Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

BISON-Geldwäscheprüfung: Wie lange darf das Konto gesperrt bleiben – und wann müssen Anleger handeln?

Veröffentlicht am 22.10.2026 –

Ihr BISON-Konto ist wegen einer Geldwäscheprüfung gesperrt und Sie kommen nicht mehr an Ihr Geld oder Ihre Bitcoin? Eine einheitliche gesetzliche Höchstdauer für solche Kontosperren gibt es nicht. Die häufig genannte Drei-Werktage-Regel aus § 46 Geldwäschegesetz (GwG) betrifft bestimmte gemeldete Transaktionen, nicht automatisch die Freischaltung des gesamten Kontos. Entscheidend ist, warum BISON den Zugriff einschränkt und welche Nachweise noch fehlen.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, gesperrten Kryptowährungen und dem Geldwäschegesetz. Auf meinem seit 2021 betriebenen Fachportal mittelherkunftsnachweis.de biete ich Betroffenen eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung an. Schildern Sie mir Ihren Fall einfach online oder per E-Mail.

Ein hypothetischer Fall verdeutlicht das Problem: Ein Anleger überträgt Bitcoin im Wert von 135.000 Euro zu BISON. Kurz darauf wird sein Konto eingeschränkt. Der Support verweist auf eine laufende Überprüfung. Nach zwei Wochen ist das Geld weiterhin blockiert. Der Anleger fragt sich: Darf BISON mein Vermögen tatsächlich so lange zurückhalten?

Wie lange dauert eine Geldwäscheprüfung bei BISON?

Eine Geldwäscheprüfung kann wenige Tage, aber auch deutlich länger dauern. Das hängt insbesondere davon ab, welche Transaktionen untersucht werden, welche Herkunftsnachweise vorliegen und ob zusätzliche gesetzliche oder behördliche Maßnahmen bestehen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer internen Compliance-Prüfung, einer Verdachtsmeldung und einer förmlichen Vermögenssperre. Diese Maßnahmen haben unterschiedliche rechtliche Grundlagen und können deshalb nicht anhand einer einzigen Frist beurteilt werden.

Meine Empfehlung lautet: Fragen Sie schriftlich nach dem Umfang der Einschränkung und den noch benötigten Unterlagen. Dokumentieren Sie das Sperrdatum, sämtliche Support-Antworten und gegebenenfalls bereits eingereichte Herkunftsnachweise.

Was bedeutet die Drei-Werktage-Regel des Geldwäschegesetzes?

Nach § 46 Abs. 1 GwG darf eine Transaktion, wegen der eine Verdachtsmeldung nach § 43 Abs. 1 GwG erfolgt ist, grundsätzlich erst durchgeführt werden, wenn eine behördliche Zustimmung vorliegt oder der dritte Werktag nach Abgang der Meldung ohne behördliche Untersagung verstrichen ist. Samstage zählen dabei nicht als Werktage.

Diese Vorschrift verpflichtet BISON nicht dazu, nach drei Tagen jedes gesperrte Konto vollständig freizugeben. Beispielsweise können weiterhin erforderliche Identitätsprüfungen, fehlende Herkunftsnachweise oder gesonderte behördliche Maßnahmen einer Auszahlung entgegenstehen.

Ich empfehle deshalb, nicht allein unter Berufung auf die Drei-Werktage-Regel eine Freischaltung zu verlangen. Ein Rechtsanwalt sollte zunächst klären, welche gesetzlichen Voraussetzungen im konkreten Fall tatsächlich relevant sind.

Warum kann BISON eine Geldwäscheprüfung verlängern?

Nach § 10 GwG müssen Verpflichtete Kundeninformationen überprüfen und Geschäftsbeziehungen risikoorientiert überwachen. Bei erhöhtem Risiko können nach § 15 GwG zusätzliche Sorgfaltspflichten erforderlich werden.

Besonders bei älteren Bitcoin-Beständen können Fragen zur Vermögensherkunft entstehen. Wurden Kryptowährungen auf verschiedenen Handelsplattformen gekauft oder zwischen mehreren Wallets übertragen, kann deren wirtschaftliche Herkunft zusätzliche Aufklärung erfordern.

Mein Rat: Rekonstruieren Sie möglichst früh die ursprünglichen Käufe, Banküberweisungen und wesentlichen Wallet-Transfers. Je übersichtlicher die Dokumentation, desto besser lassen sich konkrete Nachweisfragen beantworten.

BISON verlangt einen Mittelherkunftsnachweis: Welche Belege helfen?

BISON nennt in seinem offiziellen Hilfebereich insbesondere Gehaltsnachweise, Steuererklärungen und Belege größerer Ein- und Auszahlungen als mögliche Dokumente zur Mittelherkunft.

Bei Bitcoin können zusätzlich historische Kaufabrechnungen, Bankkontoauszüge, Blockchain-Transaktionen und Unterlagen früherer Kryptobörsen entscheidend sein. Dabei muss nachvollziehbar bleiben, wie das ursprüngliche Geld in die später gehaltenen Kryptowährungen investiert wurde.

In unserem Beispielfall würde ich empfehlen, eine chronologische Vermögenshistorie zu erstellen. Eine bloße Blockchain-Transaktion beweist noch nicht, woher das ursprünglich investierte Geld stammt.

Warum erklärt BISON den Sperrgrund manchmal nicht?

Nach § 47 GwG dürfen Verpflichtete bestimmte Informationen über beabsichtigte oder abgegebene Geldwäscheverdachtsmeldungen grundsätzlich nicht an Kunden weitergeben.

Eine knappe oder ausweichende Support-Antwort bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Verdachtsmeldung existiert. Ebenso wenig beweist sie, dass eine längere Kontosperre rechtmäßig ist.

Ich empfehle, gezielt nach noch fehlenden Dokumenten und den Möglichkeiten zur Auszahlung oder Übertragung zu fragen. Vertrauliche Informationen über mögliche Meldungen müssen dafür nicht offengelegt werden.

BISON-Konto seit Wochen gesperrt: Was können Betroffene tun?

Wenn nach mehreren Wochen keine Lösung erkennbar ist, sollten Betroffene den bisherigen Ablauf schriftlich zusammenfassen. Dazu gehören die erste Einschränkung, sämtliche Nachweisforderungen und die Antworten des Supports.

Anschließend empfehle ich eine formelle Beschwerde mit angemessener Fristsetzung zur Stellungnahme. Bei erheblichen Vermögenswerten kann ein Rechtsanwalt prüfen, ob vertragliche Auszahlungs- oder Herausgabeansprüche bestehen und welche Stelle dafür verantwortlich ist.

Besonders dringlich wird die Situation, wenn BISON eine Kontokündigung oder Liquidation vorhandener Bitcoin ankündigt. Dann sollten mögliche Übertragungsansprüche und gegebenenfalls gerichtlicher Eilrechtsschutz geprüft werden.

Kann eine längere Kontosperre rechtswidrig sein?

Ja. Nicht jede Kontosperre ist allein deshalb rechtmäßig, weil sich ein Finanzdienstleister auf Geldwäscheprävention beruft. Entscheidend sind die tatsächliche Rechtsgrundlage, der Umfang der Einschränkung und die bestehenden vertraglichen Ansprüche.

Allerdings können gesetzliche Mitwirkungspflichten oder behördliche Maßnahmen eine Auszahlung rechtmäßig verhindern. Eine pauschale Freigabe nach einer bestimmten Anzahl von Tagen lässt sich deshalb nicht versprechen.

Als Rechtsanwalt prüfe ich insbesondere, ob erforderliche Herkunftsnachweise erbracht wurden, welche gesetzlichen Hindernisse bestehen und ob sich konkrete Ansprüche gegenüber den beteiligten Unternehmen durchsetzen lassen.

BISON-Geldwäscheprüfung dauert zu lange: Wann hilft ein Anwalt?

Wenn BISON Ihr Konto über längere Zeit gesperrt hält, sollten Sie die Situation nicht einfach aussitzen. Sichern Sie vorhandene Dokumente, klären Sie offene Nachweisforderungen und lassen Sie bei erheblichen Beträgen Ihre rechtlichen Handlungsmöglichkeiten prüfen.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Meine Kanzlei beschäftigt sich spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen für Geld, Bitcoin, andere Kryptowährungen und Edelmetalle sowie Herkunftsprüfungen gegenüber Banken, dem Finanzamt und nach dem Geldwäschegesetz.

Auf meinem seit 2021 betriebenen Fachportal mittelherkunftsnachweis.de können Sie mir Ihren Fall online oder per E-Mail für eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung schildern. Als Anwalt für Mittelherkunft und gesperrte Kryptovermögen prüfe ich, welche Schritte zur Klärung Ihrer BISON-Kontosperre sinnvoll sind.