Mittelherkunftsnachweis bei Bitvavo: So weisen Sie die Herkunft von Geld und Kryptowährungen richtig nach
Ein Anleger besitzt seit 2019 verschiedene Kryptowährungen. Zunächst investierte er monatlich kleinere Beträge, später erhielt er zusätzlich 60.000 Euro aus dem Verkauf einer Beteiligung. Über die Jahre wurden Bitcoin und Ethereum zwischen verschiedenen Börsen und eigenen Wallets bewegt. Schließlich zahlt er Kryptowerte im Gesamtwert von rund 230.000 Euro bei Bitvavo ein. Dann kommt die Aufforderung: Bitvavo möchte einen Nachweis über die Herkunft der Geldmittel. Wie lässt sich nach Jahren noch erklären, woher das Krypto-Vermögen tatsächlich stammt?
Gerade ein Mittelherkunftsnachweis bei Bitvavo kann weit über einen einzelnen Kontoauszug hinausgehen. Bitvavo kann nicht nur Nachweise für Euro-Einzahlungen verlangen. Wurden digitale Vermögenswerte eingezahlt, kann ebenfalls eine Erklärung erforderlich sein, wie und wann diese Kryptowährungen erworben wurden.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Kryptowährungen, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Auf mittelherkunftsnachweis.de widme ich mich seit 2021 vertieft diesen Themen. Betroffene können ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung zum Mittelherkunftsnachweis bei Bitvavo erhalten.
Bitvavo verlangt einen Proof of Source of Funds – was bedeutet das?
Bitvavo verwendet für die Prüfung den Begriff Proof of Source of Funds, kurz POSOF. Damit soll nachvollziehbar werden, wie ein Kunde die bei Bitvavo eingesetzten finanziellen Mittel erworben hat.
Ähnliche Source-of-Funds-Anforderungen stellen auch andere große Kryptobörsen wie Crypto.com.
Besonders wichtig ist eine aktuelle Vorgabe von Bitvavo: Die Dokumentation soll grundsätzlich mindestens den Gesamtbetrag der Einzahlungen abdecken. Es reicht deshalb möglicherweise nicht aus, nur die jüngste größere Transaktion zu erklären.
Wer über mehrere Jahre immer wieder Geld oder Kryptowährungen eingezahlt hat, sollte daher zunächst eine Gesamtübersicht erstellen. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Vermögensquellen tatsächlich dokumentiert werden müssen.
Bei Kryptowährungen will Bitvavo auch wissen, wie und wann sie erworben wurden
Krypto-Anleger sollten einen weiteren Punkt kennen. Bitvavo weist ausdrücklich darauf hin, dass auch für eingezahlte digitale Währungen ein Nachweis benötigt werden kann.
Dabei kann insbesondere eine Erklärung gefragt sein, wie und wann die Kryptowährungen erworben wurden. Genau hier beginnen bei älteren Portfolios häufig die Schwierigkeiten.
Ein Bitcoin-Bestand von heute 150.000 Euro kann beispielsweise auf Käufe von lediglich 20.000 Euro zurückgehen. Für einen Mittelherkunftsnachweis bedeutet das nicht, dass vor Jahren bereits 150.000 Euro investiert worden sein müssen. Entscheidend ist die nachvollziehbare Entwicklung des tatsächlichen Bestands.
Die erste Aufgabe: Einzahlungen vollständig erfassen
Bevor Sie Dokumente zusammensuchen, sollten Sie zunächst feststellen, welche Mittel überhaupt zu Bitvavo gelangt sind.
Trennen Sie dabei Euro-Einzahlungen und Krypto-Einzahlungen. Notieren Sie Datum, Betrag beziehungsweise Coin-Menge und die jeweilige Herkunft. Bereits dadurch entsteht eine erste Landkarte des Sachverhalts.
Gerade bei vielen Transaktionen ist diese Vorbereitung entscheidend. Ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise und Kryptowährungen kann anschließend prüfen, welche Vorgänge zusammengehören und welche Vermögensquellen separat erklärt werden sollten.
Unser Anleger hat nicht eine, sondern mehrere Mittelherkünfte
Im Beispielfall hat der Anleger regelmäßig Geld aus seinem Arbeitseinkommen investiert. Später kamen 60.000 Euro aus dem Verkauf einer Beteiligung hinzu.
Damit existieren mindestens zwei klassische Vermögensquellen. Aus diesen Finanzmitteln wurden anschließend unterschiedliche Kryptowährungen erworben.
Der richtige Ansatz lautet deshalb nicht einfach „230.000 Euro Kryptogewinne“. Viel präziser ist die Darstellung: regelmäßige Investitionen aus Einkommen plus zusätzlicher Kapitaleinsatz aus einem Beteiligungsverkauf, daraus erworbene Kryptowährungen und anschließende Wertentwicklung.
Wallet-Nachweis und Mittelherkunft bei Bitvavo nicht verwechseln
Bei Bitvavo kann zusätzlich zur Herkunft des Vermögens eine Verifizierung externer Wallet-Adressen erforderlich werden.
Vergleichbare Anforderungen zur Wallet-Verifizierung stellt auch die Börse Gemini an ihre Nutzer.
Grund dafür sind unter anderem die europäischen Vorgaben zur sogenannten Travel Rule. Bei bestimmten Krypto-Einzahlungen oder Auszahlungen muss nachvollzogen werden, wem eine externe Wallet gehört.
Das beantwortet jedoch eine andere Frage. Der Wallet-Nachweis zeigt, dass die Adresse Ihnen gehört. Der Mittelherkunftsnachweis soll erklären, wie Sie die darauf befindlichen Vermögenswerte erworben haben. Beide Prüfungen können daher nebeneinander auftreten.
Self-Hosted Wallet bei Bitvavo vorher verifizieren
Wer eine eigene Hardware- oder Software-Wallet benutzt, kann die Wallet-Adresse bei Bitvavo verifizieren. Dafür stehen je nach Situation unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.
Bitvavo ermöglicht unter anderem die Verbindung bestimmter Wallets und die Signatur einer Nachricht. Alternativ kann je nach Wallet ein Bild beziehungsweise Screenshot für die Verifizierung verwendet werden. Für deutsche Nutzer steht zudem eine Verifizierung per Selbstauskunft zur Verfügung.
Mein Praxistipp: Verifizieren Sie eine wichtige Wallet möglichst vor einer größeren Transaktion. Dadurch lässt sich vermeiden, dass eine Einzahlung zunächst auf eine zusätzliche Prüfung wartet.
Warum Ledger und Trezor besondere Schwierigkeiten verursachen können
Hardware-Wallets wie Ledger oder Trezor erzeugen insbesondere bei Bitcoin häufig neue Empfangsadressen. Das ist technisch normal und dient unter anderem dem Schutz der Privatsphäre.
Für die Dokumentation kann es trotzdem lästig werden. Eine Adresse, die bei einer früheren Transaktion benutzt wurde, muss nicht mit der Adresse der nächsten Einzahlung identisch sein.
Deshalb sollten langfristige Anleger nicht nur einzelne Wallet-Adressen notieren. Sinnvoll ist zusätzlich festzuhalten, zu welcher Hardware-Wallet die jeweilige Adresse gehört. Bei älteren Beständen kann eine Kanzlei für Krypto-Mittelherkunft helfen, solche Adresswechsel nachvollziehbar einzuordnen.
Screenshot zur Wallet-Verifizierung: Ein Explorer reicht nicht unbedingt
Bitvavo stellt konkrete Anforderungen an eine Wallet-Verifizierung per Screenshot. Entscheidend ist, dass die relevante Wallet-Adresse in der tatsächlichen Wallet-Anwendung nachvollziehbar dargestellt wird.
Ein bloßer Ausschnitt aus einem öffentlichen Blockchain-Explorer kann dagegen problematisch sein. Denn ein Explorer zeigt, dass eine Adresse existiert – nicht zwingend, dass gerade Sie diese Wallet kontrollieren.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum technische Blockchain-Daten und Eigentumsnachweise getrennt betrachtet werden sollten. Öffentliche Transaktionsdaten beweisen nicht automatisch die persönliche Verfügungsmacht über eine Wallet.
Transfer von Kraken, Coinbase oder einer anderen Börse zu Bitvavo
Kryptowährungen können auch direkt von einer anderen Börse zu Bitvavo übertragen werden. Dann handelt es sich nicht um eine selbstverwahrte Wallet, sondern um eine sogenannte gehostete Wallet.
Ähnliche Regelungen zu gehosteten Wallets finden Sie in unserem Beitrag zu Uphold.
Bitvavo kann in solchen Fällen verlangen, dass der verwendete Kryptodienstleister angegeben wird, wenn dieser nicht automatisch erkannt werden kann.
Für einen späteren Mittelherkunftsnachweis sollten Sie die Unterlagen der ursprünglichen Börse trotzdem sichern. Die Information „Coins kamen von Börse X“ erklärt noch nicht unbedingt, wie die Kryptowährungen ursprünglich finanziert oder erworben wurden.
Coins von einer anderen Person können zusätzliche Fragen auslösen
Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn Kryptowährungen nicht aus dem eigenen Bestand stammen.
Bitvavo sieht bei Krypto-Einzahlungen Prüfungen dazu vor, ob eine Transaktion vom Nutzer selbst oder von einer anderen Person stammt. Bei selbstverwahrten Wallets kann zusätzlich die Inhaberschaft der Adresse überprüft werden.
Hat beispielsweise ein Elternteil Bitcoin übertragen, kann wirtschaftlich eine Schenkung vorliegen. Dann ist die richtige Erklärung nicht „eigene alte Wallet“, sondern die tatsächliche Übertragung von einer anderen Person. Bei größeren Beträgen kann ein spezialisierter Rechtsanwalt für Herkunftsnachweise helfen, Krypto-Herkunft und mögliche steuerliche Fragen sauber voneinander zu trennen.
So rekonstruiert man alte Krypto-Bestände für Bitvavo
Beginnen Sie möglichst beim ursprünglichen Erwerb. Wo wurden die ersten Coins gekauft? Mit welchem Geld? Welche Börsen oder Broker wurden benutzt?
Danach folgen nur die wesentlichen Stationen. Eigene Wallet-Wechsel werden als solche gekennzeichnet. Tauschvorgänge zwischen verschiedenen Kryptowährungen können anschließend chronologisch eingeordnet werden.
Am Ende sollte die Geschichte auch für einen Außenstehenden verständlich sein: Fiat-Geld oder andere Vermögensquelle – ursprünglicher Kryptokauf – wichtige Wallet- oder Börsentransfers – Einzahlung bei Bitvavo.
Welche Unterlagen sollte ein Bitvavo-Nutzer aufbewahren?
Wertvoll sind insbesondere Kontoauszüge über ursprüngliche Einzahlungen, historische Kaufabrechnungen, Exchange-Exports, Wallet-Adressen und Transaktions-IDs.
Bei außergewöhnlichen Finanzmitteln sollten zusätzlich die Unterlagen zur ursprünglichen Vermögensquelle gesichert werden. Das kann beispielsweise ein Kaufvertrag, eine Erbschaftsunterlage oder eine Abrechnung über den Verkauf anderer Vermögenswerte sein.
Mein Rat lautet: Legen Sie einen separaten digitalen Ordner für die Krypto-Mittelherkunft an. Wer seine Dokumentation heute organisiert, muss in fünf oder zehn Jahren erheblich weniger rekonstruieren.
Bitvavo verlangt weitere Unterlagen – was sollte man tun?
Bitvavo kann einen Proof of Source of Funds im Rahmen regulatorischer Prüfungen anfordern. Betroffene sollten eine entsprechende Anfrage deshalb nicht ignorieren.
Prüfen Sie zunächst, welche Gesamtsumme erklärt werden soll und welche bisherigen Einzahlungen darin enthalten sind. Danach werden die einzelnen Vermögensquellen den passenden Dokumenten zugeordnet.
Gerade bei sechsstelligen Krypto-Beständen, mehreren externen Börsen oder lange zurückliegenden Käufen kann ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise die bisherige Historie prüfen, bevor weitere Unterlagen eingereicht werden.
Mittelherkunftsnachweis Bitvavo: Mein wichtigster Tipp
Der Anleger aus unserem Beispiel muss nicht beweisen, dass er vor Jahren bereits Kryptowährungen im heutigen Wert von 230.000 Euro gekauft hat. Er muss nachvollziehbar darstellen können, wie sein heutiger Bestand entstanden ist.
Dazu gehören die ursprünglichen Finanzmittel, die damaligen Kryptokäufe, wichtige spätere Transfers und schließlich die Einzahlung bei Bitvavo. Wertsteigerungen werden dabei als Entwicklung des bereits erworbenen Vermögens verständlich gemacht.
Genau darauf kommt es bei einem Mittelherkunftsnachweis bei Bitvavo an: Die wirtschaftliche Herkunft des Kapitals und die technische Krypto-Historie müssen zusammenpassen.
Anwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Bitvavo
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Kryptowährungen, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Dazu gehören Bitcoin und andere Kryptowerte, Hardware-Wallets, Transfers zwischen Börsen, Bankguthaben und Edelmetalle sowie Fragen zur Mittelherkunft gegenüber Banken und dem Finanzamt.
Auf mittelherkunftsnachweis.de beschäftige ich mich seit 2021 vertieft mit Mittelherkunftsnachweisen für Kryptowährungen und der Rekonstruktion komplexer Vermögenshistorien. Alte Börsenkonten, wechselnde Wallet-Adressen, fehlende Kaufunterlagen oder hohe Wertsteigerungen können eine professionelle Aufbereitung besonders sinnvoll machen.
Wer bei Bitvavo einen Proof of Source of Funds oder sonstigen Herkunftsnachweis vorlegen soll, Probleme mit der Wallet-Verifizierung hat oder seine Krypto-Historie nicht mehr vollständig nachvollziehen kann, kann seinen Fall über mittelherkunftsnachweis.de online oder per E-Mail schildern. Dort ist eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann als spezialisiertem Ansprechpartner für Mittelherkunftsnachweise, Kryptowährungen und Vermögensherkunft möglich.