BISON verlangt einen Mittelherkunftsnachweis: Welche Belege wirklich zählen – und wie Sie Probleme vermeiden
BISON fordert einen Mittelherkunftsnachweis für Ihre Bitcoin oder Ihr Geld? Entscheidend ist, dass Sie nicht nur Ihren heutigen Kryptobestand belegen, sondern die wirtschaftliche Herkunft Ihrer Vermögenswerte nachvollziehbar erklären. Dafür kommen Bankkontoauszüge, Kaufabrechnungen, Steuerbescheide, Einkommensnachweise und historische Blockchain-Transaktionen infrage. Welche Dokumente erforderlich sind, hängt vom Einzelfall ab.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen und dem Geldwäscherecht. Auf meinem seit 2021 betriebenen Fachportal mittelherkunftsnachweis.de können Betroffene eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung erhalten. Schildern Sie mir Ihren Fall online oder per E-Mail.
Ein beispielhafter Fall: Ein Anleger besitzt 4 Bitcoin, die er zwischen 2016 und 2019 gekauft hat. Inzwischen möchte er einen Teil über BISON verkaufen. Doch plötzlich verlangt die Plattform historische Herkunftsbelege. Das Problem: Zwei damalige Börsenkonten existieren nicht mehr. Der Anleger kennt seine Vermögensgeschichte, kann sie aber nicht vollständig dokumentieren.
Welche Dokumente verlangt BISON beim Mittelherkunftsnachweis?
BISON nennt in seinem offiziellen Hilfebereich ausdrücklich Gehaltsnachweise, Steuererklärungen und Belege über größere Ein- und Auszahlungen. Bei externen Kryptotransfers können außerdem Screenshots der sendenden Handelsplattform verlangt werden.
Für Bitcoin-Käufe empfehle ich zusätzlich historische Handelsabrechnungen, Banküberweisungen an Kryptobörsen und vorhandene Transaktionsübersichten. Bei geerbtem oder geschenktem Vermögen können Erbschein, Testament, Schenkungsvertrag oder entsprechende Zahlungsbelege wichtig werden.
Meine Empfehlung: Fragen Sie BISON zunächst, welcher konkrete Vermögensvorgang überprüft werden soll. Nicht jedes Dokument ist für jede Prüfung erforderlich. Ein gezielt zusammengestelltes Nachweispaket ist regelmäßig aussagekräftiger als eine ungeordnete Sammlung persönlicher Unterlagen.
Warum möchte BISON überhaupt die Mittelherkunft wissen?
Die Grundlage bildet das Geldwäschegesetz. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG müssen Verpflichtete Geschäftsbeziehungen überwachen und Transaktionen erforderlichenfalls mit Informationen zur Herkunft der Vermögenswerte abgleichen.
Bei erhöhtem Risiko können nach § 15 GwG zusätzliche Prüfpflichten entstehen. Deshalb können selbst langjährige Kunden plötzlich mit einer Nachweisanforderung konfrontiert werden. Eine solche Prüfung ist kein Beweis für Geldwäsche.
Ich rate dazu, die Anfrage ernst zu nehmen und die angegebene Frist zu beachten. Bei Unklarheiten sollte schriftlich um Präzisierung gebeten werden, statt vorschnell Vermutungen über die Herkunft einzelner Transaktionen abzugeben.
Der entscheidende Unterschied: Woher stammt das Geld, woher stammen die Bitcoin?
Wer Bitcoin im Jahr 2017 für 5.000 Euro gekauft hat, muss unter Umständen zwei unterschiedliche Vorgänge erklären: die Herkunft der damaligen 5.000 Euro und den tatsächlichen Erwerb der Kryptowährungen.
Ein Bankauszug über eine Überweisung an eine Handelsplattform belegt zunächst die Zahlung. Eine Kaufabrechnung dokumentiert den Erwerb. Erst zusammen entsteht eine nachvollziehbare Verbindung zwischen ursprünglichen Finanzmitteln und späterem Kryptovermögen.
Aus anwaltlicher Sicht ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Ein aktueller Bitcoin-Bestand oder eine Wallet-Signatur beweist nicht automatisch, dass die Kryptowährungen ursprünglich mit eigenen legalen Mitteln angeschafft wurden.
Wie rekonstruieren Sie alte Bitcoin-Käufe ohne vollständige Unterlagen?
Unser beispielhafter Anleger verfügt nur noch über einzelne Banküberweisungen aus dem Jahr 2016. Seine damaligen Bitcoin-Kaufabrechnungen fehlen. Trotzdem lässt sich möglicherweise ein erheblicher Teil der Vermögensgeschichte rekonstruieren.
Ich empfehle, alte E-Mail-Postfächer zu durchsuchen, archivierte Kontoauszüge anzufordern und vorhandene Wallet-Adressen auszuwerten. Blockchain-Explorer können anhand von Transaktionskennungen zeigen, wann Bitcoin zwischen bestimmten Adressen übertragen wurden.
Dabei müssen Beweisgrenzen klar benannt werden: Eine Blockchain-Übertragung ist kein vollständiger Eigentums- oder Herkunftsnachweis. Fehlende Kaufbelege sollten nicht durch nachträglich konstruierte Angaben ersetzt werden.
Warum werden eingereichte Herkunftsnachweise manchmal nicht akzeptiert?
Ein Nachweis kann unzureichend sein, obwohl die einzelnen Dokumente echt sind. Häufig fehlt die nachvollziehbare Verbindung zwischen ursprünglicher Bankzahlung, anschließendem Kryptokauf und späteren Wallet-Transfers.
Besonders problematisch sind widersprüchliche Beträge, unterschiedliche Zeitangaben oder größere unerklärte Transaktionen. Auch Screenshots ohne erkennbaren Kontoinhaber oder Transaktionsbezug können begrenzte Aussagekraft besitzen.
Ich empfehle deshalb eine chronologische Vermögensübersicht mit Datum, Betrag, beteiligter Plattform, Wallet-Adresse und zugehörigem Beleg. Jede wesentliche Transaktion sollte verständlich erklärt werden. Bestehende Lücken sind ausdrücklich kenntlich zu machen.
Kann BISON wegen fehlender Mittelherkunftsnachweise das Konto sperren?
Unter bestimmten Voraussetzungen ja. Können gesetzlich vorgeschriebene Identifizierungs- und weitere Sorgfaltspflichten nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 GwG nicht erfüllt werden, können nach § 10 Abs. 9 GwG Transaktionen und die Fortsetzung der Geschäftsbeziehung untersagt sein.
Bei nicht erfüllbaren verstärkten Sorgfaltspflichten kann § 15 Abs. 9 GwG entsprechende Folgen auslösen. Allerdings rechtfertigt nicht jede Dokumentationslücke automatisch eine unbegrenzte Kontosperre.
Meine Empfehlung: Lassen Sie bei einer längeren Blockade klären, welche Prüfung tatsächlich offensteht, welche Unterlagen fehlen und ob vertragliche Auszahlungs- oder Herausgabeansprüche bestehen. Bei erheblichen Beträgen kann ein spezialisierter Rechtsanwalt die rechtlichen Voraussetzungen überprüfen.
Wie sollten Sie Ihre Nachweise sicher an BISON übermitteln?
BISON empfiehlt, sensible Dokumente über das verschlüsselte Kontaktformular unter support.bisonapp.com einzureichen. Persönliche Unterlagen sollten nicht ungeschützt per gewöhnlicher E-Mail versendet werden.
Prüfen Sie vor jeder Übermittlung den tatsächlichen Absender. BISON weist darauf hin, niemals Passwörter anzufordern. Auch private Wallet-Schlüssel und Seed-Phrases dürfen keinesfalls herausgegeben werden.
Ich empfehle, sämtliche eingereichten Dateien zusammen mit Eingangsbestätigungen und Support-Nachrichten zu archivieren. So lässt sich später nachvollziehen, welche Herkunftsnachweise BISON bereits erhalten hat.
BISON-Mittelherkunftsnachweis: Wann ist anwaltliche Hilfe sinnvoll?
Besonders bei älteren Bitcoin-Beständen, größeren Auszahlungen oder fehlenden historischen Kaufbelegen kann eine anwaltliche Prüfung sinnvoll sein. Entscheidend ist, die Vermögensherkunft nachvollziehbar darzustellen, ohne unbelegte Behauptungen aufzustellen.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Meine Kanzlei beschäftigt sich spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen für Geld, Kryptowährungen, Edelmetalle sowie Herkunftsprüfungen gegenüber Banken, dem Finanzamt und nach dem Geldwäschegesetz.
Auf meinem seit 2021 betriebenen Fachportal mittelherkunftsnachweis.de können Sie mir Ihren Fall online oder per E-Mail für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern. Als Anwalt für Mittelherkunft und Vermögensherkunft prüfe ich, welche Dokumente in Ihrem konkreten Fall benötigt werden und wie sich Schwierigkeiten mit BISON rechtlich klären lassen.