Mittelherkunftsnachweis wie lange? So lange kann die Prüfung bei der Bank dauern
Mittelherkunftsnachweis – wie lange dauert die Prüfung? Eine feste gesetzliche Bearbeitungszeit gibt es dafür nicht. Die Prüfung kann bei einem einfachen, vollständig dokumentierten Sachverhalt vergleichsweise schnell abgeschlossen sein. Bei mehreren Vermögensquellen, fehlenden Unterlagen, Kryptowährungen oder ungewöhnlichen Transaktionen kann sie dagegen deutlich länger dauern. Maßgeblich ist vor allem, ob die Bank die Herkunft der betreffenden Vermögenswerte nachvollziehen kann.
Ein Beispiel: Ein Anleger möchte 165.000 Euro aus verschiedenen Anlagen für den Kauf einer Immobilie einsetzen. 70.000 Euro stammen aus einem früheren Depotverkauf, 55.000 Euro aus Festgeld und 40.000 Euro aus Kryptowährungen. Die Bank verlangt kurzfristig einen Mittelherkunftsnachweis. Der Käufer übermittelt sämtliche Unterlagen noch am selben Tag. Nach fünf Tagen kommt jedoch eine weitere Nachfrage zur Krypto-Auszahlung. Der Kaufpreis wird bald fällig – und plötzlich wird die Dauer des Mittelherkunftsnachweises zum entscheidenden Problem.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich als Spezialist und Experte mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und der Rekonstruktion von Vermögensherkunft. Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit diesen Fragestellungen. Wenn sich Ihre Prüfung hinzieht, können Sie mir Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung erhalten.
Wie lange dauert ein Mittelherkunftsnachweis normalerweise?
Eine seriöse allgemeine Angabe wie „immer drei Tage“ oder „maximal zwei Wochen“ gibt es nicht. Herkunftsprüfungen sind Einzelfallprüfungen.
Bei einer einzelnen Zahlung, deren Ursprung mit einem Vertrag und einem dazu passenden Kontoauszug eindeutig dokumentiert werden kann, ist der Prüfungsaufwand typischerweise geringer. Muss dagegen eine mehrjährige Vermögenshistorie rekonstruiert werden, entstehen zusätzliche Arbeitsschritte.
Welche Besonderheiten bei der C24 Bank gelten, erfahren Sie in unserem separaten Beitrag.
Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen Erstellung des Mittelherkunftsnachweises und Prüfung durch die Bank. Beides kann unterschiedlich lange dauern.
Gibt das Geldwäschegesetz eine feste Prüfungsfrist vor?
Für den gewöhnlichen Mittelherkunftsnachweis findet sich im Geldwäschegesetz keine allgemeine Regel, nach der eine Bank die Prüfung innerhalb einer bestimmten Anzahl von Tagen abschließen muss.
Das GwG schreibt vielmehr vor, dass Banken ihre Geschäftsbeziehungen kontinuierlich überwachen und den Umfang ihrer Sorgfaltsmaßnahmen am jeweiligen Geldwäscherisiko ausrichten müssen.
Wer deshalb nach „Mittelherkunftsnachweis wie lange“ sucht, sollte vorsichtig mit pauschalen Internetangaben umgehen. Eine gesetzliche Standardfrist von beispielsweise sieben oder vierzehn Tagen lässt sich daraus nicht ableiten.
Warum kann eine scheinbar einfache Prüfung länger dauern?
Für den Kunden erscheint die Geldherkunft häufig völlig offensichtlich. Die Compliance-Abteilung betrachtet den Sachverhalt jedoch aus einer anderen Perspektive.
Ein Kontoauszug kann beispielsweise zeigen, dass 80.000 Euro von einem Depotkonto kamen. Die Bank könnte trotzdem wissen wollen, wie das Depot finanziert wurde und warum gerade jetzt eine ungewöhnlich hohe Zahlung erfolgt.
Dadurch entsteht eine zweite Prüfungsstufe. Der erste Beleg war nicht falsch – er beantwortete lediglich nicht die vollständige Herkunftsfrage.
Welche Fälle lassen sich häufig einfacher prüfen?
Besonders übersichtlich sind Sachverhalte mit einem klaren wirtschaftlichen Ausgangspunkt.
Das kann beispielsweise ein aktueller Immobilienverkauf sein, bei dem Kaufvertrag und Zahlungseingang genau zueinander passen. Ähnliches gilt für eine dokumentierte Versicherungsleistung oder eine eindeutig nachvollziehbare Abfindung.
Je weniger Zwischenstationen zwischen ursprünglicher Vermögensquelle und heutiger Transaktion liegen, desto leichter kann die Prüfung grundsätzlich nachvollzogen werden.
Welche Fälle dauern erfahrungsgemäß eher länger?
Komplexer sind insbesondere Vermögensgeschichten, die sich aus mehreren Quellen zusammensetzen. Dazu gehören Mischungen aus Erbschaft, Schenkung, Wertpapiervermögen, Bargeld oder Kryptowährungen.
Wie die 1822direkt bei mehreren Vermögensquellen vorgeht, lesen Sie hier im Detail.
Auch internationale Konten und Gesellschaftsstrukturen können zusätzliche Fragen verursachen. Gleiches gilt, wenn bestimmte Dokumente nur teilweise vorhanden sind.
Bei solchen Konstellationen kann ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise bereits vor der nächsten Einreichung prüfen, welche Teile der Herkunftskette noch nicht ausreichend erklärt sind.
Krypto kann die Prüfungsdauer deutlich beeinflussen
Bei Kryptowährungen besteht ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Bankanlagen. Eine Bank sieht möglicherweise nur den aktuellen Euroeingang von einer Kryptobörse.
Davor können jedoch Käufe, Wallet-Transfers, Börsenwechsel, Stablecoins oder DeFi-Transaktionen liegen. Für eine tiefergehende Mittelherkunftsprüfung muss gegebenenfalls nachvollzogen werden, woher die Kryptowerte ursprünglich stammen.
Unser Immobilienkäufer aus dem Beispiel könnte deshalb gerade wegen seiner 40.000 Euro aus Krypto eine zusätzliche Prüfungsrunde erleben, obwohl die anderen 125.000 Euro bereits geklärt sind.
Warum fehlende Unterlagen die Prüfung verzögern
Fehlt ein Beleg, muss möglicherweise nach Alternativen gesucht werden. Das kostet Zeit.
Ein altes Konto wurde geschlossen, eine Kryptobörse existiert nicht mehr oder ein Verkaufsvertrag ist verloren gegangen. Nun müssen möglicherweise Bankarchive, alte E-Mail-Konten oder andere Dokumentenquellen durchsucht werden.
Mein Tipp: Teilen Sie eine solche Lücke offen mit. Eine Kanzlei für Mittelherkunftsnachweise kann anschließend prüfen, welche Ersatznachweise sinnvoll sind, statt immer neue unzusammenhängende Unterlagen einzureichen.
Kann eine Bank während der Prüfung weitere Unterlagen verlangen?
Ja. Das ist ein sehr häufiger Grund dafür, dass sich eine Herkunftsprüfung verlängert.
Die erste Prüfung kann beispielsweise zeigen, dass eine Zahlungskette nur bis zu einem bestimmten Punkt nachvollziehbar ist. Dann fordert die Bank Unterlagen zur vorherigen Station an.
Dadurch entstehen sogenannte Nachforderungsschleifen: Einreichung, Prüfung, Rückfrage, erneute Einreichung und wieder Prüfung. Genau diese Schleifen sollte ein gut vorbereiteter Herkunftsnachweis möglichst reduzieren.
Warum die Reihenfolge der Unterlagen Zeit sparen kann
Ein unsortierter Ordner macht die Arbeit des Prüfers unnötig schwer.
Wenn dagegen bereits auf Seite eins steht, dass 60.000 Euro aus Quelle A, 45.000 Euro aus Quelle B und 30.000 Euro aus Quelle C stammen, kann der Sachverhalt schneller eingeordnet werden.
Dahinter folgen nummerierte Belege. Mein Grundsatz lautet: Erst die Geschichte erklären, dann die Dokumente liefern.
Wie erkenne ich, warum meine Prüfung festhängt?
Schauen Sie zunächst auf die letzte konkrete Rückfrage.
Fragt die Bank nach einem fehlenden Zeitraum? Nach einer bestimmten Überweisung? Nach der ursprünglichen Herkunft eines Vermögenswertes? Oder lediglich nach einer besseren Dokumentation?
Wer diese Frage präzise identifiziert, kann wesentlich gezielter reagieren. Ein Rechtsanwalt für Herkunftsnachweise kann insbesondere nach mehreren erfolglosen Nachreichungen helfen, den eigentlichen offenen Punkt herauszuarbeiten.
Kann ich die Bank zur schnelleren Bearbeitung auffordern?
Sie können selbstverständlich auf den zeitlichen Druck hinweisen und nach dem Bearbeitungsstand fragen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sich die interne Compliance-Prüfung dadurch abschließen lässt.
Besonders hilfreich ist eine konkrete Mitteilung. Besteht beispielsweise eine Kaufpreisfälligkeit bei einer Immobilie, sollte das Datum genannt und gegebenenfalls dokumentiert werden.
Gleichzeitig kann gefragt werden, ob aus Sicht der Bank noch weitere Informationen fehlen. Das ist häufig hilfreicher als tägliche allgemeine Nachfragen.
Was passiert, wenn die Bank ihre Sorgfaltspflichten nicht erfüllen kann?
Das Geldwäschegesetz sieht für bestimmte Fälle erhebliche Folgen vor. Kann ein Verpflichteter bestimmte allgemeine Sorgfaltspflichten nicht erfüllen, darf eine Geschäftsbeziehung unter den gesetzlichen Voraussetzungen nicht begründet oder fortgesetzt und eine Transaktion nicht durchgeführt werden.
Das erklärt, warum eine Bank eine Prüfung nicht einfach deshalb beenden darf, weil der Kunde dringend auf das Geld wartet.
Für Betroffene bedeutet das umso mehr: Herkunftsanfragen sollten möglichst früh und strukturiert beantwortet werden.
Wie lange sollte ich selbst für die Vorbereitung einplanen?
Auch das hängt stark vom Sachverhalt ab. Wer sämtliche Unterlagen griffbereit hat, benötigt weniger Vorbereitungsarbeit als jemand, der eine 15 Jahre alte Vermögensgeschichte rekonstruieren muss.
Besonders bei bevorstehenden größeren Transaktionen empfehle ich, nicht bis zur eigentlichen Bankanfrage zu warten.
Wer beispielsweise einen Immobilienkauf, eine hohe Krypto-Auszahlung oder einen Wechsel zu einer neuen Bank plant, kann die relevanten Herkunftsdokumente bereits vorher zusammenstellen.
Was tun, wenn eine Zahlungsfrist läuft?
Dann sollte parallel an zwei Punkten gearbeitet werden: Herkunftsnachweis vollständig machen und Zeitdruck gegenüber den Beteiligten transparent kommunizieren.
Unser Immobilienkäufer sollte beispielsweise nicht lediglich auf eine interne Bankprüfung hoffen. Er sollte dokumentieren, wann der Kaufpreis fällig wird, und gleichzeitig sicherstellen, dass die 165.000 Euro vollständig erklärt sind.
Bei erheblichen finanziellen Risiken kann ein spezialisierter Anwalt für Mittelherkunftsnachweise die Situation rechtlich und dokumentarisch prüfen.
Wann wird eine anwaltliche Prüfung sinnvoll?
Nicht jede Verzögerung rechtfertigt sofort eine anwaltliche Beauftragung.
Sinnvoll kann sie aber sein, wenn die Bank bereits mehrfach weitere Informationen verlangt, sich die Anforderungen nicht mehr eindeutig nachvollziehen lassen oder große Vermögenswerte beziehungsweise wichtige Fristen betroffen sind.
Auch eine Kontoeinschränkung, komplexes Krypto-Vermögen oder eine sehr alte Vermögenshistorie können Anlass sein, die Dokumentation professionell überprüfen zu lassen.
Kann ein Anwalt eine bestimmte Bearbeitungsdauer garantieren?
Nein. Ein seriöser Rechtsanwalt kann nicht garantieren, dass eine Bank einen Mittelherkunftsnachweis innerhalb von beispielsweise 48 Stunden freigibt.
Anwaltliche Unterstützung kann jedoch dazu beitragen, unnötige Probleme in der Dokumentation zu reduzieren. Dazu gehört insbesondere, unterschiedliche Vermögensquellen sauber zu trennen und die dazugehörigen Belege verständlich zuzuordnen.
Das Ziel lautet nicht, die interne Prüfung der Bank zu ersetzen, sondern einen Sachverhalt vorzulegen, der möglichst wenig vermeidbaren Erklärungsbedarf offenlässt.
Wie kann ich Nachfragen von Anfang an reduzieren?
Stellen Sie für den zu erklärenden Betrag zunächst eine vollständige Rechnung auf.
Wenn 200.000 Euro geprüft werden, sollten auch 200.000 Euro nachvollziehbar auf Herkunftsquellen verteilt werden können. Anschließend bekommt jede Quelle eine eigene kurze Erklärung.
Danach folgen die Belege. Diese einfache Methode verhindert viele Rückfragen aufgrund fehlender Teilbeträge oder nicht nachvollziehbarer Zwischentransfers.
Mittelherkunftsnachweis wie lange: Mein Fazit
Auf die Frage „Mittelherkunftsnachweis – wie lange?“ gibt es keine feste Zahl. Eine allgemeine gesetzliche Bearbeitungsfrist für jede Bankprüfung existiert nicht. Entscheidend sind insbesondere Komplexität, Risiko, Dokumentationsqualität und die Frage, ob weitere Nachweise erforderlich werden.
Wer die Prüfung beschleunigen möchte, sollte deshalb nicht einfach möglichst viele Dateien übermitteln. Hilfreicher sind eine vollständige Betragsaufstellung, eine kurze Chronologie, nachvollziehbare Herkunftsquellen und klar bezeichnete Anlagen.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und befasse mich als Experte und Spezialist mit Mittelherkunftsnachweisen, der Dauer von Herkunftsprüfungen und der Rekonstruktion von Vermögensherkunft bei Banken, Bargeld, Kryptowährungen, Gold und anderen Edelmetallen sowie gegenüber dem Finanzamt.
Auf mittelherkunftsnachweis.de beschäftige ich mich seit 2021 vertieft mit der Mittelherkunft von Finanzmitteln. Wenn Sie sich fragen, wie lange Ihr Mittelherkunftsnachweis noch geprüft wird, wiederholt neue Unterlagen verlangt werden oder eine wichtige Zahlung blockiert beziehungsweise zeitkritisch ist, können Sie mir Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern. Sie erhalten eine kostenfreie Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt Martin Wehrmann.