Mittelherkunftsnachweis bei Finom: Was Selbstständige und Unternehmen jetzt beachten sollten
Ein Geschäftsführer erhält innerhalb weniger Tage drei ungewöhnlich hohe Kundenzahlungen auf seinem Finom-Geschäftskonto. Insgesamt gehen 175.000 Euro ein. Wirtschaftlich ist alles sauber: Ein Kunde hat mehrere offene Rechnungen gesammelt bezahlt, ein zweiter hat eine hohe Vorauszahlung geleistet und weitere 40.000 Euro stammen aus einem Gesellschafterdarlehen. Trotzdem entsteht plötzlich die entscheidende Frage: Kann das Unternehmen die Herkunft dieser Gelder kurzfristig und nachvollziehbar belegen?
Gerade bei einem Mittelherkunftsnachweis bei Finom können Unternehmen vor einem anderen Problem stehen als Privatkunden einer klassischen Bank. Geschäftskonten enthalten laufende Umsätze, Kundenzahlungen, Darlehen, Einlagen, Rückerstattungen und internationale Transaktionen. Die Herkunft einzelner Beträge muss deshalb häufig aus der betrieblichen Buchhaltung heraus erklärt werden.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen nach dem Geldwäschegesetz. Auf mittelherkunftsnachweis.de widme ich mich seit 2021 vertieft dem Thema Mittelherkunft. Wer bei Finom Nachweise zur Herkunft seiner Finanzmittel erbringen soll, kann mir seinen Fall dort online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung zum Mittelherkunftsnachweis erhalten.
Mittelherkunftsnachweis bei Finom: Warum Geschäftskunden besonders betroffen sein können
Finom richtet sein Angebot insbesondere an Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen. Damit unterscheiden sich die typischen Zahlungsbewegungen deutlich von einem gewöhnlichen Privatkonto.
Wie Unternehmen bei einem anderen Geschäftskonto-Anbieter vorgehen, zeigt unser Beitrag zu Qonto.
Auf einem Geschäftskonto können innerhalb weniger Tage sehr unterschiedliche Beträge eingehen. Hohe Umsätze sind für sich genommen nicht ungewöhnlich. Trotzdem muss sich erklären lassen, welchen wirtschaftlichen Hintergrund eine Zahlung hat.
Beim Herkunftsnachweis für Finom kann deshalb eine zentrale Frage lauten: Welche Rechnung, welcher Vertrag oder welcher Unternehmensvorgang steht hinter diesem konkreten Zahlungseingang?
Bei Finom zählt nicht nur, wer überwiesen hat
Ein Firmenkunde überweist 60.000 Euro. Auf dem Kontoauszug sind Firmenname und Betrag eindeutig erkennbar. Damit ist allerdings nur der unmittelbare Absender dokumentiert.
Für die Mittelherkunft kann zusätzlich relevant werden, weshalb das Geld gezahlt wurde. Handelt es sich um die Begleichung mehrerer Rechnungen, eine Vorauszahlung, die Rückzahlung eines Darlehens oder vielleicht um eine Beteiligung?
Mein Praxistipp: Jede außergewöhnlich hohe Geschäftszahlung sollte sich einem konkreten wirtschaftlichen Vorgang zuordnen lassen. Diese Zuordnung ist häufig wichtiger als ein langer allgemeiner Text über das Unternehmen.
Warum Rechnungen bei Finom besonders wertvoll sein können
Finom verbindet das Geschäftskonto mit Funktionen rund um Rechnungen, Belege und Buchhaltung. Genau solche Unterlagen können auch bei Fragen zur Mittelherkunft praktisch wertvoll werden.
Erhält ein Unternehmen beispielsweise 35.000 Euro von einem Kunden, können Rechnung, zugrunde liegender Auftrag und entsprechender Zahlungseingang gemeinsam ein schlüssiges Bild ergeben.
Unternehmer sollten deshalb größere Geschäftsvorfälle nicht nur aus steuerlichen Gründen dokumentieren. Eine geordnete Buchhaltung kann gleichzeitig zur Dokumentation der Herkunft betrieblicher Finanzmittel beitragen.
Unser Beispielfall: 95.000 Euro aus offenen Kundenrechnungen
Von den eingangs genannten 175.000 Euro stammen 95.000 Euro aus mehreren Rechnungen eines langjährigen Auftraggebers. Der Kunde zahlt sie allerdings nicht einzeln, sondern zusammen.
Genau dadurch kann auf dem Konto zunächst nur eine große Transaktion erscheinen. Wer lediglich diesen Zahlungseingang vorlegt, erklärt noch nicht automatisch dessen Zusammensetzung.
Die Lösung kann einfach sein: Die Sammelzahlung wird den einzelnen Rechnungen zugeordnet. Eine kurze Übersicht zeigt Rechnungsnummer, Betrag und Datum. So wird aus einer auffälligen Einzeltransaktion ein nachvollziehbarer betrieblicher Mittelherkunftsnachweis.
Gesellschafterdarlehen richtig von Umsatz unterscheiden
Weitere 40.000 Euro unseres Unternehmens stammen von einem Gesellschafter. Ein häufiger Fehler wäre, diese Zahlung einfach als Einnahme des Unternehmens zu bezeichnen.
Bei einem Gesellschafterdarlehen handelt es sich wirtschaftlich gerade nicht um normalen Kundenumsatz. Der Betrag wird aufgrund eines Darlehensverhältnisses zur Verfügung gestellt.
Für den Mittelherkunftsnachweis bei Finom können deshalb beispielsweise Darlehensvereinbarung, Zahlung und Buchung zusammen betrachtet werden. Bei größeren oder unübersichtlichen Gesellschaftertransaktionen kann ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise helfen, Kapitalzuführung, Darlehen und laufende Einnahmen sauber voneinander abzugrenzen.
Auch wirtschaftlich Berechtigte können bei Finom eine Rolle spielen
Bei Unternehmen endet die Prüfung nicht zwingend beim Namen der Gesellschaft. Entscheidend sein kann auch, welche natürlichen Personen wirtschaftlich hinter dem Unternehmen stehen.
Finom erhebt bei der Kontoeröffnung Informationen zu Eigentümern und wirtschaftlich Berechtigten. Bei Beteiligungsstrukturen kann deshalb wichtig sein, dass Unternehmensunterlagen und tatsächliche Eigentumsverhältnisse miteinander übereinstimmen.
Das wird besonders interessant, wenn Geld von Gesellschaftern, verbundenen Unternehmen oder anderen nahestehenden Personen kommt. Wer zahlt, wem das Unternehmen gehört und warum das Geld fließt, sind unterschiedliche Fragen.
Einlage oder Darlehen? Den Zahlungsgrund genau benennen
Geschäftsführer überweisen häufig eigenes Geld an ihre Gesellschaft. Auf dem Kontoauszug steht dann vielleicht lediglich „Einlage“ oder „Übertrag“.
Das kann für die interne Zuordnung ausreichen, erklärt aber nicht unbedingt sämtliche rechtlichen Hintergründe. Ist das Geld Eigenkapital? Handelt es sich um ein Darlehen? Wird lediglich eine frühere Ausgabe ausgeglichen?
Gerade bei fünf- oder sechsstelligen Beträgen sollte der Vorgang korrekt bezeichnet sein. Eine Kanzlei für Herkunftsnachweise und Mittelherkunft kann insbesondere dann unterstützen, wenn private Gelder und Unternehmensvermögen über längere Zeit miteinander verflochten wurden.
Bargeld ist bei Finom ein Sonderfall
Finom bietet derzeit keine klassische Möglichkeit an, Bargeld direkt auf das Geschäftskonto einzuzahlen. Das unterscheidet den Anbieter deutlich von vielen Filialbanken.
Für Unternehmer mit hohen Bareinnahmen kann dadurch eine zusätzliche Zwischenstation entstehen. Bargeld wird möglicherweise zunächst über eine andere Bank abgewickelt und anschließend per Überweisung auf das Finom-Konto transferiert.
Gerade dadurch kann die Dokumentation anspruchsvoller werden. Die Überweisung von einer anderen Bank erklärt nur den letzten Schritt. Bei einer Herkunftsprüfung kann weiterhin interessant sein, aus welchen Geschäftsvorgängen das Bargeld ursprünglich stammt.
Internationale Überweisungen sollten besonders gut dokumentiert werden
Finom bietet auch internationale Zahlungsfunktionen an. Bei grenzüberschreitenden Geschäftsvorgängen können zusätzliche Angaben zum Empfänger und zur Zahlung erforderlich sein; bei bestimmten internationalen Zahlungen können zudem zugehörige Dokumente oder Rechnungen hochgeladen werden.
Für Unternehmen ist das ein wichtiger Hinweis. Bei einer Zahlung nach oder aus dem Ausland sollte nicht nur die Überweisung selbst archiviert werden.
Vertrag, Rechnung, Leistungsbeschreibung und Zahlungsbeleg gehören möglichst zusammen. So lässt sich später wesentlich leichter beantworten, warum beispielsweise 80.000 US-Dollar aus einem bestimmten Land eingegangen sind.
Unterschiedliche Währungen können den Mittelherkunftsnachweis erschweren
Ein Unternehmen stellt eine Rechnung über 50.000 US-Dollar. Beim späteren Umtausch erhält es aufgrund des Wechselkurses einen anderen Eurobetrag.
Wer Monate später nur die Eurogutschrift betrachtet, erkennt möglicherweise nicht sofort, dass beide Beträge zum selben Geschäft gehören. Das kann unnötige Unklarheiten verursachen.
Bei größeren Fremdwährungsgeschäften empfehle ich daher eine kleine Dokumentationskette: Originalrechnung – ursprüngliche Währung – Zahlungseingang – Umrechnung – endgültiger Eurobetrag.
Was tun bei einer größeren Kundenvorauszahlung?
Die verbleibenden 40.000 Euro unseres Beispiels sind eine Vorauszahlung für ein Projekt, das erst in den kommenden Monaten vollständig durchgeführt wird.
Eine solche Zahlung kann vom bisherigen Umsatzprofil eines Unternehmens abweichen. Gerade deshalb sollte sich erklären lassen, warum ein Kunde bereits vor Abschluss der Leistung einen erheblichen Betrag überweist.
Vertrag, Angebot, Auftragsbestätigung oder Rechnung können hier wichtige Zusammenhänge schaffen. Der Mittelherkunftsnachweis wird dadurch nicht zu einer abstrakten Erklärung über das Unternehmen, sondern zu einer konkreten Dokumentation des Geschäftsvorfalls.
Mittelherkunft und Geschäftsmodell müssen zusammenpassen
Ein Punkt wird häufig unterschätzt: Finanztransaktionen sollten grundsätzlich zum tatsächlichen Geschäftsmodell passen.
Betreibt ein Unternehmen beispielsweise eine kleine Beratungsfirma und erhält plötzlich hohe Zahlungen aus einem völlig fremden Wirtschaftsbereich, können Erklärungen erforderlich werden. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Zahlung problematisch ist.
Vielleicht wurde eine Beteiligung verkauft, ein Darlehen zurückgezahlt oder ein außergewöhnlicher Einzelauftrag ausgeführt. Gerade solche Abweichungen sollten allerdings besonders sauber dokumentiert werden.
So bereite ich einen Finom-Herkunftsnachweis praktisch auf
Bei Geschäftskonten beginne ich nicht mit Kontoauszügen, sondern mit den wirtschaftlichen Vorgängen hinter den Zahlungen.
Für jeden größeren Betrag sollte zunächst feststehen: Wer hat gezahlt? Warum wurde gezahlt? Welcher Vertrag oder welche Rechnung gehört dazu? Wann wurde die Zahlung fällig? Wo befindet sich der dazugehörige Buchungsbeleg?
Danach kann eine kurze Tabelle oder chronologische Übersicht erstellt werden. Dadurch erhält der Prüfer keine Sammlung zusammenhangloser PDFs, sondern eine klar strukturierte Darstellung der Finanzmittel.
Was tun, wenn Finom weitere Unterlagen verlangt?
Eine zusätzliche Anfrage sollte zunächst genau gelesen werden. Geht es um eine bestimmte Zahlung, die allgemeine Geschäftstätigkeit, einen Vertragspartner oder die wirtschaftlich Berechtigten?
Erst danach sollte nachgereicht werden. Wer wahllos alle vorhandenen Rechnungen und Kontoauszüge versendet, kann eine einfache Frage unnötig kompliziert machen.
Bei wiederholten Nachfragen, erheblichen Unternehmensgeldern oder drohenden Einschränkungen kann es sinnvoll sein, einen spezialisierten Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweise und Geldwäscherecht einzubeziehen. Ziel sollte eine konsistente und überprüfbare Antwort sein.
Mittelherkunftsnachweis bei Finom: Mein wichtigster Tipp für Unternehmer
Unser Unternehmen mit den 175.000 Euro kann den Geldzufluss am Ende klar aufteilen: 95.000 Euro stammen aus Kundenrechnungen, 40.000 Euro aus einem Gesellschafterdarlehen und 40.000 Euro aus einer Projektvorauszahlung.
Damit verschwindet der zunächst auffällige Gesamtbetrag. Stattdessen liegen drei klar unterscheidbare Geschäftsvorgänge vor, die jeweils mit eigenen Dokumenten belegt werden können.
Genau so sollte ein Mittelherkunftsnachweis bei Finom aufgebaut sein: Nicht nur Bankbewegungen zeigen, sondern nachvollziehbar erklären, welcher wirtschaftliche Vorgang hinter dem Geld steht.
Anwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Finom
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und beschäftige mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht spezialisiert mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und Herkunftsnachweisen für Unternehmen und Privatpersonen. Dazu gehören Finanzmittel, Kryptowährungen und Edelmetalle ebenso wie Fragestellungen gegenüber Banken, Zahlungsdienstleistern und dem Finanzamt sowie Herkunftsnachweise nach dem Geldwäschegesetz.
Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit Mittelherkunft, Vermögensherkunft und der rechtlichen Aufbereitung komplexer Zahlungsströme. Gerade bei Unternehmen können internationale Zahlungen, Gesellschafterdarlehen, mehrere Umsatzquellen und ungewöhnlich hohe Geldeingänge besondere Dokumentationsfragen auslösen.
Wer bei Finom einen Mittelherkunftsnachweis erbringen soll, bereits Rückfragen zu Geschäftszahlungen erhalten hat oder nicht weiß, welche Dokumente geeignet sind, kann seinen Fall über mittelherkunftsnachweis.de online oder per E-Mail schildern. Dort können Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann als spezialisiertem Ansprechpartner für Mittelherkunftsnachweise und Herkunftsnachweise anfordern.