverteilung häufig erklärungsbedürftig.

Eine rechtliche Prüfung sollte deshalb den Erbanspruch, die Nachlassabrechnung und den tatsächlichen Zahlungsweg miteinander abgleichen.

Deutsche Bank blockiert die Gutschrift: Welche Rechte haben Sie?

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 Geldwäschegesetz müssen deutsche Banken Geschäftsbeziehungen und Transaktionen überwachen. § 15 GwG sieht unter bestimmten Voraussetzungen verstärkte Sorgfaltspflichten vor.

Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Kontosperre automatisch zulässig ist.

Bei der anwaltlichen Prüfung wird unterschieden, ob eine einzelne Zahlung überprüft, das Konto insgesamt eingeschränkt oder die Geschäftsbeziehung beendet wurde.

Bei einer Verdachtsmeldung können zusätzlich §§ 43 und 46 GwG einschlägig sein.

Entscheidend ist, ob die vorhandenen Unterlagen den tatsächlichen wirtschaftlichen Vorgang erklären und auf welcher Grundlage die Bank weiterhin eine Verfügung verweigert.

Won in Euro umtauschen: Warum stimmt der Betrag nicht überein?

Südkorea gehört nicht zum SEPA-Raum. Internationale Überweisungen erfolgen regelmäßig über Bankverbindungen mit entsprechender Währungsumrechnung.

Dabei können Wechselkursdifferenzen, Gebühren und zwischengeschaltete Banken den endgültigen Eurobetrag beeinflussen.

Bei Hanas Kautionsrückzahlung sollten deshalb sowohl die Auszahlung in Won als auch die Umrechnung und die deutsche Gutschrift dokumentiert werden.

Eine betragsmäßige Abweichung ist nicht automatisch verdächtig, wenn ihre Ursache nachgewiesen werden kann.

Bundesbankmeldung und Bargeld: Welche Grenzen gelten?

Bestimmte grenzüberschreitende Zahlungen von mehr als 50.000 Euro können nach § 67 Außenwirtschaftsverordnung meldepflichtig sein. Reine Überträge zwischen eigenen Konten sind grundsätzlich ausgenommen.

Wer Zahlungsmittel im Gegenwert von mehr als 10.000 US-Dollar aus Südkorea ausführt, muss die einschlägigen koreanischen Erklärungs- beziehungsweise Bestätigungspflichten beachten. Die Anforderungen unterscheiden sich nach Status und Verwendungszweck.

Bei der Einreise über die EU-Außengrenze sind Barmittel ab 10.000 Euro grundsätzlich unaufgefordert anzumelden.

Diese Erklärungen ersetzen keinen Mittelherkunftsnachweis gegenüber der deutschen Bank.

Anwalt für Mittelherkunftsnachweis Südkorea – Martin Wehrmann

Bei Geld aus Südkorea liegt die Lösung häufig in der präzisen rechtlichen Einordnung: Handelt es sich um eine zurückgezahlte Jeonse-Kaution, eine familiäre Zuwendung, eine Erbschaft oder eigenes Erwerbseinkommen?

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Ich befasse mich mit Mittelherkunftsnachweisen, Kontosperren und der rechtlichen Bewertung grenzüberschreitender Zahlungsvorgänge.

Über mein seit 2021 betriebenes Fachangebot mittelherkunftsnachweis.de erhalten Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung, wenn Ihre südkoreanische Bank eine Überweisung verweigert oder Ihre deutsche Bank den Zugriff auf das eingegangene Geld einschränkt.