Mittelherkunftsnachweis bei ChangeNOW: Was tun, wenn eine Transaktion wegen KYC oder AML gestoppt wird?
Ein Anleger möchte bei ChangeNOW einen größeren Kryptobetrag tauschen. Er sendet seine Coins an die vorgesehene Adresse und rechnet damit, dass der Swap wie gewohnt automatisch ausgeführt wird. Stattdessen wird die Transaktion angehalten. ChangeNOW fordert eine Verifizierung und möchte zusätzliche Informationen zur Herkunft der Mittel sehen. Für den Nutzer ist das besonders unangenehm, weil sich die Kryptowährungen bereits im laufenden Tauschprozess befinden.
Seine Coins stammen aus mehreren Quellen: ein Teil aus alten Bitcoin-Käufen, ein Teil aus Staking-Erträgen und ein weiterer Teil aus späteren Umschichtungen zwischen verschiedenen Kryptowährungen. Nun muss er nachvollziehbar erklären, wie dieses Vermögen entstanden ist. Genau hier zeigt sich, warum ein Mittelherkunftsnachweis bei ChangeNOW deutlich komplexer sein kann als eine normale Ausweisprüfung.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und der Dokumentation von Vermögensherkunft bei Kryptowährungen und Geld. Wenn Ihre ChangeNOW-Transaktion wegen einer Compliance-Prüfung gestoppt wurde, können Sie Ihren Fall über mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Dort erhalten Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung.
ChangeNOW kontrolliert Transaktionen mit einem Risikomanagementsystem
ChangeNOW unterscheidet sich in seiner Struktur von klassischen Kryptobörsen. Der Dienst arbeitet nicht wie ein typisches dauerhaftes Kundenkonto mit verwahrtem Guthaben, sondern bezeichnet sein Angebot als non-custodial.
Gleichzeitig werden Transaktionen automatisiert überprüft. ChangeNOW erklärt in seinen aktuellen AML- und KYC-Regelungen, dass ein Risikomanagementsystem die Vorgänge analysiert und bei bestimmten Auffälligkeiten eine zusätzliche Prüfung auslösen kann.
Für Kunden bedeutet das: Auch ein scheinbar einfacher Swap kann plötzlich zu einer Compliance-Prüfung führen. Dabei kann neben der Identität ausdrücklich auch die Herkunft der eingesetzten Mittel abgefragt werden.
Für Nutzer aus der EU ist KYC inzwischen besonders relevant
Ein wichtiger Punkt hat sich bei ChangeNOW inzwischen verändert. In den aktuellen Nutzungsbedingungen wird für Nutzer mit Wohnsitz unter anderem in der Europäischen Union eine verpflichtende KYC-Anforderung beschrieben.
Damit sollten deutsche Nutzer nicht davon ausgehen, dass ChangeNOW grundsätzlich ohne Identitätsprüfung nutzbar ist. Abhängig vom verwendeten Dienst und dem konkreten Zugang kann bereits vor Nutzung eine erfolgreiche Verifizierung erforderlich sein.
Zusätzliche AML-Prüfungen bleiben davon unabhängig möglich. Selbst nach erfolgter Identifikation kann ChangeNOW weitere Dokumente verlangen, wenn eine Transaktion besondere Risiken aufweist.
Was genau kann ChangeNOW zur Mittelherkunft verlangen?
Die Nutzungsbedingungen geben ChangeNOW ausdrücklich die Möglichkeit, während des AML/KYC-Verfahrens zusätzliche Informationen über die Herkunft der Gelder anzufordern.
Welche Unterlagen konkret benötigt werden, wird nicht pauschal für jeden Fall festgelegt. Nach ChangeNOWs eigener Richtlinie können die Anforderungen abhängig von der Art des jeweiligen Vorgangs variieren.
Genau deshalb sollte die Antwort nicht nach einem Standardschema erfolgen. Zuerst muss geklärt werden, welche Kryptowährungen betroffen sind, woher sie stammen und welche Stationen für die heutige Transaktion tatsächlich relevant sind.
Unser Beispielfall: Bitcoin, Staking und mehrere Swaps
Der Anleger aus unserem Ausgangsfall kaufte 2019 Bitcoin mit 10.000 Euro aus Arbeitseinkommen. Zwei Jahre später tauschte er einen Teil davon in andere Kryptowährungen. Später entstanden zusätzlich Erträge aus Staking.
Heute liegen die Werte gebündelt auf einer Wallet. Für ChangeNOW sieht die aktuelle Transaktion zunächst wie ein einziger größerer Kryptobetrag aus. Wirtschaftlich stecken dahinter jedoch verschiedene Entstehungswege.
Ein sinnvoller Herkunftsnachweis sollte diese Quellen deshalb getrennt erklären. Alte Käufe, spätere Tauschvorgänge und zusätzliche Kryptoeinnahmen sollten nicht unter einer pauschalen Angabe wie „Investment“ zusammengefasst werden, wenn dadurch wesentliche Zusammenhänge verloren gehen.
ChangeNOW kann einzelne Wallets und Adressen prüfen
Besonders relevant ist bei ChangeNOW die blockchainbezogene Risikoprüfung. Das Unternehmen beschreibt, dass AML/KYC-Maßnahmen auf einzelne Kunden, Wallets, Adressen und bestimmte Vermögenswerte angewendet werden können.
Das erklärt, warum nicht nur die Höhe eines Tauschs entscheidend sein muss. Auch die Transaktionshistorie einer Wallet oder einer Adresse kann zu einer zusätzlichen Prüfung beitragen.
Für Betroffene ist deshalb wichtig, die Herkunft ihrer Coins nicht ausschließlich mit einem aktuellen Wallet-Screenshot erklären zu wollen. Bei einer Blockchain-Prüfung können frühere Bewegungen bereits technisch sichtbar sein.
Was passiert, wenn der Swap während der Prüfung eingefroren wird?
ChangeNOW behält sich ausdrücklich vor, eine Tauschtransaktion während einer AML/KYC-Untersuchung vorübergehend einzufrieren.
Während dieser Zeit können die betreffenden Kryptowährungen nach den aktuellen Bedingungen zur sicheren Verwahrung in Cold Storage übertragen werden. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Gelder verloren sind. Die Transaktion befindet sich vielmehr in einer laufenden Compliance-Prüfung.
In dieser Situation sollten Betroffene besonders sorgfältig kommunizieren. Bei größeren Beträgen kann ein Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise bei Kryptowährungen helfen, die vorhandenen Dokumente und Blockchain-Daten zunächst intern zu ordnen, bevor weitere Angaben gemacht werden.
Für die Verifizierung gibt es ein Zeitfenster
ChangeNOW nennt in seinen aktuellen Bedingungen ein Verifizierungszeitfenster von drei Tagen, wenn ein Swap aufgrund eines Hinweises des Risikomanagementsystems gestoppt und zur KYC-Prüfung weitergeleitet wurde.
Der Nutzer erhält in diesem Fall einen Link zum vorgesehenen Verifizierungsverfahren. Die Identitätsprüfung erfolgt über den externen KYC-Dienstleister Sumsub, mit dem ChangeNOW bereits seit 2021 zusammenarbeitet.
Wer eine entsprechende Aufforderung erhält, sollte daher nicht unnötig Zeit verlieren. Gleichzeitig sollte vor dem Einreichen komplexer Angaben geklärt werden, wie sich die tatsächliche Mittelherkunft korrekt darstellen lässt.
Kann man die KYC-Prüfung bei ChangeNOW ablehnen?
Nach den veröffentlichten Bedingungen kann ein Nutzer die Durchführung des Verfahrens in bestimmten Fällen ablehnen. Dann kann eine Rückerstattung vorgesehen sein.
Das sollte jedoch nicht pauschal als einfacher Ausweg verstanden werden. Bei Transaktionen, die im Verdacht stehen, mit illegalen Aktivitäten in Verbindung zu stehen, kann ChangeNOW die betreffende Transaktion für die Dauer weiterer Untersuchungen einfrieren. In solchen Fällen können zusätzlich zuständige Behörden eine Rolle spielen.
Ob eine Rückzahlung möglich ist und wie sie abgewickelt wird, hängt deshalb vom jeweiligen Fall ab.
Wohin erfolgt eine Rückerstattung?
Für einen praktischen Herkunftsnachweis ist ein weiterer Punkt wichtig: ChangeNOW sieht bei bestimmten gescheiterten beziehungsweise abgelehnten KYC-Situationen grundsätzlich eine Rückführung an die ursprüngliche Adresse oder die ursprünglichen Adressen vor.
Das kann bedeutsam werden, wenn die Kryptowährungen nicht direkt von einer eigenen Wallet kamen, sondern beispielsweise über eine Börse oder einen anderen Dienst gesendet wurden.
Vor einer Transaktion sollte deshalb immer bekannt sein, von welcher Adresse die Coins tatsächlich versendet werden und ob eine mögliche Rückerstattung technisch problemlos empfangen werden kann.
Warum Drittanbieter eine zusätzliche KYC-Ebene schaffen können
Nicht jede über ChangeNOW angestoßene Transaktion wird ausschließlich durch ChangeNOW selbst verarbeitet. Das Unternehmen arbeitet bei bestimmten Vorgängen mit Drittanbietern zusammen.
ChangeNOW weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Partner eigene KYC-Richtlinien haben können. Das betrifft insbesondere fiatbezogene Dienstleistungen.
Damit können zwei unterschiedliche Prüfungen entstehen: ChangeNOW bewertet einen Vorgang nach seinem eigenen Risikosystem, während ein eingebundener Zahlungs- oder Fiatpartner zusätzliche Informationen nach seinen eigenen Vorgaben verlangt. Ein Mittelherkunftsnachweis für ChangeNOW sollte deshalb immer im konkreten Zusammenhang des jeweiligen Vorgangs betrachtet werden.
Warum ein Blockchain-Ausdruck allein häufig nicht genügt
Die Blockchain kann zeigen, dass Kryptowährungen von Adresse A über Adresse B zu Adresse C gelangt sind. Sie erklärt aber nicht automatisch, warum die Coins ursprünglich erworben wurden.
Genau hier liegt die Schnittstelle zwischen technischer Transaktionshistorie und wirtschaftlicher Vermögensherkunft. Eine Banküberweisung an eine frühere Börse kann beispielsweise erklären, wie der ursprüngliche Bitcoin-Kauf finanziert wurde. Die Blockchain dokumentiert anschließend die weiteren Transfers.
Eine gute Dokumentation kombiniert deshalb verschiedene Belegarten, anstatt ausschließlich auf Blockchain-Daten zu setzen.
Wie weise ich Staking-Erträge oder Krypto-Gewinne nach?
Bei unserem Anleger stammt ein Teil des heutigen Vermögens nicht aus direkten Käufen, sondern aus später entstandenen Staking-Erträgen.
In solchen Situationen sollte die Herkunftskette unterscheiden zwischen ursprünglich eingesetztem Kapital und später erwirtschafteten Kryptowährungen. Hilfreich können etwa Account-Historien, Reward-Aufstellungen, Wallet-Eingänge und steuerliche Aufzeichnungen sein.
Wer verschiedene Krypto-Einkunftsarten über Jahre vermischt hat, sollte vor einer umfangreichen Einreichung eine Kanzlei für Mittelherkunft und Vermögensherkunft einschalten. Gerade bei hohen Beträgen können vermeidbare Unklarheiten zu weiteren Compliance-Fragen führen.
Welche Fehler sollte man bei ChangeNOW unbedingt vermeiden?
Der wichtigste Fehler ist eine Erklärung, die sich nicht mit den objektiven Blockchain-Daten vereinbaren lässt. Wer behauptet, Coins hätten seit Jahren auf derselben Wallet gelegen, obwohl mehrere Transfers öffentlich erkennbar sind, erzeugt unnötige Widersprüche.
Ebenso problematisch sind wechselnde Angaben zur Geldquelle. Wenn zunächst von Gehalt gesprochen wird, später von einer Erbschaft und anschließend von Trading-Gewinnen, ohne diese Quellen voneinander abzugrenzen, wird der Fall unnötig unübersichtlich.
ChangeNOW verlangt ausdrücklich wahre, aktuelle, vollständige und korrekte Angaben. Dokumente sollten deshalb erst eingereicht werden, nachdem die tatsächliche Vermögenshistorie intern rekonstruiert wurde.
ChangeNOW kann Informationen mit Behörden teilen
Auch dieser Punkt gehört zu einer realistischen Einschätzung einer AML-Prüfung. ChangeNOW weist darauf hin, dass bestimmte Informationen auf entsprechende Anfrage an zuständige Behörden weitergegeben werden können.
Eine gewöhnliche KYC-Anfrage bedeutet keineswegs automatisch, dass Behörden eingeschaltet sind. Bei Transaktionen mit tatsächlichen Auffälligkeiten oder bei behördlichen Ermittlungen können Datenübermittlungen jedoch Teil des Prozesses sein.
Gerade deshalb sollte eine Mittelherkunftserklärung niemals erfunden oder beschönigt werden. Fehlen Nachweise, ist eine ehrliche und nachvollziehbare Erklärung der vorhandenen Beleglage sinnvoller als eine vermeintlich perfekte, aber objektiv falsche Geschichte.
So erstellen Sie einen Mittelherkunftsnachweis für ChangeNOW
Beginnen Sie mit der Kryptowährung, die Gegenstand des gestoppten Swaps ist. Ermitteln Sie anschließend die Wallet, von der die Transaktion gestartet wurde, und verfolgen Sie die wesentlichen vorherigen Bewegungen zurück.
Danach klären Sie den wirtschaftlichen Ursprung: Kauf aus Gehalt, frühere Kryptogewinne, Mining, Staking, Verkauf anderer Vermögenswerte oder eine andere legitime Quelle. Ordnen Sie Bank- und Exchange-Unterlagen sowie Blockchain-Transaktionen den jeweiligen Stationen zu.
Kontrollieren Sie zuletzt, ob Ihre schriftliche Erklärung exakt zu den verfügbaren Daten passt. Bei einem erheblichen Kryptobetrag oder einer bereits eingefrorenen Transaktion kann ein spezialisierter Anwalt für Mittelherkunftsnachweise die Dokumentation vor der Kommunikation mit dem Compliance-Team prüfen.
Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweis bei ChangeNOW
Ein Mittelherkunftsnachweis bei ChangeNOW kann besonders dringend werden, weil die Prüfung teilweise während eines bereits gestarteten Kryptotauschs erfolgt. Alte Wallets, Staking-Erträge, mehrere Coins, frühere Börsen und lange Transaktionsketten können die Rekonstruktion zusätzlich erschweren.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und Vermögensherkunft für Kryptowährungen, Geld und Edelmetalle sowie mit entsprechenden Fragestellungen gegenüber Kryptodienstleistern, Banken, Finanzamt und nach dem Geldwäschegesetz.
Wenn ChangeNOW Ihren Swap gestoppt hat oder zusätzliche Informationen zur Herkunft der Mittel, Geldherkunft, Kryptoherkunft oder Vermögensherkunft verlangt, können Sie Ihren Fall über mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Dort erhalten Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann. Als Anwalt und Spezialist für Mittelherkunftsnachweise prüfe ich, wie sich auch komplexe Blockchain- und Vermögenshistorien nachvollziehbar und widerspruchsfrei aufbereiten lassen.