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und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis Großbritannien: Britische Vermögenswerte richtig belegen

Veröffentlicht am 13.10.2026 –

Wer nach Jahren in London, Manchester oder Edinburgh Geld auf ein deutsches Konto überträgt, besitzt oft zahlreiche britische Finanzunterlagen. Trotzdem kann eine entscheidende Information fehlen: Aus welchem konkreten Vorgang ist das Vermögen ursprünglich entstanden?

Das britische Steuer- und Finanzsystem bietet hierfür besondere Nachweismöglichkeiten. P60, SA302, ISA-Abrechnungen oder eine Completion Statement erfüllen jedoch völlig unterschiedliche Aufgaben. Wer ihre Bedeutung kennt, kann Rückfragen einer deutschen Bank wesentlich gezielter beantworten.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Seit 2021 betreibe ich das Fachportal mittelherkunftsnachweis.de und berate zu internationalen Vermögensnachweisen. Sie können mir Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung erhalten.

P60, P45 und P11D: Drei Dokumente, drei Funktionen

Bei britischen Arbeitsverhältnissen ist das P60 ein wichtiger Jahresnachweis. Es enthält Angaben zum Arbeitsentgelt und zur abgeführten Einkommensteuer innerhalb des britischen Steuerjahres.

Das P45 wird dagegen beim Ausscheiden aus einem Arbeitsverhältnis ausgestellt. Es dokumentiert unter anderem die bis dahin erfassten Einkünfte und Steuerabzüge.

Das P11D kann zusätzlich relevant sein, wenn ein Arbeitnehmer bestimmte steuerpflichtige Sachleistungen erhalten hat.

Für einen Mittelherkunftsnachweis würde ich diese Unterlagen nicht einfach zusammenheften. Entscheidend ist, welche Einnahmen tatsächlich auf dem Konto angekommen sind und wie daraus Ersparnisse entstanden.

Warum das britische Steuerjahr für Verwirrung sorgt

Anders als in Deutschland läuft das britische Steuerjahr grundsätzlich vom 6. April bis zum 5. April des Folgejahres.

Eine P60-Bescheinigung für 2024/25 deckt daher nicht das deutsche Kalenderjahr 2024 ab.

Wer mehrere Jahre Einkommen nachweisen möchte, sollte diese zeitliche Verschiebung berücksichtigen.

Mein Rat: Ordnen Sie Gehalts- und Steuerunterlagen nach ihren tatsächlichen Abrechnungszeiträumen. Sonst können scheinbare Lücken entstehen, obwohl sämtliche Einkünfte dokumentiert sind.

Selbstständig in Großbritannien: Was der SA302 aussagt

Bei selbstständiger Tätigkeit kommt häufig das Self Assessment-Verfahren der britischen Steuerbehörde HM Revenue & Customs (HMRC) zum Einsatz.

Die Steuerberechnung SA302 zeigt unter anderem steuerlich erfasste Einkünfte, Freibeträge und die berechnete Steuerschuld.

Ergänzend lässt sich ein Tax Year Overview beschaffen.

Beide Dokumente sind hilfreich, ersetzen aber weder Geschäftsunterlagen noch Kontoauszüge.

Ich würde besonders darauf achten, steuerlichen Gewinn und tatsächlich vorhandenes Privatvermögen auseinanderzuhalten. Nicht jeder erwirtschaftete Gewinn wurde anschließend angespart.

ISA-Konto: Warum Kapitalerträge in der Steuererklärung fehlen können

Eine britische Besonderheit ist das Individual Savings Account (ISA).

Innerhalb der gesetzlichen Regeln können Zinsen, Dividenden und bestimmte Wertsteigerungen in einem ISA von britischer Einkommen- beziehungsweise Kapitalertragsteuer befreit sein.

Deshalb erscheinen solche Erträge möglicherweise nicht in der gewöhnlichen Einkommensteuererklärung.

Das bedeutet keineswegs, dass ihre Herkunft unbelegt bleiben muss.

Aussagekräftig sind die historischen ISA-Kontoauszüge, Einzahlungen und Verkaufsabrechnungen. Sie können zeigen, wie sich das Anlagevermögen entwickelt hat.

Premium Bonds: Ein Gewinn ohne gewöhnliche Zinsabrechnung

Bei Premium Bonds des staatlichen Sparanbieters National Savings and Investments (NS&I) werden keine herkömmlichen Sparzinsen gezahlt.

Stattdessen nehmen die gehaltenen Bonds an monatlichen Gewinnauslosungen teil.

Gewinne sind nach britischem Recht grundsätzlich steuerfrei.

Erhält jemand einen größeren Betrag, sollte daher geklärt werden, ob es sich um die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals oder um einen tatsächlichen Gewinn handelt.

Ich empfehle, Gewinnmitteilungen und Auszahlungsnachweise getrennt aufzubewahren.

Immobilienverkauf: Die Completion Statement ist oft entscheidend

Beim Verkauf einer Immobilie in England oder Wales wird die Abwicklung regelmäßig durch einen Solicitor oder Conveyancer begleitet.

Dieser erstellt typischerweise eine Completion Statement.

Sie zeigt, wie sich der Kaufpreis auf Hypothekenablösung, Kosten und den verbleibenden Auszahlungsbetrag verteilt.

Gerade wenn die deutsche Bank einen deutlich geringeren Betrag als den vertraglichen Kaufpreis sieht, kann diese Abrechnung die Differenz erklären.

Meine Empfehlung: Verwenden Sie die endgültige Abrechnung zusammen mit dem Kaufvertrag und der tatsächlichen Gutschrift.

Land Registry: Was ein Title Register beweist

Für registrierte Immobilien in England und Wales führt HM Land Registry das Eigentumsregister.

Das Title Register kann unter anderem Eigentümer, bestimmte Belastungen und weitere rechtlich relevante Eintragungen ausweisen.

Es ist damit ein wichtiger Nachweis über die Immobilie.

Allerdings enthält es nicht automatisch die vollständige finanzielle Abwicklung eines späteren Verkaufs.

Außerdem bestehen in Schottland und Nordirland eigene Grundbuchsysteme. Ein englischer Registerauszug ist deshalb nicht für sämtliche Immobilien im Vereinigten Königreich das passende Dokument.

Erbschaft aus Großbritannien: Probate bedeutet nicht Auszahlung

Bei einem Nachlass in England und Wales kann ein Grant of Probate die Befugnis des Testamentsvollstreckers beziehungsweise Nachlassverwalters belegen.

Fehlt ein Testament, kann stattdessen ein Grant of Letters of Administration relevant sein.

Diese Dokumente erklären jedoch nicht zwingend, welcher Betrag dem einzelnen Begünstigten tatsächlich zufließt.

Hierfür können die Estate Accounts, also die Nachlassabrechnungen, besonders hilfreich sein.

Ich würde die Nachlassabrechnung mit dem konkreten Zahlungseingang abgleichen. Für Schottland und Nordirland sind die jeweils eigenen erbrechtlichen Verfahren zu beachten.

Britische Pension: Auszahlung oder laufendes Einkommen?

Das Vereinigte Königreich kennt unterschiedliche Formen betrieblicher und privater Altersvorsorge.

Bei Defined Contribution Pensions hängt die Leistung grundsätzlich vom aufgebauten Anlagevermögen und den Bedingungen des jeweiligen Vorsorgeplans ab.

Unter gesetzlichen Voraussetzungen können Kapitalbeträge entnommen werden; die steuerliche Behandlung hängt von der konkreten Auszahlung ab.

Für die Herkunftsprüfung sind deshalb Pensionsübersichten, Leistungsentscheidungen und Auszahlungsabrechnungen relevant.

Eine einmalige Pensionszahlung sollte nicht ohne Weiteres als gewöhnliches Monatsgehalt dargestellt werden.

Pfund Sterling: Der Zeitpunkt der Umrechnung zählt

Bei Vermögen aus Großbritannien ist häufig der Wechsel von Pfund Sterling (GBP) in Euro zu erklären.

Besonders bei älteren Sparguthaben oder Wertpapierverkäufen können Wechselkursveränderungen den Eurogegenwert erheblich beeinflussen.

Ich würde deshalb den ursprünglichen GBP-Betrag, das Umtauschdatum und den tatsächlich angewandten Kurs dokumentieren.

So lassen sich Unterschiede zwischen historischen Vermögenswerten und dem späteren Eurozufluss nachvollziehen.

Was bedeutet das für die deutsche Bank?

Deutsche Kreditinstitute müssen nach § 10 Geldwäschegesetz (GwG) risikoorientierte Sorgfaltspflichten erfüllen. Dazu können Nachfragen zur Herkunft größerer Vermögenswerte gehören.

Britische Steuerunterlagen, Anlageabrechnungen und Eigentumsnachweise können diese Fragen beantworten – allerdings jeweils nur innerhalb ihres Aussagebereichs.

Meine anwaltliche Empfehlung: Stellen Sie nicht möglichst viele Unterlagen zusammen, sondern die Dokumente, die den konkreten Vermögenserwerb und die spätere Zahlung tatsächlich erklären.

Mittelherkunftsnachweis Vereinigtes Königreich: Anwaltliche Unterstützung

Ob frühere Beschäftigung, selbstständige Tätigkeit, ISA-Anlage, Immobilienverkauf oder Erbschaft: Für Vermögen aus dem Vereinigten Königreich existieren zahlreiche spezifische Nachweisdokumente.

Als Rechtsanwalt Martin Wehrmann unterstütze ich Sie mit WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht bei der rechtlichen Bewertung britischer Unterlagen und der Vorbereitung einer nachvollziehbaren Herkunftserklärung.

Sie benötigen einen Mittelherkunftsnachweis für Geld aus Großbritannien? Über mittelherkunftsnachweis.de können Sie Ihren Sachverhalt online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung anfordern.