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Mittelherkunft und Geldwäscherecht

BISON zahlt Kryptowährungen nicht aus: 24 Tage ohne Überweisung – ein Reddit-Fall zeigt, was wirklich hilft

Veröffentlicht am 22.10.2026 –

BISON führt Ihre Krypto-Auszahlung nicht aus, obwohl die Coins verfügbar sind? Dann sollten Sie zunächst prüfen, ob überhaupt eine Blockchain-Transaktion ausgelöst wurde. Fehlt die Transaktionskennung (TXID), kann die Auszahlung noch bei BISON festhängen. Verlangen Sie schriftlich eine Statusauskunft, prüfen Sie offene Verifizierungen und reichen Sie bei ausbleibender Reaktion eine formelle Beschwerde ein.

Wie wichtig das ist, zeigt ein Erfahrungsbericht auf Reddit. Dort schildert ein Anleger, dass seine Kryptowährungen erst 24 Tage nach dem Auszahlungsauftrag auf der Zielbörse ankamen. Nach seiner Darstellung brachte die Beschwerde schließlich Bewegung in den Vorgang.

Drei Auszahlungen am selben Tag – nur eine verschwindet

Am 29. Dezember 2024 wollte der Reddit-Nutzer seine Bestände bei BISON auflösen. Er beauftragte die Übertragung zweier Kryptowährungen zu einer anderen, nach seinen Angaben BaFin-regulierten Kryptobörse. Gleichzeitig ließ er sein Euro-Guthaben auszahlen.

Die kleinere Kryptoposition, im Beitrag „Krypto B“ genannt, erreichte die Zielbörse nach ungefähr 24 Stunden. Das Euro-Guthaben traf innerhalb eines Tages auf seinem Bankkonto ein.

Nur die größere Position, „Krypto X“, blieb aus.

Der Nutzer hatte diese Kryptowährung bereits 2021 bei BISON gekauft und dort verwahrt. Dennoch erfolgte zunächst keine Übertragung.

Meine anwaltliche Einschätzung: Gerade der Vergleich der drei Aufträge ist wichtig. Er spricht gegen eine vollständig ausgefallene Kontoverbindung, beweist aber noch nicht, weshalb ausgerechnet die größere Kryptoposition zurückgehalten wurde.

Keine Blockchain-Transaktion: Der entscheidende Hinweis

Besonders auffällig: Für die ausstehende Kryptowährung war laut Reddit-Beitrag überhaupt keine Transaktion auf der Blockchain sichtbar.

Das unterscheidet den Fall von einer bereits versendeten, aber noch nicht bestätigten Überweisung.

Wurde noch keine Blockchain-Transaktion ausgelöst, können die Coins weiterhin in der internen Bearbeitung des Anbieters festhängen.

Ich empfehle deshalb, zwischen „Auszahlung beauftragt“ und „Kryptowährung tatsächlich versendet“ zu unterscheiden.

Nach den aktuellen BISON-Hinweisen zu Krypto-Auszahlungen können Aufträge unter anderem ausstehen, bearbeitet, pausiert oder storniert sein.

Verlangen Sie den konkreten Status und gegebenenfalls die TXID.

Der Support antwortet – aber anfangs an der Sache vorbei

Der Anleger wartete wegen des Jahreswechsels zunächst ab. Am 8. Januar 2025 schrieb er dem Support und bat um Übertragung bis zum 10. Januar.

Die erste Rückmeldung betraf allerdings nicht die Kryptowährungen.

Der Nutzer hatte seine Anfrage von einer anderen E-Mail-Adresse verschickt als derjenigen, die bei BISON registriert war. Deshalb verweigerte der Support die inhaltliche Bearbeitung.

Anschließende Nachrichten von der registrierten Adresse blieben nach seiner Darstellung unbeantwortet.

Mein Rat: Verwenden Sie für Support-Anfragen ausschließlich den registrierten Kommunikationsweg. Sichern Sie jede Eingangsbestätigung und vermeiden Sie widersprüchliche Anfragen über verschiedene E-Mail-Konten.

Die Beschwerde bringt nach zwei Arbeitstagen Bewegung

In der Reddit-Diskussion empfahl ein Kommentator das offizielle Beschwerdeformular. Andere schlugen vor, die BaFin einzuschalten oder den Vorgang zunächst abzuwarten.

Der Verfasser entschied sich für die Beschwerde.

In seinem späteren Update berichtete er, dass die Kryptowährungen zwei Arbeitstage nach Einreichen der Beschwerde auf der Zielbörse angekommen seien – insgesamt 24 Tage nach seinem ursprünglichen Auszahlungswunsch.

Rund zwei Stunden später habe BISON die Verzögerung per E-Mail mit der „Transfer of Funds Regulation“ erklärt und sich entschuldigt.

Das ist eine persönliche Schilderung, kein Nachweis dafür, dass Beschwerden generell binnen zwei Tagen erfolgreich sind.

Warum die neue EU-Regulierung eine Rolle gespielt haben könnte

Ein weiterer Reddit-Nutzer berichtete von derselben Problematik am 29. Dezember 2024. Ihm sei ebenfalls die neue EU-Regulierung als Ursache genannt worden.

Ein Kommentator vermutete außerdem einen Zusammenhang mit MiCA und dem Satoshi-Test.

Hier ist eine rechtliche Differenzierung notwendig: Die europäische Transfer-of-Funds-Verordnung (EU) 2023/1113 gilt für entsprechende Kryptotransfers seit dem 30. Dezember 2024. Sie verpflichtet Kryptodienstleister, bestimmte Absender- und Empfängerdaten zu erfassen.

MiCA und die Travel Rule sind unterschiedliche Regelwerke. Ein Satoshi-Test wiederum dient gegebenenfalls dem Nachweis der Kontrolle über eine private Wallet.

Im geschilderten Fall handelte es sich jedoch um einen Transfer zwischen Kryptobörsen. Ob gerade fehlende Empfängerdaten die Verzögerung verursachten, lässt sich aus dem Reddit-Beitrag nicht feststellen.

Warum der Hinweis auf Geldwäsche nicht jede Verzögerung erklärt

Der Anleger betonte, dass seine Kryptowährungen bereits 2021 bei BISON gekauft worden seien.

Das ist ein relevanter Umstand, weil die ursprünglichen Kauftransaktionen grundsätzlich aus der Plattformhistorie nachvollzogen werden könnten.

Dennoch können nach § 10 Geldwäschegesetz risikoorientierte Prüfpflichten bestehen. Auch die Travel Rule kann zusätzliche Informationen erforderlich machen.

Ich empfehle deshalb, nicht vorschnell von einem Geldwäscheverdacht auszugehen. Zunächst sollte geklärt werden, welche konkrete Verifizierung oder technische Bearbeitung aussteht.

BISON zahlt nicht aus: Wann sollten Anleger rechtlich vorgehen?

Eine formelle Beschwerde ist ein sinnvoller nächster Schritt, wenn Support-Anfragen ohne Ergebnis bleiben.

Ich empfehle, darin Kryptowährung, Menge, Zielplattform, Auszahlungsdatum, bisherige Ticketnummern und den fehlenden Blockchain-Nachweis aufzuführen. Verlangen Sie eine konkrete Erklärung und die Prüfung Ihres Übertragungsanspruchs.

Bei erheblichen Verzögerungen können vertragliche Leistungsansprüche und gegebenenfalls Verzugsschäden nach §§ 280, 286 BGB zu prüfen sein. Eine Beschwerde bei der BaFin ersetzt keine zivilrechtliche Durchsetzung.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Ich beschäftige mich mit blockierten Kryptowährungen, Mittelherkunftsnachweisen und rechtlichen Problemen bei Kryptotransfers.

Auf mittelherkunftsnachweis.de biete ich eine kostenfreie anwaltliche Ersteinschätzung online oder per E-Mail an.

Die wichtigste Lehre aus dem Reddit-Fall: Wenn BISON Kryptowährungen nicht überträgt, sollten Sie den fehlenden Versand nachweisen, den richtigen Kommunikationsweg nutzen und bei anhaltender Untätigkeit gezielt Beschwerde einreichen.