Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis bei Kryptowährungen und Glücksspiel: Was tun, wenn die Sparkasse wegen Bitget und Stake nachfragt?

Veröffentlicht am 08.10.2026 –

Ein 21-jähriger Auszubildender erzielt über eine ausländische Online-Glücksspielplattform größere Gewinne und transferiert Geld über die Kryptobörse Bitget. Auf seinem Girokonto entstehen innerhalb weniger Monate ungewöhnlich hohe Ein- und Auszahlungen. Eines Tages versucht die Sparkasse zweimal, ihn telefonisch zu erreichen. Danach herrscht Funkstille. Kein Brief, keine Nachricht im Online-Banking, keine Kontosperre. Doch die Sorge wächst: Prüft die Sparkasse bereits die Mittelherkunft? Droht eine Kontosperrung? Und was passiert, wenn die Gewinne von einer in Deutschland nicht erlaubten Glücksspielplattform stammen?

Die wichtigste Antwort vorweg: Hohe Geldbewegungen zwischen Bitget, einer Glücksspielplattform und einem privaten Girokonto können eine Mittelherkunftsprüfung durch die Sparkasse auslösen. Zwei verpasste Anrufe beweisen allerdings nicht, dass bereits eine Geldwäscheprüfung läuft. Wer seine Transaktionen nachvollziehbar dokumentiert, sich auf mögliche Rückfragen vorbereitet und rechtliche Risiken frühzeitig prüft, kann viele Probleme vermeiden.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich als spezialisierter Rechtsanwalt mit Mittelherkunftsnachweisen für Kryptowährungen, Banken und Geldtransfers sowie mit Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Über mein seit 2021 betriebenes Fachportal mittelherkunftsnachweis.de können Sie Ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung anfragen. Im Folgenden erkläre ich, wie Banken Krypto-Transaktionen prüfen, welche Nachweise bei Bitget und Stake relevant sind und wie Sie sich auf mögliche Fragen Ihrer Sparkasse vorbereiten.

Warum prüft die Sparkasse hohe Ein- und Auszahlungen von Kryptobörsen?

Banken sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, Geschäftsbeziehungen laufend zu überwachen und ungewöhnliche Transaktionen gegebenenfalls genauer zu untersuchen. Besonders auffällig können häufige, hohe oder wirtschaftlich schwer erklärbare Geldbewegungen sein.

Wenn ein privates Girokonto innerhalb weniger Monate zahlreiche größere Ein- und Auszahlungen über Kryptobörsen wie Bitget aufweist, kann die Sparkasse zusätzliche Informationen verlangen. Dabei spielen unter anderem die Höhe der Beträge, die Häufigkeit der Transaktionen und das bisherige Nutzungsverhalten des Kontos eine Rolle.

Dass der Kontoinhaber jung ist oder sich noch in einer Ausbildung befindet, ist für sich genommen kein Verdachtsgrund. Wenn jedoch erhebliche Geldbewegungen nicht zu den bekannten wirtschaftlichen Verhältnissen passen, kann die Bank genauer nachfragen, woher die Gelder stammen.

Bedeutet ein Anruf der Sparkasse, dass eine Mittelherkunftsprüfung läuft?

Nein. Ein oder mehrere Anrufversuche der Sparkasse beweisen nicht, dass eine Mittelherkunftsprüfung oder ein Geldwäscheverdacht vorliegt. Banken kontaktieren ihre Kunden aus zahlreichen Gründen, beispielsweise wegen Sicherheitsfragen, ungewöhnlicher Kontobewegungen oder allgemeiner Serviceangelegenheiten.

Allerdings können telefonische Rückfragen auch Teil einer Prüfung ungewöhnlicher Transaktionen sein. Gerade bei größeren Überweisungen von Kryptobörsen ist es möglich, dass die Bank Informationen zur Herkunft der Gelder benötigt.

Mein Praxistipp: Rufen Sie Ihre Sparkasse über die offizielle Telefonnummer zurück oder fragen Sie über das gesicherte Online-Banking nach, ob eine Rückfrage offen ist. Vermeiden Sie Rückrufe über unbekannte Nummern und geben Sie keine sensiblen Daten an ungeprüfte Anrufer weiter.

Kann die Sparkasse eine Mittelherkunftsprüfung durchführen, ohne mich zu informieren?

Ja. Banken können Transaktionen im Rahmen ihrer gesetzlichen Pflichten intern analysieren, ohne den Kunden über jede einzelne Prüfung zu informieren. Die laufende Überwachung von Geschäftsbeziehungen gehört zu den geldwäscherechtlichen Sorgfaltspflichten.

Wenn die Sparkasse weitere Unterlagen benötigt, kann sie den Kunden zur Mitwirkung auffordern. Allerdings ist sie nicht verpflichtet, sämtliche internen Risikobewertungen oder Verdachtsprüfungen offenzulegen.

Besonders wichtig ist § 47 GwG: Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Verpflichtete Informationen über eine Verdachtsmeldung oder damit zusammenhängende Untersuchungen nicht an Betroffene weitergeben. Dass die Bank keine Einzelheiten mitteilt, bedeutet daher weder automatisch, dass eine Verdachtsmeldung erfolgt ist, noch dass keine Prüfung stattfindet.

Welche Kryptowährungstransaktionen können eine Mittelherkunftsprüfung auslösen?

Eine Mittelherkunftsprüfung kann insbesondere dann relevant werden, wenn größere Geldbeträge über Kryptobörsen ein- oder ausgezahlt werden, häufige Transfers stattfinden oder mehrere Plattformen beteiligt sind.

Bei Transaktionen über Bitget kann die Sparkasse beispielsweise wissen wollen, ob es sich um eigene Ersparnisse, Handelsgewinne, Zahlungen Dritter oder andere Vermögenszuflüsse handelt. Auch der Zusammenhang zwischen Fiatgeld, Kryptowährungen und späteren Rücküberweisungen kann geprüft werden.

Dabei kommt es nicht allein auf den Gesamtumsatz an. Wer denselben Geldbetrag mehrfach zwischen Bankkonto, Kryptobörse und anderen Plattformen bewegt, kann hohe Transaktionsvolumina erzeugen, ohne tatsächlich entsprechende Gewinne erzielt zu haben. Diese Unterscheidung sollte im Mittelherkunftsnachweis klar erkennbar sein.

Welche Nachweise benötigt die Sparkasse für Bitget-Transaktionen?

Für einen Herkunftsnachweis bei Kryptowährungen sind insbesondere vollständige Transaktionshistorien, Ein- und Auszahlungsbelege, Kontoauszüge sowie Nachweise über die ursprüngliche Finanzierung relevant.

Bei Bitget sollten Betroffene möglichst sämtliche relevanten Transaktionen exportieren. Dazu gehören Einzahlungen, Auszahlungen, Käufe, Verkäufe, interne Umbuchungen und gegebenenfalls Wallet-Transfers. Einzelne Screenshots reichen bei komplexen Geldbewegungen häufig nicht aus.

Ich empfehle, die Banktransaktionen und die Bitget-Daten chronologisch abzugleichen. Für jede größere Einzahlung sollte nachvollziehbar sein, woher das Geld kam, welche Transaktionen anschließend durchgeführt wurden und weshalb später ein bestimmter Betrag wieder auf das Girokonto überwiesen wurde.

Wie weist man Gewinne aus Online-Glücksspiel gegenüber der Bank nach?

Bei Gewinnen aus Online-Glücksspiel sollte ein Herkunftsnachweis möglichst den gesamten Zahlungsweg dokumentieren. Dazu gehören die ursprünglichen Einzahlungen, die einzelnen Glücksspieltransaktionen, die Auszahlungen und die anschließenden Transfers über Kryptobörsen.

Bei einer Plattform wie Stake können insbesondere Kontohistorien, Einzahlungsbelege, Auszahlungsübersichten und vorhandene Spielabrechnungen relevant sein. Wichtig ist, dass die Unterlagen tatsächlich zeigen, welche Beträge eingesetzt, gewonnen und ausgezahlt wurden.

Allerdings ist zwischen dem Nachweis der tatsächlichen Geldherkunft und der rechtlichen Bewertung des Online-Glücksspiels zu unterscheiden. Eine vollständig dokumentierte Auszahlung beweist, woher das Geld stammt, beantwortet aber nicht automatisch die Frage, ob die zugrunde liegende Glücksspielteilnahme rechtlich unproblematisch war.

Reichen Kontoauszüge und Transaktionsbelege von Stake und Bitget aus?

Kontoauszüge und Transaktionsbelege sind eine wichtige Grundlage, reichen aber nicht in jedem Fall allein aus. Die Sparkasse kann weitere Informationen benötigen, wenn einzelne Transaktionen nicht nachvollziehbar sind oder zusätzliche rechtliche Fragen entstehen.

Besonders hilfreich ist eine Dokumentation, die den vollständigen Weg der Gelder zeigt: vom ursprünglichen Bankkonto über Bitget und gegebenenfalls eine Krypto-Wallet zu Stake und anschließend zurück auf das Girokonto.

Mein Praxistipp: Erstellen Sie eine chronologische Übersicht, in der jede größere Geldbewegung einem konkreten Beleg zugeordnet wird. Verwenden Sie einheitliche Datumsangaben und unterscheiden Sie Einzahlungen, Auszahlungen, Gebühren, Gewinne und Verluste.

Ist Stake in Deutschland erlaubt?

Für die rechtliche Beurteilung von Online-Glücksspiel ist entscheidend, ob der jeweilige Anbieter für das konkrete Glücksspielangebot über eine in Deutschland gültige Erlaubnis verfügt. Eine ausländische Lizenz genügt dafür nicht automatisch.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht eine amtliche Whitelist der in Deutschland erlaubten Glücksspielanbieter. Nach der am 2. Oktober 2026 aktualisierten Liste ist Stake dort nicht als erlaubter Anbieter aufgeführt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede einzelne Zahlung oder jeder Gewinn automatisch als Geldwäsche einzuordnen ist. Ob die Teilnahme an einem bestimmten Angebot strafrechtliche Folgen haben kann, muss gesondert anhand der konkreten Umstände geprüft werden.

Kann die Teilnahme an nicht erlaubtem Online-Glücksspiel Probleme mit der Sparkasse verursachen?

Ja. Geldbewegungen im Zusammenhang mit nicht erlaubtem Online-Glücksspiel können aus Sicht einer Bank besondere Risiken aufwerfen. Das gilt insbesondere, wenn erhebliche Beträge über Kryptowährungen und ausländische Plattformen transferiert werden.

Eine Bank kann solche Transaktionen zum Anlass nehmen, nähere Informationen einzuholen oder eine interne Prüfung durchzuführen. Dabei kann auch relevant werden, ob die Zahlungen mit dem üblichen wirtschaftlichen Profil des Kunden übereinstimmen.

Wichtig ist: Eine Bankprüfung ist nicht mit einer strafrechtlichen Verurteilung gleichzusetzen. Dennoch sollten Betroffene mögliche rechtliche Risiken ernst nehmen und sich nicht darauf verlassen, dass die bloße Vorlage von Transaktionslisten sämtliche Fragen beantwortet.

Droht wegen Stake-Gewinnen ein Geldwäscheverdacht?

Ein Geldwäscheverdacht kann entstehen, wenn Transaktionen Auffälligkeiten aufweisen, die auf eine mögliche Verbindung zu rechtswidrigen Vermögenswerten hindeuten. Hohe Geldbewegungen und die Nutzung von Kryptowährungen allein beweisen jedoch keine Geldwäsche.

Bei Glücksspielgewinnen von einem nicht in Deutschland erlaubten Anbieter kann die rechtliche Bewertung komplex sein. Dabei müssen unter anderem die Herkunft der Vermögenswerte, die Art der Transaktionen und mögliche Straftatbestände voneinander unterschieden werden.

Wer die Herkunft der Gelder erklären kann, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass alle rechtlichen Fragen erledigt sind. Gerade bei einer Verbindung zwischen Kryptobörse, ausländischer Glücksspielplattform und Bankkonto kann eine individuelle Prüfung sinnvoll sein.

Ist die Teilnahme an illegalem Online-Glücksspiel selbst strafbar?

Nach § 285 StGB kann die Beteiligung an einem unerlaubten öffentlichen Glücksspiel strafbar sein. Ob die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind, hängt unter anderem von der Art des Glücksspielangebots, der erforderlichen Erlaubnis und den subjektiven Voraussetzungen ab.

Dass jemand nicht wusste, dass ein bestimmter Anbieter in Deutschland keine Erlaubnis besitzt, kann für die rechtliche Bewertung relevant sein. Ein solcher Irrtum führt aber nicht automatisch zur Straflosigkeit. Entscheidend sind die konkreten Kenntnisse und Umstände.

Deshalb empfehle ich, die Frage der möglichen Strafbarkeit nicht erst dann zu prüfen, wenn bereits eine Kontosperre oder eine behördliche Anfrage vorliegt. Bei erkennbaren strafrechtlichen Risiken sollte vor einer ausführlichen Stellungnahme gegenüber der Bank anwaltlicher Rat eingeholt werden.

Muss ich der Sparkasse sagen, dass das Geld von Stake stammt?

Wenn die Sparkasse berechtigt nach der Herkunft bestimmter Gelder fragt, sollten die Angaben wahrheitsgemäß und nachvollziehbar sein. Falsche Herkunftserklärungen oder erfundene Handelsgewinne können erhebliche zusätzliche Probleme verursachen.

Allerdings besteht ein Unterschied zwischen der Pflicht, im Rahmen einer Geschäftsbeziehung zutreffende Informationen bereitzustellen, und der Frage, ob man ohne vorherige rechtliche Prüfung eine ausführliche Erklärung zu möglicherweise strafrechtlich relevanten Sachverhalten abgeben sollte.

In einer solchen Konstellation kann es sinnvoll sein, zunächst mit einem spezialisierten Rechtsanwalt zu klären, welche Angaben verlangt werden, welche rechtlichen Risiken bestehen und wie die tatsächlichen Geldbewegungen korrekt dargestellt werden können. Eine falsche oder irreführende Erklärung sollte keinesfalls abgegeben werden.

Was sollte man tun, bevor die Sparkasse einen Herkunftsnachweis verlangt?

Wer ungewöhnlich hohe Transaktionen auf seinem Girokonto hatte, kann sich bereits vor einer konkreten Aufforderung vorbereiten. Dafür müssen nicht vorsorglich sämtliche sensiblen Unterlagen ungefragt an die Bank geschickt werden.

Zunächst sollten sämtliche Kontoauszüge, Bitget-Transaktionen, Wallet-Bewegungen und Stake-Abrechnungen gesichert werden. Anschließend ist eine Übersicht sinnvoll, die Einzahlungen, Auszahlungen und tatsächliche Gewinne voneinander trennt.

Wenn die Bank noch keine schriftliche Anfrage gestellt hat, kann zunächst geklärt werden, ob überhaupt ein Anliegen offen ist. Bei möglichen strafrechtlichen Risiken sollte die weitere Kommunikation sorgfältig vorbereitet werden.

Wie erstellt man einen Mittelherkunftsnachweis für Bitget, Stake und die Sparkasse?

Ein guter Mittelherkunftsnachweis besteht nicht nur aus einer Sammlung von Kontoauszügen. Er sollte den wirtschaftlichen Hintergrund und die einzelnen Geldbewegungen so erklären, dass die Bank die Transaktionen nachvollziehen kann.

Dafür empfehle ich eine Übersicht mit folgenden Informationen:

NachweisWas sollte dokumentiert werden?
Sparkassen-KontoauszügeEin- und Auszahlungen mit Datum und Betrag
Bitget-TransaktionshistorieKäufe, Verkäufe, Einzahlungen und Auszahlungen
Wallet-NachweiseWallet-Adressen und Transaktions-Hashes
Stake-KontohistorieEinsätze, Gewinne, Verluste und Auszahlungen
Ursprüngliche GeldquelleBeispielsweise Ausbildungsvergütung oder Ersparnisse
ZusammenfassungTatsächliche Gewinne, Verluste und zurückgeführte Beträge

Entscheidend ist, dass keine unerklärten Lücken zwischen den einzelnen Plattformen entstehen. Gerade bei mehrfachen Transfers derselben Gelder sollten die Beträge nicht versehentlich als jeweils neue Einnahmen dargestellt werden.

Kann die Sparkasse mein Girokonto wegen Bitget und Stake sperren?

Ja. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Sparkasse Transaktionen zurückhalten, das Konto vorübergehend einschränken oder die Geschäftsbeziehung beenden. Ob dies rechtmäßig ist, hängt von den gesetzlichen Anforderungen, den vertraglichen Regelungen und dem konkreten Sachverhalt ab.

Eine Kontosperre kann beispielsweise dann relevant werden, wenn geldwäscherechtliche Prüfungen nicht abgeschlossen werden können oder andere rechtliche Hindernisse bestehen. Auch eine Verdachtsmeldung kann besondere rechtliche Folgen haben.

Allerdings ist eine Kontosperre nicht die automatische Konsequenz jeder ungewöhnlichen Kryptowährungstransaktion. Solange das Konto uneingeschränkt funktioniert, sollte nicht ohne weitere Anhaltspunkte angenommen werden, dass bereits eine Sperrung bevorsteht.

Was passiert, wenn die Sparkasse eine Geldwäscheverdachtsmeldung abgibt?

Nach § 43 GwG müssen Verpflichtete unter bestimmten Voraussetzungen eine Verdachtsmeldung an die Financial Intelligence Unit (FIU) abgeben. Dafür ist keine strafrechtliche Verurteilung des Kunden erforderlich.

Eine solche Meldung kann weitere Prüfungen auslösen. Für bestimmte Transaktionen gelten nach § 46 GwG besondere Regeln zur Durchführung nach einer Verdachtsmeldung. Die Bank darf den Kunden außerdem unter Umständen nicht über die Meldung informieren.

Wichtig ist die Unterscheidung: Eine Verdachtsmeldung ist noch kein Nachweis einer Straftat. Sie bedeutet auch nicht automatisch, dass ein Strafverfahren eingeleitet wird oder dass das gesamte Kontoguthaben dauerhaft gesperrt werden darf.

Kann die Sparkasse mein Konto kündigen, obwohl ich alle Nachweise habe?

Ja, eine Kontokündigung kann unter bestimmten Voraussetzungen auch dann möglich sein, wenn der Kunde umfangreiche Herkunftsnachweise vorgelegt hat. Entscheidend sind unter anderem die Art des Kontovertrags, die gesetzlichen Kündigungsvoraussetzungen und mögliche geldwäscherechtliche Hindernisse.

Bei einem gewöhnlichen Girokonto gelten andere rechtliche Besonderheiten als bei einem Basiskonto. Auch die Frage, ob eine ordentliche oder außerordentliche Kündigung ausgesprochen wurde, ist wichtig.

Wer eine Kündigung erhält, sollte diese deshalb nicht einfach hinnehmen, sondern die Begründung und die rechtlichen Voraussetzungen prüfen lassen. Gerade wenn erhebliche Guthaben betroffen sind, kann anwaltliche Unterstützung helfen, mögliche Auszahlungsansprüche zu klären.

Muss ich bei einer Mittelherkunftsprüfung meine gesamten Glücksspieltransaktionen offenlegen?

Welche Unterlagen eine Bank verlangen darf, hängt vom konkreten Prüfungsbedarf ab. Es gibt keine allgemeine Regel, nach der jeder Kunde bei jeder Rückfrage automatisch seine gesamte private Glücksspielhistorie offenlegen muss.

Andererseits kann eine vollständige Transaktionshistorie erforderlich sein, wenn sich die Herkunft bestimmter Gelder anders nicht nachvollziehen lässt. Das gilt besonders bei häufigen Ein- und Auszahlungen über mehrere Plattformen.

Mein Rat: Klären Sie zunächst, auf welche Transaktionen sich die Anfrage bezieht und welche Unterlagen benötigt werden. Bei möglichen strafrechtlichen Risiken sollte vor der Übermittlung umfassender Daten eine rechtliche Prüfung erfolgen.

Welche Fehler sollte man bei einer Mittelherkunftsprüfung unbedingt vermeiden?

Ein häufiger Fehler besteht darin, hohe Kontoeingänge pauschal als Kryptowährungsgewinne zu bezeichnen, obwohl tatsächlich Gelder aus Glücksspieltransaktionen stammen. Eine solche unzutreffende Darstellung kann neue Probleme verursachen.

Ebenso problematisch sind gelöschte Transaktionshistorien, widersprüchliche Angaben oder die Nutzung fremder Konten, um Geldbewegungen zu verschleiern. Auch das Aufteilen von Überweisungen zur Umgehung von Prüfungen ist keine geeignete Lösung.

Besser ist eine vollständige, unveränderte Dokumentation. Wenn einzelne Angaben unklar sind, sollten diese zunächst überprüft werden, bevor eine Erklärung gegenüber der Sparkasse abgegeben wird.

Was berichten Reddit-Nutzer über Mittelherkunftsnachweise bei Kryptowährungen?

In deutschsprachigen Reddit-Diskussionen beschäftigen sich Nutzer regelmäßig mit der Frage, wie sich größere Kryptogewinne gegenüber Banken nachweisen lassen. Besonders häufig geht es um die ursprüngliche Finanzierung, Wallet-Transfers und spätere Auszahlungen in Euro.

Ein ausführlicher Erfahrungsbericht aus Mai 2026 beschreibt beispielsweise Probleme mit einer österreichischen Sparkasse nach größeren Kryptowährungsauszahlungen, obwohl nach Angaben des Verfassers umfangreiche Transaktions- und Herkunftsnachweise vorhanden waren. Solche Schilderungen zeigen, dass eine gute Dokumentation allein nicht immer sämtliche praktischen Schwierigkeiten verhindert.

Allerdings lassen sich solche Erfahrungen nicht ohne Weiteres auf deutsche Sparkassen oder auf Geldbewegungen aus Online-Glücksspiel übertragen. Reddit-Beiträge können auf typische Probleme aufmerksam machen, ersetzen aber keine Prüfung der rechtlichen Umstände.

Welche konkreten Schritte empfehle ich bei einer möglichen Sparkassen-Prüfung?

Wer größere Geldbewegungen über Bitget und Stake durchgeführt hat, sollte nicht in Panik geraten. Eine sorgfältige Vorbereitung ist wesentlich hilfreicher als vorschnelle Erklärungen oder die Annahme, dass eine Kontosperre bereits feststeht.

Ich empfehle folgendes Vorgehen:

  1. Kontaktversuche überprüfen: Fragen Sie über einen offiziellen Kommunikationsweg bei der Sparkasse nach, ob ein Anliegen offen ist.
  2. Kontoauszüge sichern: Speichern Sie sämtliche relevanten Bankbewegungen.
  3. Bitget-Daten exportieren: Sichern Sie die vollständige Ein- und Auszahlungshistorie sowie die Handelsdaten.
  4. Stake-Transaktionen dokumentieren: Bewahren Sie vorhandene Belege über Einsätze, Gewinne, Verluste und Auszahlungen auf.
  5. Geldbewegungen abstimmen: Ordnen Sie die einzelnen Transfers chronologisch zu.
  6. Rechtliche Risiken prüfen: Lassen Sie insbesondere mögliche glücksspiel- und strafrechtliche Fragen vor einer ausführlichen Stellungnahme bewerten.
  7. Auf schriftliche Rückfragen vorbereitet sein: Reichen Sie angeforderte Unterlagen wahrheitsgemäß und strukturiert ein, soweit dies rechtlich geboten und sinnvoll ist.

Wichtig ist, dass die Dokumentation der tatsächlichen Herkunft dient und nicht dazu, problematische Transaktionen zu verschleiern.

Wie würde ich den Beispielfall des jungen Auszubildenden rechtlich einordnen?

Kehren wir zu unserem Ausgangsfall zurück: Ein junger Auszubildender hat innerhalb weniger Monate hohe Geldbeträge zwischen seiner Sparkasse, Bitget und Stake bewegt. Die Transaktionen sind nach seiner Darstellung dokumentiert. Die Sparkasse hat zweimal versucht, ihn telefonisch zu erreichen, danach aber keine weiteren Maßnahmen ergriffen.

Meine erste Einschätzung: Aus den beiden Anrufversuchen allein lässt sich weder eine laufende Geldwäscheprüfung noch eine bevorstehende Kontosperre ableiten. Gleichzeitig können die ungewöhnlich hohen Transaktionen und die Verbindung zu einem nicht in Deutschland erlaubten Glücksspielangebot berechtigte Rückfragen der Bank auslösen.

Ich würde zunächst die vorhandenen Transaktionsdaten sichern und die Geldbewegungen nachvollziehbar aufbereiten. Bevor gegenüber der Bank eine umfassende Erklärung zur Glücksspielteilnahme abgegeben wird, sollten mögliche strafrechtliche Risiken geprüft werden. So lassen sich die Mittelherkunft und die rechtliche Einordnung getrennt, aber aufeinander abgestimmt behandeln.

Rechtsanwalt Martin Wehrmann: Hilfe beim Mittelherkunftsnachweis für Bitget, Stake und Sparkassen

Wenn Ihre Sparkasse wegen hoher Kryptotransaktionen nachfragt, einen Herkunftsnachweis verlangt oder Ihr Konto einschränkt, ist eine sorgfältige rechtliche Prüfung sinnvoll. Besonders komplex sind Fälle, in denen Kryptowährungen, ausländische Glücksspielplattformen und größere Banküberweisungen zusammenkommen.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Als spezialisierter Rechtsanwalt beschäftige ich mich mit Mittelherkunftsnachweisen für Kryptowährungen, Bankguthaben, Edelmetalle und sonstige Finanzmittel sowie mit Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Auf meinem seit 2021 betriebenen Fachportal mittelherkunftsnachweis.de widme ich mich vertieft diesen Fragestellungen.

Sie können mir Ihren Fall für eine kostenfreie Ersteinschätzung schildern. Nutzen Sie dazu mittelherkunftsnachweis.de oder die dort angegebene E-Mail-Kontaktmöglichkeit. Teilen Sie mir möglichst mit, welche Beträge betroffen sind, über welche Plattformen die Transaktionen erfolgt sind, welche Nachweise vorhanden sind und ob Ihre Bank bereits Fragen gestellt oder Einschränkungen vorgenommen hat.