Mittelherkunftsnachweis HSBC: Wenn HSBC wissen möchte, woher Geld oder Vermögen stammt
Ein Unternehmer verkauft nach mehr als 20 Jahren seine Beteiligung an einer internationalen Handelsgesellschaft. Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 680.000 Euro. Allerdings kommt das Geld nicht in einer einzigen Überweisung: Ein Teil wird unmittelbar gezahlt, ein weiterer Betrag verbleibt zunächst auf einem Treuhandkonto und die letzte Rate folgt sechs Monate später. Als das Vermögen anschließend bei HSBC zusammengeführt wird, soll der Kunde die Herkunft der Mittel nachweisen.
Für den Betroffenen ist die Antwort zunächst offensichtlich: „Das Geld stammt aus meinem Unternehmensverkauf.“ Ein Mittelherkunftsnachweis bei HSBC kann aber eine genauere Darstellung erfordern. HSBC erläutert selbst, dass die Bank in bestimmten Fällen die Herkunft von Mitteln überprüfen und hierzu geeignete Nachweise von Kunden anfordern muss.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich als Spezialist und Experte mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und Vermögensherkunft gegenüber Banken, dem Finanzamt und anderen prüfenden Stellen. Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit Mittelherkunft für Geld, Kryptowährungen, Edelmetalle und andere Vermögenswerte. Wenn HSBC einen Herkunftsnachweis verlangt, können Sie Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt Martin Wehrmann erhalten.
HSBC fragt nach Mittelherkunft: Was bedeutet das konkret?
Zunächst muss festgestellt werden, welche Frage tatsächlich gestellt wird. Geht es um eine konkrete Überweisung von 200.000 Euro oder soll erklärt werden, wie ein wesentlich größeres Gesamtvermögen entstanden ist?
Das ist nicht dasselbe. Die Herkunft eines einzelnen Geldbetrags kann beispielsweise durch einen Unternehmensverkauf erklärt werden. Die weitergehende Vermögensherkunft kann dagegen viele Jahre unternehmerischer Tätigkeit umfassen.
HSBC verarbeitet nach eigenen Angaben im Rahmen ihrer Bankbeziehungen auch Informationen zur finanziellen Situation, einschließlich der Herkunft von Vermögenswerten.
Warum HSBC bei internationalen Vermögen besonders genau hinschauen kann
HSBC Deutschland ist stark international ausgerichtet und arbeitet insbesondere mit Unternehmen, institutionellen Kunden und international ausgerichteten Vermögenskunden.
Das bedeutet nicht, dass Geld aus dem Ausland automatisch problematisch wäre. Ein Kunde kann vollkommen legitim Vermögen aus einer Schweizer Beteiligung, einer US-amerikanischen Tätigkeit oder einer asiatischen Investition besitzen.
Für den Herkunftsnachweis ist entscheidend, dass der wirtschaftliche Ursprung hinter den internationalen Zahlungswegen verständlich bleibt.
Unser Fall: 680.000 Euro kommen in drei Etappen
Beim Unternehmer aus der Einleitung stammen alle drei Zahlungen aus demselben wirtschaftlichen Vorgang.
Die erste Zahlung beträgt beispielsweise 400.000 Euro. Weitere 180.000 Euro werden zunächst treuhänderisch zurückbehalten. Die letzten 100.000 Euro werden nach Eintritt bestimmter Vertragsbedingungen fällig.
Wer nur drei Kontoauszüge vorlegt, zeigt drei Zahlungseingänge. Wer zusätzlich den zugrunde liegenden Beteiligungsverkauf erklärt, macht dagegen verständlich, warum diese drei Beträge wirtschaftlich zusammengehören.
Treuhandkonto ist keine eigene Mittelherkunft
Bei größeren Transaktionen werden Kaufpreise häufig nicht unmittelbar vollständig vom Käufer an den Verkäufer gezahlt.
Ein Teil kann auf einem Treuhand- oder Abwicklungskonto liegen. Später zahlt der Treuhänder das Geld aus.
Der Treuhänder ist dann vielleicht der sichtbare Überweisungsabsender. Die eigentliche Mittelherkunft bleibt aber der Verkauf der Unternehmensbeteiligung.
HSBC Mittelherkunft bei Holding-Strukturen
Noch komplexer können Zahlungen aus einer Holdingstruktur sein.
Ein Unternehmer hält seine Beteiligungen beispielsweise nicht unmittelbar privat, sondern über eine Gesellschaft. Später werden Gewinne ausgeschüttet oder Vermögenswerte innerhalb der Struktur veräußert.
Dann sollte präzise geklärt werden, welcher Vorgang den privaten Geldzufluss ausgelöst hat: Ausschüttung, Darlehensrückzahlung, Kapitalrückzahlung oder ein anderer gesellschaftsrechtlicher Vorgang.
Ausschüttung ist nicht gleich Unternehmensverkauf
Diese Unterscheidung ist bei Herkunftsnachweisen wichtig.
Ein Gesellschafter kann 250.000 Euro aufgrund eines Verkaufes erhalten. Er kann denselben Betrag aber auch aufgrund einer Gewinnausschüttung bekommen.
Der Kontoeingang sieht ähnlich aus. Die wirtschaftliche Entstehung ist jedoch vollständig unterschiedlich.
Mittelherkunft aus einem Gesellschafterdarlehen
Ein Unternehmer stellt seiner Gesellschaft vor Jahren 150.000 Euro als Darlehen zur Verfügung.
Später erhält er diesen Betrag zurück.
Die heutige Überweisung ist dann nicht automatisch Einkommen oder Gewinn. Sie kann wirtschaftlich die Rückzahlung eines früher gewährten Darlehens darstellen.
Ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweis sollte deshalb zunächst den richtigen Rechtsgrund bestimmen, bevor Unterlagen zusammengestellt werden.
HSBC und Source of Funds
Bei internationalen Bankbeziehungen begegnet Kunden häufig der Begriff Source of Funds.
Gemeint ist vereinfacht die Herkunft eines konkret eingesetzten oder übertragenen Geldbetrags.
Beispielsweise können 300.000 Euro, die bei HSBC angelegt werden sollen, aus einem Beteiligungsverkauf stammen. Dann steht dieser konkrete Verkauf zunächst im Mittelpunkt.
Source of Wealth geht deutlich weiter
Davon zu unterscheiden ist Source of Wealth, also die umfassendere Vermögensherkunft.
Ein Unternehmer kann heute insgesamt fünf Millionen Euro besitzen. Davon möchte er lediglich 300.000 Euro übertragen.
Die Source of Funds dieser 300.000 Euro kann ein Wertpapierverkauf sein. Seine Source of Wealth kann dagegen überwiegend aus Jahrzehnten unternehmerischer Tätigkeit stammen.
Mittelherkunft bei internationalem Arbeitseinkommen
Nicht jedes große Vermögen stammt aus einem Unternehmensverkauf.
Ein Manager arbeitet beispielsweise 15 Jahre in Singapur, Hongkong oder der Schweiz. Dort erhält er über Jahre hohe Gehälter und Bonuszahlungen und baut ein erhebliches Anlagevermögen auf.
Wenn dieses Vermögen später nach Europa übertragen wird, ist die letzte internationale Überweisung lediglich die Endstation. Die ursprüngliche Vermögensherkunft kann aus langjährigem Erwerbseinkommen und dessen Anlage bestehen.
Bonuszahlungen und Long-Term-Incentive-Pläne
Gerade Führungskräfte erhalten teilweise Vergütung, die weit über das normale Monatsgehalt hinausgeht.
Denkbar sind mehrjährige Bonusprogramme, aktienbasierte Vergütungen oder sogenannte Long-Term-Incentive-Strukturen.
Wer daraus später einen sechsstelligen Betrag erhält, sollte nicht einfach „Gehalt“ als Herkunft angeben. Eine präzisere Beschreibung kann die Plausibilität erheblich verbessern.
Mitarbeiteraktien als Herkunft von Vermögen
Ein Arbeitnehmer kann über Jahrzehnte Aktien seines Arbeitgebers erwerben oder als Vergütungsbestandteil erhalten.
Aus ursprünglich vergleichsweise kleinen Positionen können aufgrund langjähriger Wertentwicklung erhebliche Beträge entstehen.
Beim späteren Verkauf ist deshalb zwischen ursprünglichem Erwerb, Wertentwicklung und Verkaufserlös zu unterscheiden.
HSBC Mittelherkunft bei Depotvermögen
Auch klassische Kapitalanlagen können komplex werden.
Ein Depot von 600.000 Euro kann aus ursprünglich 220.000 Euro Einzahlungen entstanden sein. Der übrige Wert stammt aus Kursgewinnen, Ausschüttungen und Wiederanlagen.
Ein guter Herkunftsnachweis sucht deshalb nicht zwangsläufig nach einer alten Einzahlung über exakt 600.000 Euro. Eine solche Zahlung hat möglicherweise niemals stattgefunden.
Fonds und Ausschüttungen über viele Jahre
Bei Fondsvermögen können ebenfalls zahlreiche Stationen entstehen.
Kapital wird eingezahlt, Ausschüttungen werden reinvestiert, Fonds werden gewechselt und Vermögenswerte später übertragen.
Die entscheidende Aufgabe besteht darin, die wesentlichen Vermögensphasen herauszuarbeiten, ohne jede interne Umschichtung als neue Herkunft zu behandeln.
HSBC fragt nach Erbschaft
Auch Erbschaften können erhebliche internationale Vermögenswerte übertragen.
Vielleicht erbt ein Kunde ein Depot in der Schweiz oder Beteiligungen an einer ausländischen Gesellschaft.
Dann sollte zunächst der Übergang auf den Erben nachvollziehbar sein. Erst eine weitergehende Prüfung kann zusätzlich die Frage aufwerfen, wie der Erblasser selbst das Vermögen aufgebaut hatte.
Schenkung und familiäres Vermögen
Dasselbe gilt bei Schenkungen.
„Familienvermögen“ ist als Erklärung häufig zu abstrakt. Besser ist eine klare Darstellung, wer wem welchen Vermögenswert übertragen hat.
Bei größeren Beträgen kann zusätzlich relevant werden, wie der Schenker das Vermögen erworben hatte. Hier können Schenkung und ursprüngliche Vermögensherkunft zwei getrennte Nachweisstufen darstellen.
Mittelherkunft bei Kryptowährungen
Auch Kryptowährungen können Teil größerer Vermögensstrukturen sein.
Ein Investor kauft beispielsweise vor Jahren Bitcoin, überträgt sie zwischen verschiedenen Wallets und verkauft später einen Teil für 350.000 Euro.
Die aktuelle Börsenauszahlung erklärt nur den letzten Schritt. Ein Spezialist für Krypto-Mittelherkunft kann die entscheidenden Fiat-Einzahlungen, Käufe, Walletbewegungen und den späteren Verkauf zusammenführen.
Gold und Edelmetalle bei HSBC nachweisen
Auch Edelmetallvermögen kann international gehalten oder verkauft werden.
Eine Händlerabrechnung dokumentiert beispielsweise den Verkauf von Gold für 180.000 Euro.
Bei einer vertieften Vermögensherkunft kann jedoch zusätzlich relevant sein, ob das Gold ursprünglich gekauft, geerbt oder geschenkt wurde. Goldverkauf und Goldherkunft sind deshalb nicht automatisch dieselbe Frage.
HSBC verlangt weitere Unterlagen – was sollte man jetzt tun?
Eine zweite Anfrage bedeutet nicht zwingend, dass die erste Erklärung vollständig abgelehnt wurde.
Vielleicht ist der Unternehmensverkauf nachvollziehbar, aber die Kaufpreisaufteilung noch nicht. Vielleicht wurde eine Ausschüttung erklärt, aber die Beteiligungsstruktur ist weiterhin unklar.
HSBC erläutert selbst, dass bei Unternehmen je nach Geschäftstätigkeit und Größe unter anderem Informationen zu Rechtsform, Unternehmensstruktur, Gesellschaftern, wirtschaftlich Berechtigten und den Ländern der Geschäftstätigkeit relevant sein können.
Wirtschaftlich Berechtigte können wichtig werden
Gerade bei Holdings, Familiengesellschaften und internationalen Beteiligungen kann die Frage entstehen, welche natürliche Person wirtschaftlich hinter einer Struktur steht.
Das sollte von der Mittelherkunft unterschieden werden.
Die Eigentümerstruktur beantwortet: Wer kontrolliert beziehungsweise besitzt wirtschaftlich? Die Mittelherkunft beantwortet: Welcher Vorgang hat den konkreten Geldbetrag erzeugt?
Nicht 300 Seiten ungeordnet einreichen
Ein verbreiteter Fehler besteht darin, jede verfügbare Unterlage zu übersenden.
Das macht eine komplexe Vermögensgeschichte nicht automatisch verständlicher.
Sinnvoller ist beispielsweise: Herkunftsquelle benennen – wirtschaftlichen Vorgang erklären – Zahlungsweg darstellen – passenden Nachweis zuordnen.
Fehlende historische Unterlagen offen behandeln
Bei älteren Unternehmens- und Anlagevermögen fehlen regelmäßig einzelne Dokumente.
Dann sollte geprüft werden, welche objektiven Ersatzunterlagen noch verfügbar sind.
Was nicht geschehen darf: Verträge rückdatieren, Kontoauszüge manipulieren oder Vermögensquellen erfinden. Ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis darf historische Lücken offen benennen.
Sieben Schritte beim Mittelherkunftsnachweis für HSBC
1. Identifizieren Sie den konkret angefragten Betrag. 2. Prüfen Sie, ob Source of Funds oder weitergehende Source of Wealth gefragt ist.
3. Trennen Sie verschiedene Vermögensquellen und Gesellschaftsstrukturen. 4. Behandeln Sie Treuhand- und Zwischenkonten nur als Zahlungsstationen.
5. Erklären Sie Kaufpreisraten, Fremdwährungen und sonstige Betragsabweichungen. 6. Ordnen Sie jedem wesentlichen Vorgang einen passenden Beleg zu.
7. Lassen Sie komplexe, internationale oder bereits beanstandete Herkunftsnachweise möglichst vor der nächsten Einreichung anwaltlich prüfen.
Wie wird unser Fall mit den 680.000 Euro schließlich aufgebaut?
Der Unternehmer aus der Einleitung versucht nicht, drei separate Zahlungseingänge als drei unterschiedliche Geldquellen zu erklären.
Ausgangspunkt ist der Beteiligungsverkauf. Danach werden Kaufpreisstruktur, Treuhandkonto und spätere Rate dargestellt. Schließlich werden alle Zahlungen mit dem heutigen Vermögen verbunden.
Dadurch entsteht eine klare Kette: langjährige Beteiligung – Verkauf – Kaufpreis von 680.000 Euro – gestaffelte Abwicklung – heutiger Vermögensbestand.
Mittelherkunftsnachweis HSBC – Rechtsanwalt Martin Wehrmann unterstützt
Wenn HSBC einen Mittelherkunftsnachweis verlangt, können internationale Zahlungswege, Gesellschaftsstrukturen und langfristig aufgebautes Vermögen die Dokumentation anspruchsvoll machen. HSBC weist selbst darauf hin, dass die Herkunft von Mitteln überprüft und hierfür geeignete Nachweise verlangt werden können.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich als Experte und Spezialist mit Mittelherkunftsnachweisen, Source of Funds, Source of Wealth und Vermögensherkunft. Dazu gehören Geld und Bankvermögen ebenso wie Unternehmensbeteiligungen, Kryptowährungen, Gold und andere Edelmetalle, Auslandsvermögen, Erbschaften und Schenkungen sowie Herkunftsfragen gegenüber Banken und dem Finanzamt.
Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit Mittelherkunft, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Wenn HSBC weitere Unterlagen verlangt, Ihre bisherige Erklärung nicht ausgereicht hat oder Sie einen Anwalt für Mittelherkunftsnachweis, einen Spezialisten für Source of Wealth oder eine Kanzlei für Herkunftsnachweise suchen, können Sie Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern.
Sie erhalten eine kostenfreie Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt Martin Wehrmann und können klären, welche Vermögensquelle tatsächlich erklärt werden muss, wie weit die Dokumentation zurückreichen sollte und wie sich auch komplexe internationale Vermögen gegenüber HSBC nachvollziehbar, konsistent und strukturiert darstellen lassen.