Mittelherkunftsnachweis Skrill: Was tun, wenn Skrill Einkommens- oder Vermögensnachweise verlangt?
Stellen Sie sich vor: Über Jahre nutzen Sie Ihre Skrill-Wallet ohne Schwierigkeiten. Dann verkaufen Sie eine geerbte Ferienwohnung und zahlen einen Teil des Erlöses auf Ihr Bankkonto ein. Von dort fließen insgesamt 75.000 Euro in mehreren Transaktionen über Skrill. Plötzlich erhalten Sie eine Nachricht der Mitgliederüberprüfung: Sie sollen Einkommens- oder Vermögensnachweise einreichen und die Herkunft Ihrer Gelder erklären. Die Frist läuft – und ein einfacher Kontoauszug erzählt nur den letzten Teil der Geschichte.
Das ist bei Skrill keineswegs nur eine theoretische Konstellation. Skrill erklärt selbst, dass bei einem bestimmten Transaktionsvolumen ein Nachweis über die Quellen des finanziellen Einkommens verlangt werden kann. Außerdem erhebt Skrill im Verifizierungsprozess Angaben zur Vermögensquelle und zum hauptsächlichen Verwendungszweck des Kontos.
Ähnliche Anforderungen stellen auch andere Zahlungsdienstleister wie PayPal an ihre Nutzer.
Wie Revolut mit Herkunftsfragen umgeht, erfahren Sie in unserem separaten Beitrag.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und komplexer Vermögensherkunft. Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit diesen Fragestellungen. Betroffene können ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung zum Mittelherkunftsnachweis bei Skrill erhalten.
Was verlangt Skrill beim Mittelherkunftsnachweis?
Skrill verwendet in seinen deutschen Informationen ausdrücklich Begriffe wie Einkommensnachweise und Vermögensnachweise. Hintergrund ist die Prüfung, ob die über das digitale Zahlungssystem verwendeten Finanzmittel rechtmäßig erworben wurden.
Das ist ein wichtiger Unterschied zur normalen Identitätsprüfung. Personalausweis, Selfie und Adressnachweis beantworten die Frage, wer der Kontoinhaber ist. Ein Vermögensnachweis beantwortet dagegen, woher dessen Geld stammt.
Bei einer Anfrage sollte deshalb zunächst genau geprüft werden: Möchte Skrill einen Identitätsnachweis, einen Banknachweis oder tatsächlich Unterlagen über die Einkommens- beziehungsweise Vermögensquelle?
Skrill kann auch nach abgeschlossener Verifizierung erneut Unterlagen verlangen
Ein vollständig verifiziertes Konto bedeutet nicht, dass später keine weiteren Fragen mehr gestellt werden können. Skrill weist ausdrücklich darauf hin, dass zusätzliche Verifizierungen auch nach Abschluss der ursprünglichen Prüfung möglich sind.
Dabei können beispielsweise Bank- oder Kartenabrechnungen sowie Unterlagen verlangt werden, welche die Herkunft des Vermögens belegen. Auch Abweichungen zwischen Kontodaten und eingereichten Dokumenten können weitere Prüfungen auslösen.
Für Nutzer ist deshalb wichtig: „Mein Skrill-Konto war doch bereits verifiziert“ ist kein Ersatz für einen angeforderten Mittelherkunftsnachweis. Die Identität kann längst geklärt sein, während die Herkunft bestimmter Finanzmittel noch geprüft wird.
Welche Nachweise akzeptiert Skrill für die Vermögensherkunft?
Skrill nennt selbst konkrete Beispiele. Bei Ersparnissen aus Arbeitseinkommen können unter anderem Gehaltsabrechnungen der vergangenen drei Monate oder ein offizielles Schreiben des Arbeitgebers in Betracht kommen.
Für Erbschaften und Schenkungen können dagegen andere Dokumente benötigt werden. Skrill nennt beispielsweise einen Erbschein sowie Unterlagen aus dem steuerlichen Bereich als mögliche Nachweise.
Das zeigt: Es gibt keinen universellen Skrill-Mittelherkunftsnachweis. Das passende Dokument hängt davon ab, ob das Geld aus Gehalt, Erbschaft, Schenkung oder einer anderen tatsächlichen Vermögensquelle stammt.
Unser Beispielfall: Warum der Kontoauszug nicht genügt
Kehren wir zur verkauften Ferienwohnung zurück. Auf dem Bankkonto unseres Nutzers ist ein hoher Zahlungseingang sichtbar. Anschließend lassen sich mehrere Zahlungen in Richtung Skrill nachvollziehen.
Damit ist der Zahlungsweg teilweise dokumentiert. Noch nicht vollständig erklärt ist jedoch, wodurch der hohe Bankguthabenbetrag wirtschaftlich entstanden ist.
Deshalb sollte die Dokumentation beim Immobiliengeschäft beginnen. Anschließend folgt der Kaufpreiseingang und danach der weitere Geldweg. Bei solchen mehrstufigen Sachverhalten kann ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise helfen, Vermögensursprung und spätere Transaktionen in einer verständlichen Reihenfolge zusammenzuführen.
Skrill fragt nach der Vermögensquelle: Antworten müssen aktuell sein
Skrill weist Nutzer darauf hin, dass Angaben zur Vermögensquelle korrekt und aktuell sein sollen. Das ist besonders relevant, wenn sich die finanzielle Situation im Laufe der Zeit verändert.
Ein Nutzer kann sein Konto ursprünglich beispielsweise überwiegend für kleinere Zahlungen aus seinem Arbeitseinkommen verwendet haben. Jahre später verfügt er aufgrund eines Unternehmensverkaufs, einer Erbschaft oder eines Immobiliengeschäfts über wesentlich höhere Vermögenswerte.
Die Vermögensquelle sollte dann nicht aus Bequemlichkeit mit einer alten Angabe erklärt werden. Die tatsächliche Herkunft des aktuell relevanten Geldes muss zur Erklärung passen.
Mehrere Geldquellen sollten nicht künstlich zusammengefasst werden
Angenommen, 100.000 Euro stammen zu 40.000 Euro aus einer Erbschaft, zu 35.000 Euro aus Gehalt und zu 25.000 Euro aus einem Wertpapierverkauf.
Dann ist „Ersparnisse“ als pauschale Erklärung möglicherweise unnötig ungenau. Sinnvoller kann es sein, die drei Vermögensquellen getrennt darzustellen.
Für jeden Teilbetrag entsteht eine eigene Belegkette. Anschließend kann eine kurze Übersicht erklären, wie sich das gesamte Skrill-Guthaben beziehungsweise die relevanten Transaktionen zusammensetzen. Eine Kanzlei für Herkunftsnachweise und Vermögensherkunft kann gerade bei solchen Mischfällen die Unterlagen vor Einreichung strukturieren.
Skrill setzt bei Nachweisen auch technische Vorgaben
Ein praktischer Punkt wird schnell übersehen: Nicht nur der Inhalt eines Dokuments kann entscheidend sein, sondern auch die Form der Übermittlung.
Skrill gibt für Einkommens- und Vermögensnachweise bestimmte Dateiformate vor. Genannt werden insbesondere PDF sowie verschiedene gängige Bildformate. Dokumente über Cloud-Plattformen oder bloße Download-Links werden nach den veröffentlichten Skrill-Hinweisen nicht akzeptiert.
Mein Tipp: Befolgen Sie die konkrete Upload- oder Übermittlungsanweisung exakt. Ein inhaltlich geeigneter Beleg hilft wenig, wenn er auf einem Weg eingereicht wird, den die Prüfung nicht akzeptiert.
Warum die gesetzte Frist nicht ignoriert werden sollte
Skrill fordert betroffene Nutzer dazu auf, Vermögens- beziehungsweise Einkommensnachweise innerhalb des jeweils angegebenen Zeitraums vorzulegen.
Nach den eigenen Informationen von Skrill ist die Verifizierung verpflichtend. Werden angeforderte Dokumente nicht rechtzeitig eingereicht, können unter anderem Kontobeschränkungen eine mögliche Folge sein.
Deshalb sollte eine solche E-Mail nicht wochenlang liegen bleiben. Wenn umfangreiche Unterlagen beschafft werden müssen, sollte frühzeitig damit begonnen werden. Bei erheblichen Beträgen kann auch die Unterstützung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise sinnvoll sein.
Limits und Mittelherkunftsnachweis sind nicht dasselbe
Skrill arbeitet mit nutzerabhängigen Limits, die unter anderem vom Verifizierungsstatus beeinflusst werden können. Eine erfolgreiche Identitätsprüfung kann beispielsweise höhere Transaktionsmöglichkeiten eröffnen.
Das sollte aber nicht mit dem Nachweis der Geldherkunft verwechselt werden. Auch ein Nutzer mit einem verifizierten Konto kann später um zusätzliche Unterlagen zu seinem Vermögen gebeten werden.
Es gibt daher mehrere Prüfungsebenen: Identität, Adresse, Zahlungsinstrument und Vermögensquelle. Wer erkennt, welche Ebene betroffen ist, kann wesentlich präziser reagieren.
Bankkonto und Skrill-Wallet: Die Zwischenstationen müssen zusammenpassen
Bei digitalen Wallets entstehen schnell lange Geldwege. Geld kommt beispielsweise aus einem Wertpapierverkauf auf Bank A, wird auf Bank B weitergeleitet und gelangt erst danach zu Skrill.
Jeder einzelne Vorgang kann vollkommen legitim sein. Trotzdem entsteht für einen Außenstehenden zunächst eine komplizierte Transaktionskette.
Ich empfehle dann eine einfache chronologische Darstellung: Ursprung des Vermögens – erster Zahlungseingang – Zwischenkonto – Einzahlung beziehungsweise Transfer zu Skrill. Dazu werden nur die Dokumente zugeordnet, die den jeweiligen Schritt tatsächlich belegen.
Fremdwährungen können scheinbare Differenzen erzeugen
Skrill unterstützt Zahlungen und Guthaben mit Währungsumrechnungen. Dadurch kann aus einem ursprünglichen Betrag in US-Dollar, britischen Pfund oder einer anderen Währung später ein abweichender Eurobetrag werden.
Bei einem Mittelherkunftsnachweis sollte eine solche Differenz nicht unerklärt bleiben. Sonst können Rechnung, Bankgutschrift und Skrill-Transaktion auf den ersten Blick unterschiedliche Werte zeigen.
Halten Sie deshalb bei größeren internationalen Vorgängen Ausgangswährung, Betrag, Datum und nach der Umrechnung relevanten Betrag fest. So bleibt die Herkunft der Finanzmittel trotz Währungswechsel nachvollziehbar.
Kryptowährungen und Skrill können die Dokumentation erweitern
Skrill bietet auch Dienstleistungen rund um Kryptowährungen an. Dadurch können sich bei einzelnen Nutzern klassische Zahlungsströme und Kryptoaktivitäten überschneiden.
Stammt relevantes Vermögen ursprünglich aus Kryptowährungen, kann die Geschichte des Geldes erheblich früher beginnen als bei der Einzahlung auf Skrill. Kaufvorgänge, frühere Börsenkonten, Wallet-Bewegungen und spätere Verkäufe können dann je nach Anfrage Bedeutung gewinnen.
Gerade wenn Kryptowerte über Jahre bewegt wurden, sollte nicht improvisiert werden. Eine auf Mittelherkunft und Kryptowährungen spezialisierte Kanzlei kann helfen, aus umfangreichen Transaktionsdaten eine verständliche Herkunftskette zu entwickeln.
Was tun, wenn Skrill einen Nachweis ablehnt?
Eine Ablehnung sollte zunächst nicht mit immer mehr Dokumenten beantwortet werden. Sinnvoller ist die Frage, weshalb der bisherige Nachweis nicht ausgereicht hat.
Vielleicht zeigt ein Bankauszug zwar das Guthaben, aber nicht dessen Ursprung. Möglicherweise wurde eine Erbschaft genannt, ohne dass ein entsprechender Nachlassnachweis beigefügt wurde. Auch Abweichungen bei Namen, Beträgen oder Zeiträumen können relevant sein.
Prüfen Sie daher systematisch: Passt die angegebene Vermögensquelle zum Dokument? Passt der Betrag? Ist der weitere Zahlungsweg erkennbar? Erst danach sollte gezielt ergänzt werden.
So würde ich einen Skrill-Mittelherkunftsnachweis aufbauen
Ich würde zunächst in wenigen Sätzen benennen, welcher Betrag betroffen ist und aus welcher wirtschaftlichen Quelle er stammt. Danach folgt eine kurze Zeitleiste.
Anschließend werden die Belege nummeriert und jeweils einer Station zugeordnet. Bei mehreren Vermögensquellen erhält jede Quelle einen eigenen Abschnitt. Dadurch muss der Prüfer die Zusammenhänge nicht selbst aus verschiedenen Dateien rekonstruieren.
Die wichtigste Regel lautet: Nicht möglichst viele Dokumente einreichen, sondern eine verständliche Beweiskette schaffen. Ein guter Herkunftsnachweis erklärt die Entstehung des Vermögens und verbindet sie nachvollziehbar mit den relevanten Skrill-Transaktionen.
Anwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Skrill
Unser Nutzer aus dem Eingangsbeispiel hat am Ende kein unerklärliches Skrill-Guthaben. Ausgangspunkt ist ein konkreter Immobilienverkauf. Von dort lässt sich der Verkaufserlös über das Bankkonto bis zu den einzelnen Skrill-Transaktionen verfolgen. Genau diese wirtschaftliche Geschichte sollte die Dokumentation vermitteln.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Dazu gehören insbesondere Finanzmittel bei Banken und Zahlungsdienstleistern sowie Kryptowährungen, Edelmetalle und Herkunftsfragen gegenüber dem Finanzamt.
Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit Mittelherkunft, Vermögensnachweisen und der Dokumentation der Herkunft von Finanzmitteln. Wer von Skrill zur Vorlage eines Einkommens- oder Vermögensnachweises aufgefordert wurde, Probleme mit einer bereits eingereichten Dokumentation hat oder wegen fehlender Unterlagen nicht weiterkommt, kann seinen Fall dort online oder per E-Mail schildern. Eine kostenfreie Ersteinschätzung durch Rechtsanwalt Martin Wehrmann als spezialisiertem Ansprechpartner für Mittelherkunftsnachweise ist möglich.