Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Indien: Warum 100.000 Euro auf dem NRO-Konto festhängen und deutsche Banken Nachweise fordern

Veröffentlicht am 13.10.2026 –

Ihr Vermögen liegt in Indien, aber die indische Bank verweigert die Auszahlung oder Ihre deutsche Bank akzeptiert den Zahlungseingang nicht? Häufig liegt das Problem an indischen Devisenvorschriften, steuerlichen Bescheinigungen oder einer unzureichend dokumentierten Vermögensherkunft. Besonders bei Immobilienverkäufen, Erbschaften und Familienvermögen müssen die Anforderungen beider Länder berücksichtigt werden.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann, spezialisiert auf Mittelherkunftsnachweise, Vermögensherkunft und Bankprüfungen. Mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht unterstütze ich Betroffene bei der rechtlichen Klärung. Auf mittelherkunftsnachweis.de können Sie Ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung erhalten.

Indisches Bankkonto: Warum entscheidet der Kontotyp über die Auszahlung?

Indien unterscheidet insbesondere zwischen NRO-, NRE- und FCNR(B)-Konten. Diese Konten unterliegen unterschiedlichen Vorschriften für Auslandszahlungen.

Bei einem NRO-Konto können beispielsweise Immobilienerlöse, indische Mieteinnahmen oder Erbschaftsvermögen liegen. Für bestimmte Vermögenstransfers gilt grundsätzlich eine Grenze von einer Million US-Dollar pro indischem Finanzjahr.

Meine Empfehlung: Lassen Sie vor der Auszahlung schriftlich prüfen, welche Kontokategorie vorliegt und welche Vorschriften des indischen Foreign Exchange Management Act (FEMA) gelten.

Immobilienverkauf in Mumbai oder Delhi: Welche Unterlagen sind entscheidend?

Beim Verkauf indischer Immobilien sollten der registrierte Kaufvertrag (Sale Deed), der ursprüngliche Erwerbsnachweis und die Kontoauszüge gesichert werden.

Zusätzlich können Nachweise über indische Steuerabzüge, insbesondere TDS, erforderlich sein. Der tatsächlich gutgeschriebene Betrag kann deshalb vom vertraglichen Kaufpreis abweichen.

Für die deutsche Bank sollte dieser Unterschied verständlich dokumentiert werden. Andernfalls entstehen vermeidbare Rückfragen zur Mittelherkunft.

Form 15CA und 15CB: Warum verzögert sich die Freigabe?

Bei bestimmten Zahlungen aus Indien an Personen im Ausland sind steuerliche Erklärungen erforderlich. Hierzu gehören die indischen Formulare 15CA und 15CB beziehungsweise die jeweils geltenden Nachfolgeformulare.

Ein indischer Chartered Accountant kann bei bestimmten steuerpflichtigen Auslandszahlungen die erforderliche steuerliche Bescheinigung erstellen.

Wichtig: Nicht jede private Zahlung benötigt beide Formulare. Zahlungsgrund, Steuerpflicht und mögliche Ausnahmen müssen vorab geprüft werden.

Indische Erbschaft: Wie weisen Angehörige ihren Anspruch nach?

Bei Nachlassvermögen können ein indisches Succession Certificate, ein Probate oder andere geeignete Erbnachweise erforderlich sein.

Welches Dokument benötigt wird, hängt unter anderem von der Vermögensart und den anwendbaren indischen Erbrechtsvorschriften ab.

Bei größeren Erbschaften empfehle ich, den Erbnachweis mit einer Aufstellung des Nachlassvermögens und den tatsächlichen Auszahlungsbelegen zu verbinden.

5.000 bis 1 Million Euro: Wann reagieren deutsche Banken?

Eine feste gesetzliche Freigrenze für Bankprüfungen existiert nicht. Schon bei 5.000, 10.000, 15.000, 20.000 oder 25.000 Euro können Herkunftsfragen entstehen.

Bei 50.000, 75.000, 100.000 oder 200.000 Euro sind vollständige Unterlagen besonders hilfreich. Dasselbe gilt für 500.000 Euro oder eine Million Euro.

Eine ungewöhnliche Zahlung kann unabhängig vom Betrag geprüft werden. Eine Verdachtsmeldung nach § 43 GwG setzt entsprechende Verdachtsmomente voraus.

AWV-Meldung und Finanzamt: Welche deutschen Pflichten bestehen?

Bei bestimmten Zahlungen zwischen in Deutschland und im Ausland ansässigen Personen von mehr als 50.000 Euro besteht grundsätzlich eine AWV-Meldepflicht gegenüber der Bundesbank. Eigene Kontoüberträge sind regelmäßig ausgenommen.

Schenkungen von indischen Eltern oder Geschwistern können deutsche Schenkungsteuer- und Anzeigepflichten auslösen. Bei Erbschaften gilt ebenfalls eine gesonderte steuerliche Prüfung.

Bei indischen Immobilienverkäufen sind insbesondere § 23 EStG und das deutsch-indische Doppelbesteuerungsabkommen zu berücksichtigen. Der bloße Eingang eigener Ersparnisse begründet dagegen keine neue Einkommensteuer.

Indische Bank oder deutsches Konto blockiert: Was ist jetzt sinnvoll?

Klären Sie zuerst, welche Bank die Zahlung tatsächlich zurückhält. Fordern Sie Zahlungsreferenzen, Ablehnungsgründe und fehlende Dokumente an.

Ich empfehle, indische Steuerunterlagen, FEMA-relevante Nachweise und die deutsche Herkunftsdokumentation aufeinander abzustimmen. Widersprüchliche Angaben können zusätzliche Prüfungen verursachen.

Vermeiden Sie künstliche Teilzahlungen über Angehörige oder andere Konten. Dadurch lassen sich rechtliche Beschränkungen nicht zuverlässig umgehen.

Anwalt für indisches Vermögen: Wie kann ich unterstützen?

Ich prüfe die Anforderungen deutscher Banken, die vorhandenen Herkunftsbelege und mögliche steuerliche oder außenwirtschaftsrechtliche Pflichten.

Entscheidend ist eine lückenlose Erklärung vom ursprünglichen Vermögenserwerb bis zur geplanten Verwendung in Deutschland. Bei komplexen indischen Sachverhalten kann zusätzlich eine Prüfung durch einen indischen Rechts- oder Steuerberater erforderlich sein.

Als Rechtsanwalt Martin Wehrmann beschäftige ich mich über mittelherkunftsnachweis.de seit 2021 vertieft mit Herkunftsnachweisen und Vermögensdokumentation. Schildern Sie Ihren Fall für eine kostenfreie Ersteinschätzung – online oder per E-Mail.