Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Italienische Immobilie verkauft – warum hält die deutsche Bank den Kaufpreis zurück?

Veröffentlicht am 13.10.2026 –

Die Wohnung am Gardasee ist verkauft, der italienische Notar hat den Vertrag beurkundet. Trotzdem bleibt eine Überweisung über 180.000 Euro auf dem deutschen Konto hängen. Was fehlt der Bank, obwohl der Verkauf rechtmäßig abgeschlossen wurde?

Bei Geld aus Italien sind oft nicht zusätzliche Erklärungen, sondern die richtigen Abrechnungsunterlagen entscheidend. Daneben müssen Sie Bundesbankmeldungen und mögliche Steuerpflichten eigenständig prüfen.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Seit 2021 unterstütze ich über mittelherkunftsnachweis.de bei internationalen Herkunftsprüfungen. Dort biete ich eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung an.

Der Kaufpreis ist eingegangen – aber wer hat ihn überwiesen?

Bei italienischen Immobiliengeschäften kann der Zahlungsweg über den Notar oder ein besonderes Treuhandkonto, das conto dedicato, führen.

Dann erscheint möglicherweise nicht der Käufer als unmittelbarer Absender.

Fordern Sie den endgültigen Rogito notarile und die Zahlungsabrechnung an. Im notariellen Kaufvertrag werden grundsätzlich auch die Zahlungsmodalitäten festgehalten.

Stimmen Zahlungseingang und Vertragskaufpreis nicht überein, klären Sie mögliche Hypothekenablösungen, Teilzahlungen und Kosten.

10.000, 50.000 oder 500.000 Euro: Welche Bankprüfung droht?

Schon 5.000 oder 15.000 Euro können Rückfragen auslösen. Bei 25.000, 75.000 oder 100.000 Euro hängt der Prüfungsumfang unter anderem vom bisherigen Kontoverhalten ab.

Für 200.000 Euro bis zu einer Million Euro empfehle ich eine frühzeitige Abstimmung mit der Empfängerbank.

Eine gesetzliche Überweisungsobergrenze existiert nicht. Die Bank darf jedoch risikoorientiert Herkunftsnachweise verlangen.

Bei einer Blockierung sollten Sie schriftlich erfragen, welche Unterlagen fehlen. Künstliche Teilüberweisungen können zusätzliche Verdachtsmomente schaffen.

Erbschaft oder Schenkung aus Italien: Welche Fristen laufen?

Bei einem italienischen Nachlass ist die Dichiarazione di successione wichtig. Sie muss grundsätzlich innerhalb von zwölf Monaten eingereicht werden, soweit keine Ausnahme besteht.

Bei einer Schenkung sollten Sie den Rechtsgrund und den ursprünglichen Vermögenserwerb des Schenkers dokumentieren.

Achtung: Besteht ein deutscher Steuerbezug, kann zusätzlich nach § 30 ErbStG eine Anzeige innerhalb von drei Monaten erforderlich sein.

Italienische und deutsche Freibeträge beziehungsweise Steuerpflichten sind unabhängig voneinander zu prüfen.

Bundesbankmeldung: Warum 50.000 Euro nicht immer meldepflichtig sind

Nach § 67 AWV sind bestimmte Zahlungen zwischen in Deutschland und im Ausland ansässigen Personen von mehr als 50.000 Euro meldepflichtig.

Entscheidend sind Wohnsitz und Zahlungsgrund, nicht die italienische Staatsangehörigkeit oder die bloße Herkunft des Kontos.

Überträge zwischen eigenen Konten sind grundsätzlich ausgenommen. Bei einer Zahlung des italienischen Käufers an einen in Deutschland ansässigen Verkäufer kann dagegen eine Meldung erforderlich sein.

Privatpersonen können gelegentliche meldepflichtige Zahlungen nach den Bundesbankvorgaben telefonisch oder per E-Mail melden. Versäumnisse sollten zeitnah geklärt werden.

Muss der Verkaufserlös in Deutschland versteuert werden?

Nicht die Überweisung selbst, sondern der zugrunde liegende Vorgang kann steuerpflichtig sein.

Bei Immobilienverkäufen kommt es unter anderem auf Anschaffungszeitpunkt, Nutzung, steuerliche Ansässigkeit und das Doppelbesteuerungsabkommen an.

Ich rate davon ab, aus einer italienischen Steuerzahlung automatisch auf vollständige Steuerfreiheit in Deutschland zu schließen.

Eigene Ersparnisse werden durch einen bloßen Kontowechsel grundsätzlich nicht erneut besteuert. Ausländische Konten können allerdings Gegenstand des steuerlichen Informationsaustauschs sein.

Bargeld und fehlende Unterlagen: Was jetzt tun?

Wer innerhalb der EU mit mindestens 10.000 Euro Barmitteln nach Deutschland reist, muss auf Nachfrage des deutschen Zolls Angaben machen. Italienische Ausfuhr- und Anmeldevorschriften sind zusätzlich zu beachten.

Fehlen ältere italienische Bankunterlagen, können Sie bei der Bank gezielt historische Belege anfordern. Für bestimmte Bankunterlagen besteht nach italienischem Recht ein Auskunftsanspruch für zurückliegende Vorgänge.

Mein Vorgehen: Erst den Vermögenserwerb klären, dann den Zahlungsweg dokumentieren und schließlich Steuer- und AWV-Pflichten prüfen.

Als Rechtsanwalt Martin Wehrmann unterstütze ich Sie mit WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht bei Herkunftsfragen zu italienischem Vermögen.

Über mittelherkunftsnachweis.de können Sie Ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung erhalten.