Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis bei Coinomi: So dokumentieren Sie alte Krypto-Bestände und deren Herkunft

Veröffentlicht am 22.08.2026 –

Ein Anleger verwendet Coinomi bereits seit vielen Jahren. Damals kaufte er Bitcoin und einige Altcoins für vergleichsweise kleine Beträge. Später kamen Fork-Coins hinzu, einzelne Kryptowährungen wurden über integrierte Dienste getauscht und Teile des Portfolios wanderten zwischen Coinomi und verschiedenen Börsen hin und her. Aus einem überschaubaren Einsatz ist inzwischen ein sechsstelliger Vermögenswert geworden. Beim Transfer zu einer Kryptobörse folgt die unangenehme Überraschung: Der Anbieter möchte einen Mittelherkunftsnachweis für die Kryptowährungen.

Gerade bei einer lange genutzten Coinomi Wallet kann diese Frage aufwendiger sein, als sie zunächst klingt. Die Blockchain dokumentiert zwar Transaktionen. Sie erklärt aber nicht automatisch, warum bestimmte Coins eingegangen sind, welcher Nutzer hinter einer früheren Adresse stand oder aus welchem Geld der ursprüngliche Kryptokauf finanziert wurde.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und befasse mich als Spezialist mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und der Vermögensherkunft von Kryptowährungen. Wenn Sie wegen Ihrer Coinomi Wallet mit einer Herkunftsprüfung konfrontiert werden, können Sie mir Ihren Fall über mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Dort steht Ihnen eine kostenfreie Ersteinschätzung zur Verfügung.

Bei Coinomi beginnt die Prüfung häufig außerhalb der Wallet

Coinomi ist als selbstverwaltete Multi-Asset-Wallet konzipiert. Das unterscheidet die Anwendung grundlegend von einem klassischen Börsenkonto, auf dem ein Anbieter die Kryptowerte für seine Kunden verwahrt.

Die Frage nach der Mittelherkunft entsteht daher häufig erst an einer Schnittstelle zum regulierten Finanzsystem. Besonders typisch ist der Transfer größerer Kryptobestände von Coinomi zu einer zentralen Börse mit anschließendem Verkauf.

Wie andere Kryptobörsen auch, verlangt Bitvavo bei größeren Transfers einen Proof of Source of Funds – lesen Sie hier, wie Sie diesen vorbereiten.

Ebenso kann nach der Auszahlung eine Bank nach der Herkunft des Geldes fragen. Für Betroffene ist daher entscheidend, nicht nur die letzte Coinomi-Transaktion, sondern die gesamte relevante Vermögenskette im Blick zu behalten.

Bei alten Coinomi Wallets kann die Zeit zum eigentlichen Problem werden

Coinomi gehört zu den Wallet-Lösungen, die bereits seit vielen Jahren genutzt werden. Genau deshalb können dort besonders alte Kryptobestände liegen.

Wer seine ersten Bitcoin beispielsweise 2016 oder 2017 gekauft hat, besitzt möglicherweise keine unmittelbar abrufbare Kaufabrechnung mehr. Ein früher verwendetes Bankkonto wurde geschlossen oder die ursprüngliche Kryptobörse existiert nicht mehr.

Ein Mittelherkunftsnachweis bei Coinomi kann daher stärker von historischer Rekonstruktion geprägt sein als bei einem erst kürzlich eröffneten Börsenkonto.

Unser Beispielfall beginnt mit nur 9.500 Euro

Der Anleger aus unserem Beispiel investierte zunächst etwa 9.500 Euro. Er kaufte Bitcoin und mehrere andere Kryptowährungen und übertrug diese anschließend auf Coinomi.

Heute ist das relevante Portfolio ungefähr 130.000 Euro wert. Der aktuelle Vermögenswert ist damit mehr als zehnmal so hoch wie der ursprüngliche Einsatz.

Für den Herkunftsnachweis ist genau diese Differenz zu erklären. Ein hoher heutiger Kryptobestand bedeutet keineswegs, dass ursprünglich ein entsprechend hoher Eurobetrag eingesetzt wurde.

Bei Coinomi können zahlreiche einzelne Wallets zusammenkommen

Coinomi ist als Multi-Asset-Wallet aufgebaut. Wer über Jahre unterschiedliche Kryptowährungen verwendet, kann dadurch eine Vielzahl separater Wallet-Bereiche und Blockchain-Adressen verwalten.

Das unterscheidet sich von einer einfachen Situation, in der lediglich eine Bitcoin-Adresse untersucht werden muss. Für jede relevante Blockchain kann eine eigene Transaktionsgeschichte bestehen.

Mein Praxistipp lautet deshalb: Rekonstruieren Sie nicht sofort das gesamte Coinomi-Portfolio. Bestimmen Sie zunächst, welche Coins tatsächlich zur aktuell geprüften Auszahlung beigetragen haben.

Fork-Coins können eine ungewöhnliche Mittelherkunft haben

Bei älteren Kryptobeständen gibt es eine Besonderheit, die bei neueren Wallet-Historien kaum eine Rolle spielt: Blockchain Forks.

Wer zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt beispielsweise Bitcoin hielt, konnte aufgrund eines Forks unter Umständen zusätzliche Coins auf einer abgespaltenen Blockchain kontrollieren. Diese Vermögenswerte wurden dann nicht klassisch mit Euro gekauft.

Für einen Herkunftsnachweis sollte ein solcher Bestand deshalb nicht fälschlich als ungeklärter Zahlungseingang dargestellt werden. Die wirtschaftliche Erklärung kann vielmehr im Besitz des ursprünglichen Coins zum maßgeblichen Fork-Zeitpunkt liegen.

Ein Fork ist etwas anderes als ein Airdrop

Diese Unterscheidung kann bei älteren Coinomi-Portfolios wichtig werden.

Bei einem Fork entsteht eine neue Blockchain-Historie aus einer bestehenden Blockchain. Ein Airdrop bezeichnet dagegen grundsätzlich die Zuteilung beziehungsweise Verteilung von Token nach anderen Regeln.

Für eine Compliance-Dokumentation sollten solche Vorgänge nicht unter dem pauschalen Begriff „kostenlose Coins“ zusammengefasst werden. Entscheidend ist, warum der Nutzer den jeweiligen Vermögenswert erhalten hat.

Wiederhergestellte Wallets erzeugen kein neues Vermögen

Ein Nutzer kann Coinomi auf einem neuen Smartphone oder einem anderen Gerät wiederherstellen.

Ähnliche Herausforderungen bei der Dokumentation von Wallet-Historien behandeln wir auch für andere Self-Custody-Lösungen.

Wenn anschließend die bereits vorhandenen Wallet-Bestände wieder sichtbar werden, bedeutet dies selbstverständlich nicht, dass in diesem Moment neues Kryptovermögen entstanden ist.

Bei einer langjährigen Dokumentation sollte deshalb zwischen der technischen Wiederherstellung einer Wallet und echten Blockchain-Zuflüssen unterschieden werden. Ein Gerätewechsel ist kein Ereignis der Vermögensentstehung.

Eine Seed Phrase erklärt ebenfalls keine Mittelherkunft

Die Wiederherstellungsinformationen einer Wallet dienen dem Zugriff auf die Kryptowährungen.

Wie Recovery Phrases und Wallet-Wiederherstellungen bei anderen Krypto-Wallets zu handhaben sind, lesen Sie hier.

Sie beantworten aber nicht die wirtschaftliche Frage, ob beispielsweise 1 BTC ursprünglich gekauft, verdient, geschenkt oder durch einen anderen Vorgang erworben wurde.

Deshalb gilt auch bei Coinomi: Eine Recovery Phrase gehört niemals in einen Source-of-Funds-Nachweis. Für eine Herkunftsprüfung sind wirtschaftliche Belege und nachvollziehbare Transaktionsdaten entscheidend.

Verschiedene Empfangsadressen können trotzdem dieselbe Wallet betreffen

Gerade bei Bitcoin und vergleichbaren Systemen kann ein Wallet im Laufe der Zeit verschiedene Adressen verwenden.

Ein Compliance-Mitarbeiter, der nur einzelne Blockchain-Transaktionen betrachtet, erkennt nicht zwingend, dass mehrere dieser Adressen zum selben Wallet-Bestand gehören.

Bei einem komplexen Krypto-Herkunftsnachweis kann es daher erforderlich sein, die Wallet-Struktur zu erklären und relevante eigene Adressen nachvollziehbar zuzuordnen.

Coinomi-interne Tauschmöglichkeiten schaffen eine zusätzliche Ebene

Coinomi hat über seine Wallet-Oberfläche auch den Zugang zu externen Tausch- und Kaufdiensten ermöglicht.

Wichtig ist die begriffliche Trennung: Wenn innerhalb einer Wallet-Oberfläche ein Tausch angeboten wird, bedeutet das nicht zwingend, dass Coinomi selbst Vertragspartner der eigentlichen Exchange-Transaktion ist.

Bei einer späteren Herkunftsprüfung sollte deshalb geprüft werden, welcher Dienstleister einen historischen Kauf oder Swap tatsächlich abgewickelt hat. Dort können gegebenenfalls zusätzliche Belege vorhanden sein.

Ein Swap kann die Spur des ursprünglichen Investments verdecken

Unser Anleger kaufte beispielsweise zunächst Litecoin. Einige Jahre später tauschte er die LTC in Bitcoin.

Heute besitzt er deshalb Bitcoin, obwohl der ursprüngliche Euro-Kauf gar kein Bitcoin-Kauf war. Wer nur nach einer Bankzahlung für den heutigen BTC-Bestand sucht, findet möglicherweise nichts.

Die richtige Kette lautet dann beispielsweise: Euro → Litecoin → Coinomi → Tausch → Bitcoin → heutiger Bestand. Genau solche Zwischenschritte können bei langjährigen Wallets entscheidend sein.

Auch Mining-Bestände können in alten Wallets auftauchen

Manche langjährigen Kryptonutzer haben Coins nicht ausschließlich gekauft, sondern früher selbst Mining betrieben.

In einem solchen Fall existiert naturgemäß keine Kaufabrechnung für den ursprünglichen Coin-Zufluss. Stattdessen müssen andere Informationen den wirtschaftlichen Hintergrund erklären.

Denkbar sind historische Mining-Auszahlungen, Pool-Daten, Wallet-Transaktionen und gegebenenfalls steuerliche Unterlagen. Bei solchen Sonderfällen kann ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise die Beleglage individuell prüfen.

Dasselbe gilt für frühere Krypto-Zahlungen

Vielleicht hat der Nutzer vor Jahren Waren verkauft oder Dienstleistungen erbracht und dafür Kryptowährungen erhalten.

Dann sollte nicht nach einem nicht existierenden Euro-Kaufbeleg gesucht werden. Rechnungen, Verträge oder andere Geschäftsunterlagen können den ursprünglichen Zufluss wesentlich besser erklären.

Der Grundsatz lautet: Der Nachweis muss zur tatsächlichen Entstehungsart des Vermögens passen.

Alte Börsentransfers sollten rückwärts verfolgt werden

Findet sich beispielsweise 2018 ein Eingang von 0,7 BTC auf einer Coinomi-Adresse, sollte die Absenderseite untersucht werden.

Stammt die Transaktion von einer damals verwendeten Kryptobörse, können alte E-Mails, Kontoauszüge oder noch verfügbare Account-Daten den vorherigen Kauf ergänzen.

Auf diese Weise lässt sich die Historie rückwärts rekonstruieren. Gerade bei fehlenden Einzelbelegen ist eine Kanzlei für Mittelherkunft und Vermögensherkunft hilfreich, um vorhandene Indizien sinnvoll zusammenzuführen.

Die Blockchain beweist viel – aber nicht alles

Blockchain-Daten können Transaktionszeitpunkt, Betrag, beteiligte Adressen und Transaktionshash dokumentieren.

Sie verraten jedoch nicht automatisch, warum eine Zahlung erfolgte. Eine Bitcoin-Adresse trägt keinen Namen und keine Erklärung wie „eigene alte Wallet“ oder „Kauf über Börse“.

Deshalb sollte ein Mittelherkunftsnachweis technische Blockchain-Daten mit wirtschaftlichen Informationen verbinden. Erst beides zusammen erzählt die vollständige Geschichte.

Was sollte vor einer sechsstelligen Auszahlung geschehen?

Ich würde größere Kryptobestände nicht erst dann rekonstruieren, wenn die Börse eine Einzahlung bereits zurückgestellt hat.

Erstellen Sie vorher eine Übersicht über die relevanten Coins. Ordnen Sie anschließend jedem größeren Bestand seinen Ursprung zu: Kauf, eigener Transfer, Mining, Zahlung, Fork oder anderer nachvollziehbarer Vorgang.

Danach können die wichtigsten Zwischenschritte ergänzt werden. Bei hohen Beträgen sollte ein Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise bei Kryptowährungen prüfen, ob sich aus der Dokumentation eine konsistente Vermögensentwicklung ergibt.

Auch der Weg von Coinomi zur Bank gehört zur Geschichte

Unser Anleger überträgt schließlich Kryptowährungen im Gegenwert von 100.000 Euro auf eine Börse. Dort werden sie verkauft und 96.000 Euro auf das Bankkonto ausgezahlt.

Für die Bank beginnt die sichtbare Geschichte möglicherweise erst mit diesen 96.000 Euro. Die vorherigen Jahre sind ihr unbekannt.

Ein guter Herkunftsnachweis sollte deshalb beide Richtungen verbinden: die historische Entstehung des Kryptovermögens und den aktuellen Weg zurück in das klassische Finanzsystem.

Welche Dokumente können besonders hilfreich sein?

Bei älteren Coinomi-Beständen gibt es selten das eine perfekte Dokument.

Häufig entsteht die Beweiskette aus mehreren Quellen: historische Kontoauszüge, Kaufbestätigungen, Börsenunterlagen, Steuerunterlagen, Rechnungen und öffentlich nachvollziehbare Blockchain-Transaktionen.

Wichtig ist nicht die größtmögliche Anzahl an Dokumenten. Entscheidend ist, dass die Unterlagen gemeinsam die wesentlichen Stationen der Vermögensentwicklung nachvollziehbar machen.

So würde ich einen Coinomi-Herkunftsnachweis strukturieren

Ich würde zuerst den heutigen relevanten Bestand bestimmen und anschließend rückwärts arbeiten. Woher kam dieser Coin unmittelbar vorher? Gab es einen Swap? Woher stammte der vorherige Vermögenswert?

Danach wird so weit zurückgegangen, bis der ursprüngliche wirtschaftliche Ursprung erreicht ist. Erst dann werden die entsprechenden Bank-, Börsen-, Geschäfts- und Blockchain-Unterlagen zugeordnet.

Dadurch entsteht keine ungeordnete Sammlung alter Transaktionen, sondern eine verständliche Herkunftskette vom ursprünglichen Vermögen bis zur heutigen Auszahlung.

Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Coinomi

Ein Mittelherkunftsnachweis bei Coinomi kann gerade bei langjährigen Kryptoinvestoren besondere Anforderungen stellen. Alte Bitcoin- und Altcoin-Bestände, Forks, historische Swaps, verschiedene Wallet-Adressen und nicht mehr verfügbare Börsendaten können eine Vermögenshistorie erheblich komplizieren.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und Vermögensherkunft für Kryptowährungen, Geld und Edelmetalle sowie mit entsprechenden Fragestellungen gegenüber Kryptodienstleistern, Banken, Finanzamt und nach dem Geldwäschegesetz.

Wenn eine Kryptobörse, Bank oder ein anderer Finanzdienstleister wegen Ihrer Coinomi Wallet einen Mittelherkunftsnachweis, Source-of-Funds-Nachweis, Krypto-Herkunftsnachweis oder Nachweis Ihrer Vermögensherkunft verlangt, können Sie mir den Sachverhalt auf mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Dort erhalten Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann. Als Anwalt und Spezialist für Mittelherkunft kann ich prüfen, wie sich auch alte Coinomi-, Börsen- und Blockchain-Historien nachvollziehbar und verständlich rekonstruieren lassen.