Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis bei Ramp Network: So reagieren Sie richtig auf die Prüfung Ihrer Geld- und Kryptoherkunft

Veröffentlicht am 21.08.2026 –

Ein Mandant möchte Kryptowährungen im Wert von 28.000 Euro über Ramp Network abwickeln. Das Geld dafür hat er nicht auf einmal verdient: Ein Teil stammt aus seinem Gehalt, ein weiterer aus einem früheren Wertpapierverkauf. Zusätzlich besitzt er Kryptowährungen aus älteren Käufen. Dann verlangt Ramp Network weitere Nachweise. Plötzlich stehen Begriffe wie Source of Funds, Source of Wealth und Mittelherkunftsnachweis im Raum. Welche Unterlagen soll er jetzt vorlegen – und wie verhindert er, dass aus einer einfachen Prüfung ein langwieriges Problem wird?

Genau bei solchen Konstellationen ist eine strukturierte Darstellung der Vermögensherkunft entscheidend. Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und der Dokumentation von Vermögen gegenüber Banken, Kryptodienstleistern und anderen Finanzunternehmen.

Wer von Ramp Network zur Erklärung seiner Mittelherkunft aufgefordert wurde, kann mir seinen Sachverhalt über mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Dort biete ich Betroffenen eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Als Anwalt für Mittelherkunftsnachweise prüfe ich insbesondere komplexe Fälle mit Kryptowährungen, größeren Geldbeträgen und schwer rekonstruierbaren Zahlungswegen.

Wann verlangt Ramp Network einen Mittelherkunftsnachweis?

Ramp Network führt KYC-Prüfungen durch und kann abhängig von Transaktionshöhe, Land, Zahlungsart und weiteren Faktoren zusätzliche Informationen verlangen. Besonders wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Source of Wealth (SoW) und Source of Funds (SoF).

Für Europa nennt Ramp Network selbst Richtwerte: Bei Transaktionen oberhalb von 10.000 Euro kann zusätzlich zur Identifizierung und zum Adressnachweis ein Nachweis zur Source of Wealth erforderlich werden. Oberhalb von 20.000 Euro kann zusätzlich die Source of Funds geprüft werden. Diese Beträge sind allerdings keine Garantie dafür, dass darunter keine Prüfung stattfindet.

Ramp Network weist ausdrücklich darauf hin, dass zusätzliche KYC-Maßnahmen auch früher ausgelöst werden können. Deshalb sollte man sich nicht darauf verlassen, dass ein bestimmter Betrag automatisch ohne Herkunftsprüfung verarbeitet wird.

Source of Funds und Source of Wealth sind nicht dasselbe

Für einen guten Mittelherkunftsnachweis bei Ramp Network ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Source of Funds fragt vereinfacht: Woher stammt das konkrete Geld für diese Transaktion? Source of Wealth betrachtet dagegen stärker die Frage, wie das Vermögen einer Person insgesamt entstanden ist.

Das lässt sich am Ausgangsfall zeigen. Möchte der Mandant 28.000 Euro einsetzen, könnte für die Source of Funds beispielsweise entscheidend sein, wo genau diese 28.000 Euro herkommen. Für die Vermögensherkunft kann dagegen relevant sein, ob sein finanzielles Gesamtbild – etwa Einkommen, Ersparnisse und Investments – zur Transaktion passt.

Wie Banken Überweisungen prüfen und welche Herkunftsnachweise dabei nötig sind, lesen Sie hier.

Mein Praxistipp lautet deshalb: Beantworten Sie genau die Frage, die gestellt wird. Mittelherkunft, konkrete Geldherkunft und allgemeine Vermögensherkunft sollten nicht miteinander vermischt werden.

Welche Nachweise akzeptiert Ramp Network?

Ramp Network nennt erstaunlich konkrete Beispiele für mögliche Source-of-Funds-Dokumente. Bei einer Mittelherkunft aus laufendem Einkommen können etwa die drei letzten Gehaltsabrechnungen relevant sein. Bei Bankguthaben kommen Kontoauszüge der vergangenen drei Monate in Betracht.

Ähnliche Anforderungen zu Source of Funds stellen auch andere Kryptobörsen und Broker – ein Überblick finden Sie hier.

Auch Steuererklärungen des jüngsten Steuerzeitraums, Investment- beziehungsweise Brokerage-Unterlagen und Abrechnungen von Kryptobörsen können je nach Herkunft des Vermögens verwendet werden. Bei einem Immobilienverkauf können beispielsweise Kaufvertrag und der dazugehörige Geldeingang auf dem Bankkonto zusammengehören.

Welche Unterlagen bei Kryptobörsen konkret verlangt werden, lesen Sie in unserem Ratgeber zu MEXC.

Das ist ein wichtiger Punkt: Ein Mittelherkunftsnachweis besteht häufig aus einer Beweiskette. Ein Vertrag zeigt möglicherweise, warum Geld gezahlt wurde. Der Kontoauszug zeigt anschließend, dass dieses Geld tatsächlich eingegangen ist.

Auch Erbschaften und Darlehen können die Mittelherkunft erklären

Nicht jeder größere Geldbetrag stammt aus Gehalt oder Kryptogewinnen. Ramp Network berücksichtigt beispielsweise auch Erbschaften, Darlehen und Einkünfte aus Unternehmensbeteiligungen als mögliche Herkunftskategorien.

Bei einer Erbschaft können Unterlagen zum Nachlass beziehungsweise zur Erbfolge und der tatsächliche Eingang des Geldes relevant sein. Bei einem Darlehen können Darlehensvertrag und Kontoauszug zusammenspielen. Für Unternehmensvermögen kommen wiederum Unterlagen zur Beteiligung sowie Nachweise über Gewinne oder erhaltene Einkünfte in Betracht.

Das zeigt, warum pauschale Antworten auf die Frage „Welchen Mittelherkunftsnachweis brauche ich?“ schwierig sind. Der richtige Herkunftsnachweis richtet sich danach, wie genau Ihr Vermögen entstanden ist.

Ramp Network akzeptiert bei Source of Funds keine Screenshots

Ein kleines Detail kann über Erfolg oder erneute Rückfragen entscheiden: Ramp Network gibt für Source-of-Funds-Unterlagen bestimmte formale Anforderungen vor. Dokumente sollen unter anderem den vollständigen Namen, den Aussteller und das Ausstellungsdatum erkennen lassen.

Sie müssen außerdem vollständig sichtbar und lesbar sein. Als Formate kommen insbesondere PDF-Dateien oder hochwertige Bilddateien infrage. Besonders wichtig: Screenshots werden für diese Source-of-Funds-Dokumentation nach den Vorgaben von Ramp Network nicht akzeptiert.

Wer lediglich einen Screenshot seines Onlinebankings einreicht, kann damit also bereits an einer formalen Vorgabe scheitern. Laden Sie nach Möglichkeit das Originaldokument beziehungsweise einen offiziellen PDF-Kontoauszug herunter, statt den Bildschirm abzufotografieren.

Der 28.000-Euro-Fall: Warum ein Kontoauszug nicht alles erklärt

Zurück zu unserem Mandanten. Auf seinem Girokonto liegen 28.000 Euro. Ein Kontoauszug beweist zwar, dass das Geld vorhanden ist. Er erklärt aber noch nicht zwingend, wie dieses Vermögen entstanden ist.

Deshalb rekonstruiert er die Vorgeschichte: 12.000 Euro stammen aus angespartem Arbeitseinkommen. Weitere 16.000 Euro kamen aus einem Wertpapierdepot. Nun lassen sich beispielsweise Gehaltsunterlagen, Kontoauszüge und die Abrechnung des Wertpapierverkaufs zeitlich zusammenführen.

Aus einer zunächst unübersichtlichen Situation entsteht damit eine nachvollziehbare Mittelherkunft. Genau bei solchen gemischten Vermögensquellen kann es sinnvoll sein, die Unterlagen vor der Einreichung durch einen Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise prüfen zu lassen.

Wie sollte ich meine Unterlagen für Ramp Network sortieren?

Ich empfehle, zunächst überhaupt nichts hochzuladen. Erstellen Sie zuerst eine kurze Chronologie. Schreiben Sie beispielsweise auf: „Januar bis Juni: Gehalt angespart – Juli: Wertpapiere verkauft – August: Geld auf Girokonto – anschließend geplante Kryptotransaktion.“

Ordnen Sie anschließend jedem Schritt einen Beleg zu. So erkennen Sie selbst schnell, ob zwischen zwei Stationen eine Lücke besteht. Besonders bei Kryptowährungen können zusätzlich Exchange-Abrechnungen, Transaktionshistorien und weitere Unterlagen zur Anschaffung wichtig werden.

Vermeiden Sie dabei einen „Dokumentenfriedhof“. Zwanzig unsortierte Dateien sind nicht automatisch überzeugender als sechs Unterlagen, die eine klare finanzielle Entwicklung dokumentieren.

Was passiert, wenn ich den Mittelherkunftsnachweis nicht erbringe?

Diese Frage sollten Nutzer von Ramp Network ernst nehmen. Nach den veröffentlichten Vorgaben kann eine Transaktion storniert werden, wenn die erforderlichen Nachweise zur Source of Funds nicht bereitgestellt werden. Ramp Network weist außerdem darauf hin, dass weitere Transaktionen über den Dienst verhindert werden können.

Die Prüfung der eingereichten Source-of-Funds-Unterlagen kann laut Ramp Network bis zu zehn Geschäftstage dauern. Wer einen größeren Kryptokauf oder eine andere zeitkritische Transaktion plant, sollte diesen möglichen Zeitraum berücksichtigen.

Wurde Ihre Transaktion bereits gestoppt oder sind umfangreiche Nachforderungen eingegangen, sollte nicht vorschnell mit immer neuen Erklärungsversuchen reagiert werden. Bei höheren Beträgen kann eine Kanzlei für Mittelherkunft und Herkunftsnachweise helfen, den Sachverhalt zuerst vollständig aufzubereiten.

Warum kann Ramp Network eine erneute Verifizierung verlangen?

Eine bereits abgeschlossene Identitätsprüfung bedeutet nicht zwangsläufig, dass später keine weiteren Fragen gestellt werden. Ramp Network erläutert selbst, dass eine erneute Verifizierung beispielsweise erfolgen kann, wenn bestehende KYC-Grenzen überschritten wurden.

Dann können erneut Identitätsdokumente, ein Adressnachweis oder Angaben zur Source of Funds verlangt werden. Die Anforderungen können vom konkreten Sachverhalt abhängen.

Für Nutzer wirkt das manchmal überraschend: Mehrere kleinere Transaktionen verliefen problemlos, während bei einer späteren Transaktion zusätzliche Unterlagen verlangt werden. Eine frühere erfolgreiche Nutzung ist deshalb kein verlässlicher Hinweis darauf, dass künftig kein Herkunftsnachweis des Geldes oder Vermögens erforderlich wird.

Welche fünf Schritte sind bei einer Ramp-Network-Prüfung sinnvoll?

Erstens sollten Sie genau feststellen, ob Ramp Network Source of Funds, Source of Wealth, Proof of Address oder andere KYC-Unterlagen verlangt. Zweitens bestimmen Sie die tatsächliche Herkunft des betreffenden Vermögens.

Drittens erstellen Sie eine zeitliche Übersicht der Geldbewegungen. Viertens ordnen Sie jedem wesentlichen Schritt einen belastbaren Beleg zu. Fünftens kontrollieren Sie Namen, Beträge, Daten und Kontoverbindungen auf Widersprüche, bevor Sie Unterlagen einreichen.

Bei einer komplizierten Krypto-Historie kommt ein sechster Schritt hinzu: Lassen Sie prüfen, ob sich die Herkunft der Kryptowährungen und die ursprüngliche Finanzierung ihrer Anschaffung tatsächlich lückenlos genug erklären lassen. Ein Spezialist für Mittelherkunftsnachweise kann gerade bei größeren Vermögenswerten helfen, unnötige Fehler zu vermeiden.

Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Ramp Network

Ein Herkunftsnachweis sollte nicht erst dann ernst genommen werden, wenn eine Transaktion bereits endgültig abgelehnt wurde. Gerade bei größeren Summen, verschiedenen Vermögensquellen, alten Kryptokäufen oder fehlenden Unterlagen lohnt sich eine strukturierte Vorbereitung.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht mit Mittelherkunftsnachweisen für Geld, Kryptowährungen und andere Vermögenswerte sowie mit Herkunftsfragen gegenüber Banken, Finanzunternehmen und im Zusammenhang mit geldwäscherechtlichen Prüfungen. Auf mittelherkunftsnachweis.de beschäftige ich mich seit Jahren vertieft mit Mittelherkunft, Vermögensherkunft und den praktischen Problemen bei Herkunftsnachweisen.

Wenn Ramp Network von Ihnen einen Mittelherkunftsnachweis, Source-of-Funds-Nachweis oder Angaben zur Source of Wealth verlangt, können Sie mir Ihren Fall online über mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Sie erhalten eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann. Anschließend lässt sich klären, ob und wie eine anwaltliche Aufbereitung Ihres Herkunftsnachweises sinnvoll ist.