Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Warum will meine Bank plötzlich wissen, woher mein Geld stammt, und was bedeutet der verlangte Mittelherkunftsnachweis für mich?

Veröffentlicht am 19.10.2026 –

Wenn Ihre Bank plötzlich wissen möchte, woher Ihr Geld stammt, erfüllt sie damit häufig gesetzliche Prüfpflichten nach dem Geldwäschegesetz (GwG). Ein Mittelherkunftsnachweis soll nachvollziehbar machen, aus welchen wirtschaftlichen Vorgängen Ihr Geld stammt. Das bedeutet weder automatisch einen Geldwäscheverdacht noch, dass Sie etwas falsch gemacht haben. Entscheidend ist jetzt, die Herkunft Ihres Vermögens plausibel und möglichst lückenlos zu dokumentieren.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von der Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und bankrechtlichen Fragen zum Geldwäschegesetz. Auf mittelherkunftsnachweis.de biete ich Betroffenen eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Sie können Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern.

Warum fragt meine Bank plötzlich nach der Herkunft meines Geldes?

Ein typisches, hypothetisches Beispiel: Ein Angestellter überweist 85.000 Euro aus einem langjährig bestehenden Depot auf sein Girokonto. Wenige Tage später verlangt die Bank Kaufbelege, Depotauszüge und eine Erklärung zur ursprünglichen Finanzierung. Das Geld gehört ihm seit Jahren. Trotzdem gerät die Überweisung ins Stocken.

Hinter solchen Nachfragen stehen insbesondere die §§ 10 und 15 GwG. Banken müssen Geschäftsbeziehungen überwachen, Transaktionen risikoorientiert prüfen und bei bestimmten Auffälligkeiten zusätzliche Informationen einholen. Auch bestehende Kunden können deshalb erneut überprüft werden.

Auslöser können ungewöhnlich hohe Überweisungen, Bargeldeinzahlungen, Kryptowertverkäufe, Auslandszahlungen oder Transaktionen sein, die nicht zum bisherigen Kontoverhalten passen. Eine feste allgemeine Betragsgrenze, unterhalb derer Banken niemals nachfragen dürfen, existiert nicht.

Was genau ist ein Mittelherkunftsnachweis für die Bank?

Ein Mittelherkunftsnachweis dokumentiert, durch welchen Vorgang bestimmte Gelder erworben wurden. Die Bank möchte beispielsweise wissen, ob 60.000 Euro aus einem Immobilienverkauf, einer Erbschaft, angespartem Arbeitseinkommen oder dem Verkauf von Bitcoin stammen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Mittelherkunft und Vermögensherkunft. Die Mittelherkunft betrifft regelmäßig die Herkunft eines konkreten Geldbetrags. Die Vermögensherkunft kann darüber hinaus erklären, wie das gesamte Vermögen über Jahre entstanden ist.

Ein Kontoauszug, der lediglich eine Überweisung zwischen zwei eigenen Konten zeigt, genügt deshalb nicht immer. Er beweist den Geldtransfer, aber nicht unbedingt den ursprünglichen wirtschaftlichen Erwerb.

Welche Unterlagen akzeptiert die Bank als Herkunftsnachweis?

Bei Arbeitseinkommen kommen Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide und Kontoauszüge infrage. Bei Immobilienverkäufen sind notarielle Kaufverträge, Abrechnungen und Zahlungseingänge relevant. Erbschaften lassen sich etwa durch Erbschein, Testament, Nachlassunterlagen und Kontoauszüge dokumentieren.

Bei Kryptowährungen sind Transaktionshistorien, Börsenabrechnungen, Wallet-Adressen, Einzahlungsbelege und gegebenenfalls steuerliche Unterlagen wichtig. Bei Edelmetallen helfen Kaufrechnungen, Verkaufsabrechnungen und Zahlungsnachweise.

Mein praktischer Rat: Erstellen Sie eine chronologische Übersicht mit Datum, Betrag, Herkunft und zugehörigem Beleg. Verbinden Sie die Dokumente so, dass die Bank den Geldfluss nachvollziehen kann, statt einen ungeordneten Stapel Unterlagen einzureichen.

Muss ich meiner Bank wirklich erklären, woher mein Geld kommt?

Ja, soweit die verlangten Informationen zur Erfüllung der gesetzlichen Sorgfaltspflichten erforderlich sind. Nach § 11 Abs. 6 GwG müssen Kunden die hierfür notwendigen Informationen und Unterlagen zur Verfügung stellen.

Allerdings ist nicht jede beliebig weitreichende Forderung automatisch gerechtfertigt. Welche Angaben erforderlich sind, hängt insbesondere vom Transaktionsrisiko, der Geschäftsbeziehung und den konkreten Umständen ab.

Ich empfehle, unklare Anforderungen schriftlich präzisieren zu lassen: Welcher Zahlungseingang wird geprüft? Welcher Zeitraum ist relevant? Welche Dokumente fehlen konkret? Ein auf Mittelherkunftsnachweise spezialisierter Rechtsanwalt kann prüfen, wie sich berechtigte Nachfragen beantworten lassen, ohne unnötig sensible Vermögensdaten offenzulegen.

Was passiert, wenn ich keinen Mittelherkunftsnachweis vorlegen kann?

Fehlende Unterlagen bedeuten nicht automatisch, dass das Geld illegal erworben wurde. Besonders bei älteren Ersparnissen, Bargeldbeständen, privaten Schenkungen oder frühen Kryptowährungskäufen existieren oftmals keine vollständigen Belegketten mehr.

Kann die Bank ihre gesetzlichen Sorgfaltspflichten nicht erfüllen, darf sie bestimmte Transaktionen nach § 10 Abs. 9 GwG grundsätzlich nicht durchführen beziehungsweise eine Geschäftsbeziehung nicht fortsetzen. Je nach Sachverhalt können auch Einschränkungen oder eine Kündigung folgen.

Im Beispielsfall der 85.000 Euro könnte der Kunde alte Depotabrechnungen bei seiner früheren Bank anfordern. Fehlen einzelne Kaufbelege, können historische Kontoauszüge und Steuerunterlagen helfen, die Finanzierung plausibel zu rekonstruieren. Entscheidend ist eine ehrliche, überprüfbare Erklärung – keine nachträglich erfundene Beweiskette.

Bedeutet die Nachfrage, dass ich unter Geldwäscheverdacht stehe?

Nein. Eine routinemäßige oder risikobasierte Herkunftsprüfung ist von einer Geldwäscheverdachtsmeldung zu unterscheiden. Eine Verdachtsmeldung nach § 43 GwG setzt entsprechende Tatsachen voraus; eine strafrechtliche Verurteilung oder ein sicherer Nachweis der Geldwäsche ist dafür nicht erforderlich.

Banken dürfen Kunden nach § 47 GwG über bestimmte Verdachtsmeldungen grundsätzlich nicht informieren. Aus einer ausweichenden Antwort der Bank lässt sich deshalb weder sicher auf eine Meldung schließen noch deren Vorliegen ausschließen.

Wird das Konto gesperrt oder eine größere Zahlung zurückgehalten, sollte zeitnah geklärt werden, welche rechtliche Grundlage vorliegt. Ein Anwalt für Mittelherkunft und Bankrecht kann dabei zwischen geldwäscherechtlichen Pflichten, vertraglichen Einschränkungen und möglichen Rechtsschutzmaßnahmen unterscheiden.

Wie reagiere ich richtig auf die Aufforderung meiner Bank?

Reagieren Sie zeitnah, aber nicht überhastet. Prüfen Sie zunächst die Echtheit der Anfrage über einen bekannten Bankkontakt. Notieren Sie die gesetzte Frist und sichern Sie das vollständige Schreiben.

Fordern Sie fehlende Dokumente bei früheren Banken, Kryptobörsen, Notaren oder Vertragspartnern an. Erklären Sie Beleglücken ausdrücklich und legen Sie alternative Nachweise vor. Reichen Sie sensible Unterlagen möglichst über einen gesicherten Übermittlungsweg ein.

Vermeiden Sie widersprüchliche Erklärungen, manipulierte Belege oder künstlich aufgeteilte Überweisungen. Gerade bei größeren Vermögenswerten kann eine anwaltlich strukturierte Stellungnahme sinnvoll sein, bevor die Bank weitere Maßnahmen trifft.

Wann sollte ich einen Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise einschalten?

Anwaltliche Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn hohe Beträge betroffen sind, die Bank wiederholt Nachweise zurückweist, Unterlagen aus früheren Jahren fehlen oder eine Kontosperrung droht.

Bei der rechtlichen Prüfung kommt es darauf an, welche konkrete Transaktion betroffen ist, welche Dokumente tatsächlich existieren, welche gesetzlichen Prüfpflichten greifen und ob die Bank ihre Anforderungen ausreichend konkretisiert hat. Daraus lässt sich eine gezielte Nachweisstrategie entwickeln.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit der Herkunft von Geld, Kryptowährungen, Edelmetallen und Vermögenswerten sowie mit Nachweisanforderungen von Banken und Finanzbehörden. Meine Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht unterstützt Betroffene bei der rechtlichen Einordnung und Aufbereitung solcher Herkunftsnachweise.

Auf mittelherkunftsnachweis.de, einer seit 2021 dem Thema Mittelherkunft gewidmeten Website, können Sie mir Ihren Sachverhalt für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern. Je früher die Nachweisprobleme systematisch aufgearbeitet werden, desto besser lassen sich vermeidbare Verzögerungen und Widersprüche verhindern.