Mittelherkunftsnachweis Japan: Japanische Vermögenswerte richtig dokumentieren
Ein früherer Arbeitgeber in Tokio zahlt eine hohe Abfindung aus. Ein Wertpapierdepot in Osaka wird aufgelöst. Oder nach dem Tod eines Angehörigen geht Geld aus einem japanischen Nachlass ein. Welche Unterlagen erklären solche Beträge gegenüber einer deutschen Bank?
In Japan existieren dafür zahlreiche amtliche und private Nachweise. Ihre Aussagekraft hängt allerdings stark davon ab, aus welchem Rechtsverhältnis das Vermögen stammt.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Ich unterstütze bei Mittelherkunftsnachweisen und der rechtlichen Aufarbeitung internationaler Vermögensverhältnisse. Seit 2021 betreibe ich mittelherkunftsnachweis.de. Dort können Sie mir Ihren Sachverhalt online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung erhalten.
Taishokukin: Wenn die Abfindung aus Japan stammt
Japanische Arbeitnehmer erhalten beim Ausscheiden aus einem Unternehmen unter Umständen eine größere Taishokukin (退職金), eine betriebliche Austritts- oder Ruhestandsleistung.
Ihre Höhe kann von Beschäftigungsdauer, betrieblichen Regelungen und weiteren Faktoren abhängen. Nach jahrzehntelanger Tätigkeit entstehen dadurch mitunter erhebliche Einmalbeträge.
Für die Dokumentation eignen sich die Austrittsabrechnung, Unterlagen des Arbeitgebers und die Bescheinigung über entsprechende Ruhestandseinkünfte.
Ich empfehle, diese Zahlung ausdrücklich von gewöhnlichem Arbeitslohn abzugrenzen. Eine hohe Einmalzahlung lässt sich mit der zugrunde liegenden Beschäftigungsgeschichte oft wesentlich besser erklären.
Gensen Chōshūhyō: Der japanische Einkommensnachweis
Ein zentraler Beleg für frühere Beschäftigte ist die Gensen Chōshūhyō (源泉徴収票), die japanische Bescheinigung über Einkünfte und einbehaltene Steuern.
Sie enthält wichtige Jahresangaben zu Vergütungen und Steuerabzügen. Für größere Ersparnisse kann eine mehrjährige Sammlung solcher Bescheinigungen hilfreich sein.
Allerdings lässt sich daraus nicht unmittelbar ableiten, wie viel Geld tatsächlich angespart wurde.
Mein anwaltlicher Ansatz: Zunächst das verfügbare Einkommen ermitteln, anschließend den späteren Vermögensaufbau anhand der vorhandenen Finanzunterlagen prüfen.
Nozei Shōmeisho: Nicht jede Steuerbescheinigung beweist Einkommen
Die japanische Steuerverwaltung National Tax Agency (NTA) unterscheidet mehrere Arten von Steuerbescheinigungen.
Besonders wichtig ist die Nōzei Shōmeisho Sono 2 (納税証明書その2). Sie bestätigt bestimmte erklärte Einkommensbeträge.
Die Variante Sono 1 betrifft dagegen insbesondere festgesetzte, gezahlte und offene Steuerbeträge. Andere Varianten bestätigen beispielsweise, dass keine bestimmten Steuerrückstände bestehen.
Ich rate daher davon ab, pauschal eine Steuerbescheinigung anzufordern. Die gewählte Variante muss zur konkreten Herkunftsfrage passen.
NISA: Warum steuerfreie Anlagegewinne erklärungsbedürftig sein können
Japan verfügt mit NISA (Nippon Individual Savings Account) über ein besonderes System steuerbegünstigter Wertpapieranlagen.
Seit 2024 gilt ein grundlegend überarbeitetes NISA-System. Unter den jeweiligen Voraussetzungen können bestimmte Kapitalerträge innerhalb des Systems steuerfrei bleiben.
Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass sich ein Wertpapiergewinn nicht in derselben Weise in Steuerunterlagen widerspiegelt wie andere Einkünfte.
Für einen Herkunftsnachweis sind die Kaufhistorie, Depotentwicklung und Verkaufsabrechnung besonders wichtig.
Meine Einschätzung: Steuerfreiheit bedeutet nicht, dass die Herkunft des eingesetzten Anlagekapitals ungeprüft bleiben muss.
Japanische Unternehmensaktien: Besonders bei Mitarbeiterbeteiligungen
In Japan können Arbeitnehmer über Mochikabukai (持株会), betriebliche Mitarbeiteraktienprogramme, Unternehmensanteile erwerben.
Dabei werden Aktien beispielsweise über regelmäßige Gehaltsabzüge angespart. Bei einem späteren Verkauf kann daraus ein erheblicher Betrag entstehen.
Die Besonderheit liegt in der Verbindung zwischen Arbeitsverhältnis und Wertpapiervermögen.
Ich würde deshalb die Teilnahme am Programm, die angesammelten Anteile und den Verkauf gemeinsam dokumentieren. Eine einzelne Verkaufsabrechnung zeigt nur das Ende dieser Entwicklung.
Yūcho Bank: Wenn das Geld aus dem japanischen Postsparsystem stammt
Die Japan Post Bank (Yūcho Ginkō) ist aus dem japanischen Postsparwesen hervorgegangen und spielt bei privaten Ersparnissen eine wichtige Rolle.
Gerade bei langjährig bestehenden Konten können ältere Sparbücher, Kontobewegungen und Bankbestätigungen aufschlussreich sein.
Bei einem historischen Guthaben sollte geklärt werden, ob es ausschließlich aus eigenen Einzahlungen oder teilweise aus Übertragungen Dritter entstanden ist.
Ein hoher Kontostand ist ein Vermögensnachweis, aber noch keine vollständige Erklärung seiner Entstehung.
Koseki: Die besondere Bedeutung japanischer Familienregister
Japan führt mit dem Koseki (戸籍) ein Familienregister, das unter anderem bestimmte Verwandtschaftsverhältnisse dokumentiert.
Bei einer Erbschaft kann es wichtig sein, um die familiäre Beziehung zum Erblasser und die Erbenstellung zu klären.
Allerdings enthält das Familienregister nicht automatisch eine Aufstellung des vererbten Vermögens.
Meine Empfehlung: Unterscheiden Sie zwischen dem Nachweis der Verwandtschaft und dem Nachweis des konkreten Vermögensübergangs.
Isan Bunkatsu Kyōgisho: Wie wird ein Nachlass verteilt?
Eine charakteristische japanische Urkunde ist die Isan Bunkatsu Kyōgisho (遺産分割協議書), eine schriftliche Vereinbarung über die Aufteilung des Nachlasses zwischen den Erben.
Sie kann erläutern, welchem Erben bestimmte Nachlassgegenstände zugewiesen werden.
Daneben können Kontoauflösungsunterlagen, Nachlassaufstellungen und Steuerdokumente erforderlich sein.
Ich halte es für wichtig, die vereinbarte Erbteilung mit der späteren tatsächlichen Auszahlung abzugleichen. Beides kann zeitlich und betragsmäßig auseinanderfallen.
Japanische Immobilien: Was beweist das Tōkibo?
Für japanische Grundstücke und Gebäude können Informationen aus dem Immobilienregister (不動産登記) beschafft werden.
Ein Tōkijikō Shōmeisho (登記事項証明書) enthält registrierte Angaben, etwa zu Eigentumsverhältnissen und bestimmten Belastungen.
Beim Verkauf sind zusätzlich der Vertrag, die Abwicklung des Kaufpreises und mögliche Darlehensrückzahlungen relevant.
Mein Hinweis: In Japan werden Grundstück und Gebäude registerrechtlich getrennt behandelt. Bei einer Veräußerung sollte deshalb genau erkennbar sein, welche Vermögensgegenstände übertragen wurden.
Yen-Auszahlung: Warum die Zahlen nicht übereinstimmen müssen
Bei japanischen Vermögenswerten erfolgt die ursprüngliche Abrechnung häufig in Yen (JPY).
Zwischen einem Verkaufserlös in Yen und der späteren Eurogutschrift können Umtauschkosten, Bankentgelte und unterschiedliche Buchungszeitpunkte liegen.
Ich empfehle, den tatsächlich angewandten Umrechnungskurs anhand der Abrechnung zu belegen. Eine nachträgliche Berechnung mit einem beliebigen Tageskurs kann zu falschen Ergebnissen führen.
Was die deutsche Bank rechtlich verlangen kann
Deutsche Banken unterliegen unter anderem den Sorgfaltspflichten des § 10 Geldwäschegesetz (GwG). Je nach Risikobewertung können sie Informationen zur Herkunft von Vermögenswerten benötigen.
Für japanische Gelder bedeutet das: Steuerbescheinigungen, Registerauszüge oder Erbteilungsvereinbarungen müssen den konkreten wirtschaftlichen Vorgang erklären.
Ich empfehle eine Darstellung, die den Anspruch auf das Geld, seine Entstehung und die endgültige Auszahlung sauber voneinander trennt. Dadurch werden auch komplexere Vermögensverhältnisse verständlicher.
Mittelherkunftsnachweis Japan: Anwaltliche Unterstützung
Ob Ruhestandsleistung, Mitarbeiteraktien, NISA-Depot oder Erbschaft: Japanische Unterlagen können eine belastbare Grundlage für den Mittelherkunftsnachweis schaffen, wenn ihre rechtliche Bedeutung richtig verstanden wird.
Als Rechtsanwalt Martin Wehrmann unterstütze ich Sie mit WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht bei der Prüfung Ihrer Nachweise und der Vorbereitung einer nachvollziehbaren Erklärung Ihrer Vermögensherkunft.
Sie benötigen einen Mittelherkunftsnachweis für Geld aus Japan? Über mittelherkunftsnachweis.de können Sie Ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung anfordern.