BISON-Konto deaktiviert: Bitcoin noch da, aber kein Zugriff – was jetzt mit Ihrem Vermögen passiert
Ihr BISON-Konto wurde deaktiviert und plötzlich sind weder Bitcoin noch Euro-Guthaben erreichbar? Eine Kontodeaktivierung bedeutet nicht automatisch, dass Ihre Kryptowährungen verkauft oder Ihr Geld verloren sind. Entscheidend ist, ob lediglich der Zugang gesperrt wurde, einzelne Funktionen deaktiviert sind oder die gesamte Geschäftsbeziehung beendet werden soll.
Mein Rat als Rechtsanwalt: Sichern Sie sofort sämtliche Mitteilungen, fordern Sie eine schriftliche Bestandsauskunft an und widersprechen Sie einer unerwünschten Veräußerung Ihrer Kryptowährungen. Bei erheblichen Vermögenswerten sollten Sie die weitere Abwicklung rechtlich prüfen lassen.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Mein Schwerpunkt liegt auf Mittelherkunftsnachweisen, Kryptowährungen und dem Geldwäscherecht. Über mittelherkunftsnachweis.de biete ich eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung an.
Der Moment, in dem das Kryptovermögen unerreichbar wird
Stellen Sie sich folgenden hypothetischen Fall vor: Ein Anleger verwahrt bei BISON zwei Bitcoin und 18.000 Euro. Nach einer Übertragung von seiner Hardware-Wallet erscheint beim Login eine Fehlermeldung. Kurz darauf erhält er die Nachricht, dass sein Zugang deaktiviert wurde.
Der Mann kann weder seine Bestände kontrollieren noch eine Auszahlung veranlassen. Während der Bitcoin-Kurs schwankt, beantwortet der Kundensupport seine Fragen zunächst nicht abschließend.
Für die rechtliche Bewertung ist nun entscheidend, was BISON tatsächlich deaktiviert hat. Ein fehlender Zugang ist etwas anderes als eine Kündigung oder ein bereits ausgeführter Verkauf.
Wem gehören Bitcoin und andere Kryptowerte nach der Deaktivierung?
Die bloße Deaktivierung eines Benutzerkontos überträgt Ihre Vermögenswerte nicht automatisch auf BISON. Welche Herausgabe- und Verfügungsansprüche bestehen, richtet sich nach den Verwahrverträgen und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Bei BISON sind unterschiedliche Unternehmen für Kryptohandel, Verwahrung und Euro-Kontoführung beteiligt. Deshalb kann die Frage nach Bitcoin eine andere rechtliche Prüfung erfordern als die Freigabe eines Bankguthabens.
Ich empfehle, eine schriftliche Aufstellung sämtlicher Bestände zum Zeitpunkt der Deaktivierung anzufordern. Wichtig sind Kryptowährung, Menge, Euro-Guthaben und gegebenenfalls bereits veranlasste Transaktionen.
Konto deaktiviert oder nur Auszahlung gesperrt?
BISON ermöglicht es Nutzern, die Funktion für Krypto-Auszahlungen aus Sicherheitsgründen gesondert zu deaktivieren. Nach den offiziellen Sicherheitshinweisen ist eine spätere Reaktivierung nur über den Kundenservice möglich und kann mehrere Werktage benötigen.
Diese freiwillige Sicherheitsfunktion darf nicht mit einer vollständigen Kontodeaktivierung verwechselt werden. Ebenso können fehlgeschlagene Anmeldungen, Identitätsprüfungen oder ungewöhnliche Transaktionen unterschiedliche Einschränkungen auslösen.
Meine Empfehlung: Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ob Login, Handel, Euro-Auszahlungen und Kryptotransfers jeweils noch möglich sind. Diese Differenzierung hilft, unnötige Streitpunkte zu vermeiden.
Warum kann BISON den Zugang wegen Geldwäscheprüfungen einschränken?
Nach § 10 Geldwäschegesetz müssen Verpflichtete ihre Kunden identifizieren und Geschäftsbeziehungen risikoorientiert überwachen. Bei erhöhtem Risiko können nach § 15 GwG zusätzliche Sorgfaltspflichten bestehen.
Können bestimmte vorgeschriebene Prüfungen nicht erfüllt werden, kann § 10 Abs. 9 GwG die Fortsetzung einer Geschäftsbeziehung oder die Durchführung von Transaktionen verhindern. Eine Deaktivierung beweist allerdings weder eine Straftat noch zwingend eine behördliche Vermögenssperre.
Ich rate dazu, bei einer Nachweisanforderung genau zu klären, welche Geldbewegung beanstandet wird. Geht es um den ursprünglichen Bitcoin-Kauf, eine externe Wallet oder die Herkunft größerer Eurobeträge?
Wie lassen sich alte Bitcoin trotz fehlender Kaufbelege nachweisen?
Bei unserem hypothetischen Anleger stammen die Bitcoin möglicherweise aus dem Jahr 2018. Die ursprüngliche Handelsplattform wurde inzwischen geschlossen. Seine damaligen Kaufabrechnungen sind nicht mehr verfügbar.
Jetzt können archivierte Banküberweisungen, E-Mail-Bestätigungen, Steuerunterlagen und Blockchain-Transaktionen helfen. Ich empfehle eine chronologische Rekonstruktion vom ursprünglichen Geldeinsatz bis zur letzten Einzahlung bei BISON.
Dabei gilt: Eine Wallet-Signatur beweist die Kontrolle über eine Adresse, nicht automatisch die wirtschaftliche Herkunft der Bitcoin. Wer diese Nachweise verwechselt, riskiert weitere Rückfragen.
Kann BISON meine Kryptowährungen nach einer Kündigung verkaufen?
Die Deaktivierung allein erlaubt nicht automatisch einen Verkauf sämtlicher Kryptowerte. Bei einer tatsächlichen Vertragskündigung muss gesondert geprüft werden, welche Abwicklungsregelungen gelten und ob eine Übertragung auf eine eigene Wallet möglich ist.
BISON erklärt in seinen Informationen zur Kontoschließung, dass bei einer vom Nutzer veranlassten Kündigung vorhandene Bestände zuvor ausgeglichen werden müssen. Daraus folgt jedoch keine pauschale Verkaufsberechtigung bei jeder anbieterseitigen Kontobeendigung.
Mein Rat: Teilen Sie ausdrücklich schriftlich mit, wenn Sie Ihre Bitcoin behalten möchten. Bei einer angekündigten kurzfristigen Liquidation kann eine anwaltliche Eilprüfung erforderlich sein.
Wie erhalten Betroffene wieder Zugriff auf ihr Guthaben?
Zunächst sollte BISON schriftlich zur Klärung des Kontostatus aufgefordert werden. Fordern Sie eine Bestandsabrechnung, Angaben zu erforderlichen Nachweisen und die Erläuterung der vorgesehenen Vermögensabwicklung.
Bleiben diese Fragen offen, empfehle ich eine formelle Beschwerde. Bei der anwaltlichen Prüfung kommt es darauf an, welcher Vertragspartner verantwortlich ist und welche konkreten Auszahlungs- oder Herausgabeansprüche bestehen.
Besonders wichtig: Sichern Sie vor einer endgültigen Kontoschließung Handelsabrechnungen, Transaktionshistorien und Steuerberichte. Diese Dokumente können später auch gegenüber Ihrer Bank oder dem Finanzamt erforderlich werden.
BISON-Konto deaktiviert: Wann sollten Sie einen Anwalt einschalten?
Wenn hohe Kryptobestände unerreichbar bleiben, Herkunftsnachweise nicht akzeptiert werden oder eine Veräußerung angekündigt ist, sollten Sie frühzeitig rechtliche Unterstützung suchen.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich mit Mittelherkunftsnachweisen für Geld, Bitcoin, andere Kryptowährungen und Edelmetalle sowie Herkunftsprüfungen gegenüber Banken und dem Finanzamt.
Über mein seit 2021 betriebenes Fachportal mittelherkunftsnachweis.de können Sie mir Ihren Fall online oder per E-Mail für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern. Ich prüfe, wie sich Ihre Vermögensherkunft dokumentieren lässt und welche rechtlichen Möglichkeiten bei einer BISON-Kontodeaktivierung bestehen.