Mittelherkunftsnachweis bei Safe Wallet: So dokumentieren Sie Multisig-, Treasury- und Krypto-Vermögen richtig
Drei Geschäftspartner verwalten seit mehreren Jahren Kryptowährungen über eine Safe Wallet. Das Unternehmen kaufte zunächst Ethereum und Stablecoins, später kamen Zahlungen von Kunden, DeFi-Erträge und Umschichtungen hinzu. Für größere Transaktionen sind zwei von drei Unterschriften erforderlich. Als schließlich 300.000 Euro an eine Kryptobörse übertragen und anschließend auf das Firmenkonto ausgezahlt werden sollen, verlangt der Dienstleister Nachweise zur Herkunft der Kryptowährungen und des Vermögens.
Jetzt taucht eine Besonderheit auf: Wem gehört das Geld eigentlich? Der Safe selbst ist eine Smart-Contract-Adresse. Drei Personen können Transaktionen freigeben. Die Kryptowährungen gehören wirtschaftlich aber der Gesellschaft. Genau deshalb kann ein Mittelherkunftsnachweis bei Safe Wallet andere Fragen aufwerfen als bei einer privaten Hardware- oder Software-Wallet.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen für Kryptowährungen und Geld. Betroffene und Unternehmen können ihren Fall auf mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung erhalten.
Verlangt Safe Wallet selbst einen Mittelherkunftsnachweis?
Safe Wallet ist in erster Linie eine Infrastruktur zur selbstverwalteten Verwaltung von Onchain-Vermögen. Besonders bekannt ist Safe für Smart Accounts, bei denen mehrere Signer an der Kontrolle eines Wallets beteiligt sein können.
Eine klassische Herkunftsprüfung entsteht daher häufig nicht dadurch, dass Safe Wallet plötzlich Ihre finanzielle Situation überprüfen möchte. Relevant wird die Mittelherkunft vielmehr regelmäßig dann, wenn Kryptowährungen zu einer regulierten Börse, einem Zahlungsanbieter oder später auf ein Bankkonto übertragen werden.
Die erste Frage sollte deshalb lauten: Wer verlangt den Herkunftsnachweis konkret? Erst danach sollte entschieden werden, welche Unterlagen und Erklärungen tatsächlich benötigt werden.
Bei Safe Wallet können mehrere Personen ein Konto kontrollieren
Genau darin unterscheidet sich Safe deutlich von vielen klassischen Wallets. Ein Safe Smart Account kann mehrere sogenannte Owner beziehungsweise Signer haben.
Zusätzlich lässt sich festlegen, wie viele davon eine Transaktion bestätigen müssen. Bei einem 2-von-3-Modell können beispielsweise drei Signer hinterlegt sein, während zwei Bestätigungen für eine Auszahlung genügen.
Für einen Mittelherkunftsnachweis ist diese Struktur wichtig. Die Personen, die eine Transaktion unterschreiben dürfen, müssen nicht automatisch wirtschaftliche Eigentümer des darin befindlichen Vermögens sein.
Signer und wirtschaftlicher Eigentümer sind nicht dasselbe
Kehren wir zu unserem Unternehmen zurück. Drei Geschäftsführer besitzen Signer-Rechte. Das Kryptovermögen gehört aber nicht jedem Geschäftsführer zu einem Drittel, sondern der Gesellschaft.
Genau diese Unterscheidung sollte gegenüber einem prüfenden Finanzdienstleister verständlich dargestellt werden. Sonst kann eine öffentliche Wallet-Struktur missverstanden werden.
Bei unternehmerischen Safe-Konten sollte deshalb zusätzlich zur technischen Wallet-Historie dokumentiert werden, welche Gesellschaft wirtschaftlich hinter dem Safe steht und warum die jeweiligen Personen Transaktionen freigeben dürfen.
Die Signer-Struktur lässt sich nachvollziehbar dokumentieren
Safe Smart Accounts speichern ihre Owner- beziehungsweise Signer-Struktur onchain. Auch die erforderliche Anzahl von Bestätigungen gehört zur Account-Konfiguration.
Das kann bei einem Herkunftsnachweis hilfreich sein. Man kann dadurch erklären, warum bestimmte Adressen eine Transaktion vorgeschlagen, bestätigt oder ausgeführt haben.
Diese Information beweist allerdings noch nicht die Herkunft des Vermögens. Sie beantwortet vielmehr die Frage nach der Kontroll- und Freigabestruktur des Wallets. Wirtschaftliche Herkunft und technische Verfügungsmacht sollten sauber voneinander getrennt werden.
Unser Unternehmen hat Geld aus mehreren Quellen erhalten
Die 300.000 Euro Gegenwert in unserem Beispiel stammen nicht aus einem einzigen Kryptokauf.
Ein Teil wurde mit Unternehmenskapital erworben. Zusätzlich zahlten Kunden Rechnungen in USDC. Später wurden einige Stablecoins in Ethereum getauscht. Weitere Vermögenswerte entstanden aus DeFi-Aktivitäten.
Ein sinnvoller Herkunftsnachweis sollte diese Quellen nicht pauschal als „Kryptovermögen“ bezeichnen. Besser ist eine Unterteilung nach den tatsächlichen wirtschaftlichen Vorgängen.
Firmenkapital lässt sich anders belegen als Privatvermögen
Bei einer Privatperson beginnt die Vermögensgeschichte häufig mit Gehalt, Ersparnissen, Erbschaft oder einem Verkauf.
Bei einem Unternehmen können dagegen Jahresabschlüsse, betriebliche Kontoauszüge, Rechnungen, Verträge, Gesellschaftereinlagen und steuerliche Unterlagen relevant werden.
Wurde beispielsweise Betriebskapital von einem Firmenkonto an eine Kryptobörse überwiesen und anschließend Ethereum gekauft, sollte genau dieser Weg dokumentiert werden. Eine Kanzlei für Mittelherkunftsnachweise kann bei größeren Unternehmensvermögen helfen, gesellschaftsrechtliche und technische Belege sinnvoll miteinander zu verbinden.
Kundenzahlungen in Kryptowährungen brauchen eine eigene Erklärung
Angenommen, ein Kunde bezahlt eine Rechnung über 20.000 USDC direkt an den Safe. Die Blockchain zeigt zunächst nur einen Eingang von einer fremden Adresse.
Die wirtschaftliche Erklärung entsteht erst durch die Rechnung oder den Vertrag. Zusammen mit dem Onchain-Eingang kann dadurch nachvollziehbar werden: Leistung erbracht → Rechnung gestellt → Kunde zahlt in USDC → Vermögen geht im Safe ein.
Safe Wallet kann die Transaktionshistorie als CSV bereitstellen
Für die Aufbereitung größerer Safe-Konten gibt es einen praktischen Vorteil: Die Transaktionshistorie kann direkt als CSV exportiert werden.
Darin können unter anderem Absender, Empfänger, Safe-Adresse, Transaktionshash, Asset, Betrag und Zeitpunkte enthalten sein. Zusätzlich können Informationen zum Proposer und Executor einer Transaktion auftauchen.
Für einen Mittelherkunftsnachweis bei Safe Wallet kann diese Datei ein sehr guter Ausgangspunkt sein. Sie macht umfangreiche Treasury-Historien zunächst tabellarisch auswertbar.
Der CSV-Export enthält nicht jede Smart-Contract-Aktion
Hier sollte allerdings genau hingesehen werden. Im Transaktions-CSV werden insbesondere Vorgänge mit einem tatsächlichen finanziellen Werttransfer erfasst.
Reine Smart-Contract-Interaktionen ohne Vermögensübertragung können fehlen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Approvals, Änderungen der Owner-Struktur oder andere Transaktionen mit einem Wert von null.
Wer für seinen Herkunftsnachweis eine vollständige Onchain-Historie benötigt, sollte deshalb gegebenenfalls zusätzlich Blockchain-Explorer oder andere technische Datenquellen berücksichtigen.
Proposer und Executor können bei Rückfragen wichtig werden
Safe-Transaktionen haben eine Besonderheit: Die Person, die eine Transaktion vorschlägt, muss nicht zwingend dieselbe sein, die sie später ausführt.
Bei einem Unternehmen kann beispielsweise Mitarbeiter A eine Zahlung vorbereiten. Geschäftsführer B und C bestätigen sie. Anschließend wird der Vorgang durch einen anderen berechtigten Account ausgeführt.
Bei einer bloßen Betrachtung einzelner Wallet-Adressen kann das kompliziert wirken. Die Safe-Struktur kann aber erklären, warum mehrere verschiedene Adressen an einer einzigen Zahlung beteiligt waren.
Veränderungen bei den Signern sollte man nicht mit Vermögenszuflüssen verwechseln
Unternehmen verändern ihre Verantwortlichkeiten. Geschäftsführer wechseln, Mitarbeiter verlassen die Firma oder zusätzliche Sicherheitsmechanismen werden eingeführt.
Dadurch können Signer hinzugefügt oder entfernt und Schwellenwerte verändert werden. Das verändert jedoch nicht automatisch die wirtschaftliche Eigentümerschaft am Kryptovermögen.
Bei langjährigen Safe-Historien sollte deshalb dokumentiert werden, welche Veränderungen lediglich die Governance und Kontrolle betrafen und welche Vorgänge tatsächlich das Vermögen verändert haben.
Batch-Transaktionen können auf der Blockchain kompliziert aussehen
Safe ermöglicht auch gebündelte Transaktionen. Mehrere einzelne Aktionen können dabei gemeinsam ausgeführt werden.
Für eine interne Treasury-Verwaltung ist das sehr praktisch. Bei einer späteren Herkunftsprüfung kann ein einzelner Onchain-Vorgang dadurch jedoch mehrere wirtschaftliche Aktionen enthalten.
Deshalb sollte eine größere Batch-Transaktion gegebenenfalls in ihre wirtschaftlichen Bestandteile zerlegt werden. Ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise bei Kryptowährungen kann bei komplexen Unternehmens-Wallets helfen, technische Vorgänge in verständliche Geldflüsse zu übersetzen.
Auch DeFi gehört bei Safe oft zum Treasury-Management
Safe Wallet wird nicht nur zur reinen Aufbewahrung verwendet. Gerade Unternehmen und professionelle Onchain-Akteure nutzen Smart Accounts auch für DeFi und Treasury-Management.
Dadurch können Stablecoins beispielsweise zeitweise in Protokollen liegen oder gegen andere Assets getauscht werden. Später kehrt das Vermögen in veränderter Form zum Safe zurück.
Solche Rückflüsse sollten nicht automatisch als neues Geld eines unbekannten Dritten behandelt werden. Entscheidend ist, den Zusammenhang mit der vorherigen DeFi-Position nachvollziehbar darzustellen.
Wie belegt man eine Gesellschaftereinlage?
Angenommen, die Gründer unseres Unternehmens haben ursprünglich 100.000 Euro eingezahlt und die Gesellschaft investierte davon 40.000 Euro in Kryptowährungen.
Dann beginnt die Herkunftskette nicht bei Ethereum. Sie beginnt bereits bei der Finanzierung des Unternehmens.
Gesellschaftsunterlagen, Firmenkonto, anschließende Überweisung zur Börse und Kryptokauf können zusammen eine durchgängige Kette bilden. Gerade hier zeigt sich, warum bei Unternehmens-Safes wirtschaftliche und blockchaintechnische Unterlagen gemeinsam betrachtet werden müssen.
Was passiert beim Transfer auf eine zentrale Kryptobörse?
Unser Unternehmen möchte nun 300.000 Euro Gegenwert auszahlen. Dafür werden Kryptowährungen vom Safe auf ein verifiziertes Unternehmenskonto bei einer Börse übertragen.
Die Börse sieht einen großen Eingang von einer Smart-Contract-Adresse. Sie muss nicht automatisch wissen, welche Gesellschaft hinter diesem Safe steht, wer die Signer sind und aus welchen Geschäftsvorgängen das Vermögen stammt.
An diesem Punkt kann eine Source-of-Funds- oder Source-of-Wealth-Prüfung entstehen. Deshalb sollte die Dokumentation idealerweise vor der großen Einzahlung vorbereitet sein.
Nach der Börse kann auch die Geschäftsbank nachfragen
Wird das Kryptovermögen verkauft und beispielsweise ein sechsstelliger Eurobetrag auf das Firmenkonto ausgezahlt, kann zusätzlich die Bank die Mittelherkunft prüfen.
Für die Bank sollte sich die wirtschaftliche Linie verständlich erklären lassen: Unternehmenskapital oder Umsätze → Kryptovermögen → Safe Wallet → Verkauf über Kryptobörse → Geldeingang auf Geschäftskonto.
Eine gute Dokumentation kann deshalb gegenüber mehreren Stellen verwendet werden. Bei größeren Beträgen kann ein Rechtsanwalt für Herkunftsnachweise frühzeitig prüfen, ob die Darstellung konsistent ist.
So würde ich einen Safe-Wallet-Herkunftsnachweis strukturieren
Zunächst würde ich nicht bei einzelnen Blockchain-Transaktionen beginnen. Im ersten Schritt sollte geklärt werden, wem das Vermögen wirtschaftlich gehört und wofür der Safe verwendet wurde.
Danach werden Signer, Threshold und relevante Wallet-Adressen erfasst. Anschließend folgt der wirtschaftliche Teil: ursprüngliche Finanzierung, Kundenzahlungen, Kryptokäufe, größere DeFi-Vorgänge und der geplante Verkauf.
Im letzten Schritt werden CSV-Historie, Blockchain-Daten, Bankunterlagen, Rechnungen und Unternehmensdokumente zusammengeführt. So entsteht aus einer technisch komplexen Multisig-Wallet eine nachvollziehbare Vermögensgeschichte.
Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Safe Wallet
Ein Mittelherkunftsnachweis bei Safe Wallet kann deutlich komplexer sein als bei einer privaten Single-Signer-Wallet. Signer, wirtschaftliche Eigentümer, Gesellschaften, Kundenzahlungen, DeFi-Vorgänge und unterschiedliche Freigabeberechtigungen müssen gegebenenfalls voneinander getrennt werden.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßig mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und Vermögensherkunft für Kryptowährungen, Geld und Edelmetalle sowie mit entsprechenden Prüfungen gegenüber Kryptodienstleistern, Banken, Finanzamt und nach dem Geldwäschegesetz.
Wenn eine Kryptobörse, Bank oder andere Stelle wegen Ihrer Safe Wallet einen Mittelherkunftsnachweis, Krypto-Herkunftsnachweis, Source-of-Funds-Nachweis oder Nachweis der Vermögensherkunft verlangt, können Sie mir Ihren Fall auf mittelherkunftsnachweis.de oder per E-Mail schildern. Dort erhalten Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann. Als Anwalt und Spezialist für Mittelherkunft kann ich prüfen, wie sich auch komplexe Multisig-, Unternehmens- und Treasury-Historien verständlich und nachvollziehbar dokumentieren lassen.