Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis mit Blockpit: Was der Krypto-Report kann – und wann ein Anwalt helfen sollte

Veröffentlicht am 23.08.2026 –

Ein Mittelherkunftsnachweis mit Blockpit kann dabei helfen, komplexe Krypto-Transaktionen strukturiert für Banken und Kryptobörsen aufzubereiten. Blockpit bietet inzwischen einen eigenen Mittelherkunftsbericht an, der den Weg einer konkreten Krypto-Transaktion zurückverfolgt und unter anderem Transaktionsflüsse, Zeitpunkte, Werte und verwendete Datenquellen zusammenführt. Wichtig ist aber: Ein technischer Report kann einen wesentlichen Teil der Dokumentation liefern – er beantwortet nicht automatisch jede rechtliche oder wirtschaftliche Frage zur Vermögensherkunft.

Ein Beispiel: Ein Anleger investiert seit 2019 in Kryptowährungen. Er nutzt Bitpanda, Binance, mehrere eigene Wallets und zeitweise DeFi-Protokolle. 2026 möchte er 185.000 Euro auszahlen. Seine Bank fragt nach der Herkunft des Geldes. Der Anleger erstellt einen Blockpit Mittelherkunftsnachweis. Der Report zeichnet große Teile seiner Krypto-Historie nach – allerdings beginnt sein ursprüngliches Investment mit Geld aus einem damaligen Unternehmensverkauf. Genau diese wirtschaftliche Herkunft ist in den Kryptodaten allein nicht vollständig enthalten.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und befasse mich als Spezialist mit Krypto-Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und der Rekonstruktion finanzieller Vermögenshistorien. Auf mittelherkunftsnachweis.de beschäftige ich mich seit 2021 vertieft mit diesem Themengebiet. Wenn ein Blockpit-Bericht nicht ausreicht oder eine Bank weitere Unterlagen verlangt, können Betroffene dort ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung erhalten.

Was ist der Blockpit Mittelherkunftsnachweis?

Blockpit hat neben seinen bekannten Krypto-Steuerberichten inzwischen ein eigenes Produkt für die Mittelherkunft von Kryptowährungen entwickelt. Der Bericht kann für bestimmte Transaktionen separat erzeugt werden.

Das betrifft beispielsweise eine Euro-Auszahlung von einer Kryptobörse auf ein Bankkonto oder eine Krypto-Übertragung von einer eigenen Wallet zu einer Börse. Für die betreffende Transaktion versucht Blockpit, den vorherigen Weg der Mittel anhand der vorhandenen Daten zurückzuverfolgen.

Das Ergebnis ist ein eigenständiger Herkunftsbericht. Er verfolgt damit einen anderen Zweck als der klassische Blockpit-Steuerreport.

Blockpit Steuerreport und Mittelherkunft sind nicht dasselbe

Diese Unterscheidung halte ich für besonders wichtig. Der Blockpit Steuerreport soll steuerlich relevante Kryptotransaktionen aufbereiten und beispielsweise Werte für die deutsche Steuererklärung ermitteln.

Der Blockpit Mittelherkunftsnachweis verfolgt dagegen die konkrete Herkunft einer Transaktion. Blockpit beschreibt den Bericht als Dokumentation des Weges einer Auszahlung zurück bis zur ursprünglichen Einzahlung.

Ein vorhandener Steuerreport bedeutet deshalb nicht automatisch, dass damit auch jede Frage einer Compliance-Abteilung zur Mittelherkunft beantwortet ist.

Welche Informationen enthält ein Blockpit Herkunftsnachweis?

Nach Angaben von Blockpit enthält der Bericht unter anderem eine visuelle Darstellung des Transaktionsflusses. Dadurch soll erkennbar werden, über welche Stationen die Vermögenswerte zur heutigen Auszahlung gelangt sind.

Hinzu kommen Zeitstempel, Werte und Informationen zu den jeweiligen Assets. Außerdem werden die verwendeten Datenquellen aufgeführt und mögliche Diskrepanzen beziehungsweise Probleme mit der Datenqualität kenntlich gemacht.

Das ist bei umfangreichen Portfolios besonders hilfreich. Aus vielen einzelnen Wallet- und Börsentransaktionen entsteht so eine Darstellung, die auch Personen nachvollziehen können, die nicht täglich mit Blockchain-Daten arbeiten.

Warum vollständige Blockpit-Daten entscheidend sind

Ein Herkunftsnachweis kann nur so gut sein wie die Daten, auf denen er basiert. Fehlt beispielsweise eine alte Börse oder eine verwendete Wallet im Blockpit-Account, kann auch der daraus erzeugte Transaktionsweg Lücken enthalten.

Blockpit weist nach eigenen Angaben unvollständige Daten beziehungsweise Abweichungen im Bericht aus. Nutzer können ihre Daten anschließend verbessern und den Bericht aktualisieren.

Mein Tipp lautet deshalb: Nicht sofort den Report erzeugen. Zuerst die Datenbasis kontrollieren. Prüfen Sie, ob tatsächlich alle relevanten Börsen, Wallets und früheren Transaktionen erfasst sind.

Welche Börsen und Wallets sollten vorher eingebunden werden?

Relevant sind grundsätzlich alle Stationen, die mit den Kryptowerte zusammenhängen, deren Herkunft später belegt werden soll.

Blockpit ermöglicht den Import von Transaktionen unter anderem über APIs, öffentliche Blockchain-Adressen und CSV-Dateien. Nach eigenen Angaben unterstützt die Plattform eine große Zahl von Börsen, Blockchains und DeFi-Anwendungen.

Für den Nutzer bedeutet das praktisch: Eine Börse, auf der lediglich 2019 einmal Bitcoin gekauft wurde, kann heute wesentlich wichtiger sein als eine aktuelle Trading-Plattform mit hunderten Transaktionen. Der Ursprung des Vermögens ist für den Herkunftsnachweis besonders relevant.

Wann kann Blockpit für die Bank hilfreich sein?

Blockpit positioniert seinen Mittelherkunftsnachweis ausdrücklich für Prüfungen durch Banken und Kryptobörsen. Das Format wurde nach Angaben des Unternehmens gemeinsam mit Compliance-Experten aus europäischen Banken und Börsen entwickelt.

Wie Bitvavo konkrete Anforderungen an Herkunftsnachweise stellt, zeigen wir in unserem separaten Beitrag.

Besonders interessant kann der Bericht sein, wenn eine große Krypto-Auszahlung vorbereitet wird oder bereits zurückgehalten wurde. Die Transaktionsgeschichte kann dadurch einheitlicher dargestellt werden als durch zahlreiche einzelne Blockchain-Screenshots.

Praktische Beispiele für große Krypto-Auszahlungen finden Sie auch in unserem Bitvavo-Ratgeber.

Allerdings weist Blockpit selbst darauf hin, dass jedes Institut eigene Anforderungen hat. Eine automatische Verpflichtung der Bank, den Bericht als alleinigen Nachweis zu akzeptieren, ergibt sich daraus nicht.

Reicht ein Blockpit Mittelherkunftsnachweis allein aus?

Nicht zwingend. Das sagt Blockpit selbst ausdrücklich. Der Bericht deckt einen wesentlichen Teil der erforderlichen Krypto-Mittelherkunftsdokumentation ab, zusätzliche Unterlagen können aber erforderlich bleiben.

Wie Crypto.com solche Anfragen konkret handhabt, erklären wir in unserem Spezial-Artikel.

Genau hier kommt unser Anleger aus dem Eingangsbeispiel wieder ins Spiel. Blockpit kann beispielsweise zeigen, wie aus Bitcoin später Ethereum wurde, wie die Coins zwischen Wallets verschoben wurden und wie schließlich die Auszahlung entstand.

Was Blockpit nicht automatisch wissen kann: Woher kamen die ursprünglich eingesetzten 40.000 Euro? Stammt das Geld aus Einkommen, einem Immobilienverkauf, einer Schenkung oder Unternehmensvermögen? Diese wirtschaftliche Ebene muss gegebenenfalls gesondert belegt werden.

Technische Krypto-Herkunft und wirtschaftliche Geldherkunft trennen

Ich unterscheide bei solchen Fällen deshalb regelmäßig zwischen zwei Ebenen. Die erste ist die technische Herkunft der Kryptowerte.

Hier kann Blockpit besonders wertvoll sein. Börsen, Wallet-Adressen, Trades und Transfers werden miteinander verknüpft und strukturiert dargestellt.

Die zweite Ebene ist die wirtschaftliche Herkunft des ursprünglich investierten Kapitals. Wenn eine Bank auch diese Frage stellt, können beispielsweise Kontoauszüge, Verträge, Einkommensunterlagen oder andere Dokumente erforderlich werden. Genau an dieser Schnittstelle kann ein Anwalt für Krypto-Mittelherkunftsnachweise unterstützen.

Was passiert bei fehlenden oder falsch zugeordneten Transaktionen?

Krypto-Tracking-Software muss erkennen, welche Transfers zusammengehören. Probleme können entstehen, wenn eine Einzahlung auf einer Plattform vorhanden ist, aber die entsprechende Auszahlung aus einer anderen Datenquelle fehlt.

Dann kann eine scheinbar neue Vermögensquelle entstehen, obwohl tatsächlich nur ein Transfer zwischen zwei eigenen Wallets stattgefunden hat.

Solche Fehler sollten vor der Einreichung kontrolliert werden. Gerade bei sechsstelligen Auszahlungen empfehle ich, auffällige Einzahlungen, Transfers und vermeintlich unbekannte Herkunftsquellen einzeln durchzugehen.

Mittelherkunft bei alten Cold-Wallet-Beständen

Besonders interessant ist Blockpit bei Bitcoin oder anderen Kryptowährungen, die jahrelang auf einer eigenen Wallet lagen.

Die heutige Übertragung von der Cold Wallet auf eine Börse ist zwar auf der Blockchain sichtbar. Sie erklärt aber zunächst nicht, wie die Coins ursprünglich auf diese Wallet gelangten.

Wenn alte Börsendaten noch importiert werden können, lässt sich möglicherweise eine Verbindung bis zum ursprünglichen Kauf herstellen. Fehlen wesentliche historische Daten, sollte dagegen nicht der Eindruck erzeugt werden, die Dokumentation sei vollständiger als sie tatsächlich ist.

Kann Blockpit auch bei DeFi-Transaktionen helfen?

Moderne Kryptovermögen bestehen längst nicht mehr ausschließlich aus klassischen Käufen und Verkäufen auf zentralen Börsen. Anleger nutzen dezentrale Protokolle, Staking, Swaps und unterschiedliche Wallets.

Blockpit unterstützt nach eigenen Angaben zahlreiche Blockchains und dApps und kann entsprechende Transaktionsdaten in die Portfolio- und Steuerdokumentation integrieren.

Gerade bei solchen Portfolios kann ein automatisierter Transaktionsgraph wesentlich verständlicher sein als eine selbst erstellte Excel-Liste. Trotzdem sollte überprüft werden, ob sämtliche relevanten Vorgänge korrekt erkannt und kategorisiert wurden.

Wann sollte ein Anwalt den Blockpit-Bericht ergänzen?

Ein Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn die Bank trotz Blockpit-Report weitere Fragen stellt.

Das gilt auch, wenn erhebliche Lücken in der Krypto-Historie bestehen, Vermögen aus mehreren wirtschaftlichen Quellen stammt oder zusätzlich Bargeld, Schenkungen, Erbschaften oder Unternehmensvermögen eine Rolle spielen.

Die Aufgabe der anwaltlichen Aufarbeitung besteht dann nicht darin, Blockpit zu ersetzen. Vielmehr können technischer Krypto-Report und wirtschaftlich-rechtliche Herkunftserklärung miteinander verbunden werden.

Wie würde ich Blockpit für einen Herkunftsnachweis einsetzen?

Zunächst würde ich alle relevanten Krypto-Daten vollständig importieren und die verwendeten Börsen und Wallets kontrollieren. Erst anschließend würde ich den konkreten Mittelherkunftsnachweis erzeugen.

Danach würde ich prüfen: Wo endet die Aussagekraft des Reports? Wenn die Transaktionshistorie bis zu einer ursprünglichen Euro-Einzahlung zurückführt, stellt sich möglicherweise noch die Frage nach der Herkunft genau dieser Euro.

So entsteht eine klare Reihenfolge: Blockpit-Daten kontrollieren → Krypto-Transaktionsweg dokumentieren → ursprüngliche Fiat-Herkunft prüfen → zusätzliche Belege ergänzen → Gesamtunterlagen einreichen.

Anwalt für Blockpit Mittelherkunftsnachweis und Kryptowährungen

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich als Experte und Spezialist mit Mittelherkunftsnachweisen für Kryptowährungen, Bitcoin-Herkunftsnachweisen und der Rekonstruktion komplexer Krypto-Vermögen. Dazu gehören auch Herkunftsfragen gegenüber Banken, Kryptobörsen und dem Finanzamt.

Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit finanzieller Mittelherkunft. Ein Blockpit Mittelherkunftsnachweis kann heute einen wichtigen technischen Baustein darstellen. Er ersetzt aber nicht automatisch sämtliche zusätzlichen Dokumente zur wirtschaftlichen Herkunft des Vermögens.

Wenn Sie bereits einen Mittelherkunftsnachweis mit Blockpit erstellt haben, Ihre Bank weitere Unterlagen verlangt oder Sie nicht wissen, ob Ihre Krypto-Dokumentation vollständig ausreicht, können Sie mir Ihren Sachverhalt auf mittelherkunftsnachweis.de online oder per E-Mail schildern. Dort erhalten Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt Martin Wehrmann.