Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht
Mittelherkunft und Geldwäscherecht

Mittelherkunftsnachweis bei Trezor: So weisen Sie die Herkunft Ihrer Kryptowährungen nachvollziehbar nach

Veröffentlicht am 22.08.2026 –

Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Vor acht Jahren kaufen Sie erstmals Bitcoin. Später kommen Ethereum und weitere Coins hinzu. Manche Käufe laufen über Börsen, andere über verschiedene Anbieter. Nach jedem Kauf übertragen Sie die Kryptowährungen auf Ihren Trezor. Jahre später sind aus vergleichsweise überschaubaren Investitionen 250.000 Euro geworden. Nun möchten Sie einen Teil über die Handelsfunktionen der Trezor Suite verkaufen – und werden mit einer KYC-Prüfung und Fragen zur Herkunft der Kryptowährungen konfrontiert.

Die Besonderheit: Einen einheitlichen „Mittelherkunftsnachweis von Trezor“ gibt es in dieser Form häufig gar nicht. Trezor vermittelt beim Kaufen und Verkaufen Angebote externer Dienstleister. Der ausgewählte Anbieter wickelt die Transaktion ab und übernimmt erforderliche Identitäts- und Compliance-Prüfungen. Das ist für die richtige Reaktion entscheidend.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht und beschäftige mich als Anwalt und Spezialist mit Mittelherkunftsnachweisen, Vermögensherkunft und Krypto-Herkunft. Auf mittelherkunftsnachweis.de befasse ich mich seit 2021 vertieft mit diesen Fragestellungen. Betroffene können dort ihren Fall online oder per E-Mail schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung erhalten.

Wer verlangt bei Trezor eigentlich den Mittelherkunftsnachweis?

Diese Frage sollte bei jedem Fall zuerst beantwortet werden. Trezor Suite ermöglicht zwar das Kaufen, Verkaufen und Tauschen von Kryptowährungen. Die eigentliche Transaktion wird aber über integrierte Drittanbieter durchgeführt.

Nach den aktuellen Informationen von Trezor übernimmt der ausgewählte Anbieter unter anderem die Zahlungsabwicklung und – soweit erforderlich – die Identitätsprüfung. Bei einem Verkauf wird der Nutzer zur Website des jeweiligen Providers weitergeleitet und schließt dort den Vorgang ab.

Erhalten Sie also eine Aufforderung zur Source of Funds, Source of Wealth oder Kryptoherkunft, sollten Sie zunächst den Namen des konkreten Anbieters feststellen. Dessen Anforderungen sind für die weitere Prüfung maßgeblich.

Trezor selbst speichert die KYC-Daten des Anbieters nicht

Das ist eine wichtige Besonderheit des Systems. Trezor erklärt ausdrücklich, dass die KYC-Informationen, die Nutzer einem Kauf- oder Verkaufsanbieter übermitteln, nicht von Trezor gespeichert werden.

Die Datenübertragung findet grundsätzlich zwischen dem Nutzer und dem jeweiligen Provider statt. Auch wenn die Transaktion aus der Trezor Suite heraus begonnen wurde, bedeutet dies deshalb nicht, dass Trezor selbst Ihre Gehaltsabrechnungen oder Herkunftsunterlagen prüft.

Für einen Mittelherkunftsnachweis im Zusammenhang mit Trezor muss daher sauber zwischen Hardware-Wallet, Trezor Suite und dem ausführenden Finanz- beziehungsweise Kryptodienstleister unterschieden werden.

Eine KYC-Prüfung ist noch kein Herkunftsnachweis

Viele Betroffene vermischen zwei völlig unterschiedliche Prüfungen. Beim klassischen KYC geht es zunächst um Ihre Identität.

Trezor erläutert, dass Kauf- und Verkaufsanbieter hierfür beispielsweise Telefonnummer, Ausweisdokument und teilweise ein Selfie verlangen können. Die meisten Verkaufsanbieter führen eine solche Identitätsprüfung durch.

Die Mittelherkunft betrifft dagegen eine andere Frage: Wie haben Sie das Geld oder die Kryptowährungen wirtschaftlich erworben? Ein erfolgreicher Identitätscheck beantwortet diese Frage nicht.

Unser Anleger hat ein ungewöhnliches Problem

Kehren wir zu unserem Beispiel zurück. Der Anleger kann ohne Weiteres beweisen, dass die aktuelle Trezor-Wallet von ihm kontrolliert wird. Die Coins liegen dort seit Jahren.

Was ihm fehlt, ist eine einzige durchgehende Abrechnung über 250.000 Euro. Eine solche kann es auch gar nicht geben: Ursprünglich hat er vielleicht lediglich 28.000 Euro investiert. Der Rest des heutigen Wertes entstand durch Kurssteigerungen und verschiedene Umschichtungen.

Genau deshalb darf ein Herkunftsnachweis nicht einfach beim heutigen Euro-Wert beginnen. Die entscheidende Geschichte startet viel früher – beim ursprünglichen Erwerb des Kryptovermögens.

Selbstverwahrung verändert die Dokumentation

Trezor ist eine Hardware-Wallet und damit auf Self-Custody ausgerichtet. Der Nutzer behält die Kontrolle über seine privaten Schlüssel.

Ähnliche Herausforderungen bei anderen Hardware-Wallets wie Exodus erläutern wir in unserem separaten Beitrag.

Ähnliche Herausforderungen bei der Dokumentation entstehen auch bei anderen Hardware-Wallets wie SafePal.

Das unterscheidet einen langjährigen Trezor-Bestand von Kryptowährungen, die über Jahre vollständig auf derselben zentralen Börse liegen. Bei einer Börse kann möglicherweise eine zusammenhängende Account-Historie vorhanden sein. Bei Self-Custody werden die Coins dagegen nach dem Kauf auf eigene Adressen übertragen.

Das ist kein Nachteil. Es bedeutet aber, dass für einen späteren Herkunftsnachweis der Kryptowährungen häufig unterschiedliche Beweisquellen miteinander verbunden werden müssen.

Die Trade History in Trezor Suite kann ein Ausgangspunkt sein

Ein praktisches Detail wird häufig übersehen: Trezor Suite stellt für Käufe und Verkäufe eine Trade History bereit.

Dort können Informationen über frühere Trades innerhalb der entsprechenden Handelsfunktion eingesehen werden. Auch eine Trade ID lässt sich für einzelne Vorgänge finden.

Diese Historie kann bei der Rekonstruktion nützlich sein. Sie ersetzt allerdings keine vollständige Vermögenshistorie, wenn Kryptowährungen ursprünglich außerhalb der Trezor Suite erworben oder von anderen Wallets übertragen wurden.

Nicht jeder Eingang auf Trezor ist ein neuer Vermögenszufluss

Dieser Punkt ist für die Mittelherkunft besonders wichtig. Angenommen, Sie besitzen Bitcoin zunächst auf Wallet A und übertragen sie später auf Ihre Trezor-Wallet.

Wirtschaftlich haben Sie dadurch kein neues Vermögen erhalten. Sie haben lediglich bereits vorhandene Coins zwischen eigenen Wallets bewegt.

Bei einer Rekonstruktion sollten deshalb Eigenübertragungen von echten Zuflüssen getrennt werden. Andernfalls kann eine lange Wallet-Historie wesentlich komplizierter aussehen, als die tatsächliche Vermögensentwicklung war.

Auch Hidden Wallets können die Rekonstruktion erschweren

Trezor ermöglicht die Verwendung passphrasengeschützter Wallets. Dadurch können verschiedene Wallet-Bereiche entstehen, die in der Trezor Suite nicht automatisch gemeinsam erscheinen.

Für einen langjährigen Anleger kann das später praktische Schwierigkeiten verursachen. Kryptowährungen befinden sich möglicherweise nicht in der Standard-Wallet, sondern in unterschiedlichen passphrasegeschützten Wallets.

Für den Herkunftsnachweis ist deshalb nicht nur relevant, welche Adressen heute sichtbar sind. Zunächst sollte geprüft werden, welche eigenen Wallets im Laufe der Jahre tatsächlich genutzt wurden.

Was beweist eine Blockchain-Transaktion?

Eine Blockchain-Transaktion ist ein sehr guter technischer Nachweis für eine bestimmte Bewegung von Kryptowährungen.

Wie Sie Blockchain-Transaktionen bei Bitcoin-Wallets wie Electrum richtig dokumentieren, zeigen wir hier ausführlich.

Sie kann beispielsweise zeigen, dass am 15. Juni 2020 genau 0,8 BTC von Adresse A zu Adresse B übertragen wurden. Sie sagt jedoch nicht automatisch, warum diese 0,8 BTC vorhanden waren.

Für einen guten Mittelherkunftsnachweis müssen deshalb technische und wirtschaftliche Informationen zusammengebracht werden. Der Bankbeleg erklärt möglicherweise die Finanzierung des ursprünglichen Kaufs, die Börsenhistorie den Erwerb und die Blockchain anschließend den Transfer auf den Trezor.

Kaufen über Trezor bedeutet nicht Kaufen von Trezor

Auch diese Unterscheidung ist für Betroffene wichtig. Wer über Trezor Suite Kryptowährungen kauft, erwirbt sie über einen integrierten Drittanbieter.

Trezor erklärt, dass ausschließlich nichtverwahrende Kaufanbieter integriert werden. Nach erfolgreicher Zahlung werden die erworbenen Kryptowährungen direkt an die Trezor-Wallet des Nutzers übertragen.

Für einen späteren Herkunftsnachweis können deshalb Unterlagen des damaligen Kaufanbieters wichtig sein. Die bloße Tatsache, dass die Coins heute auf Trezor liegen, dokumentiert den ursprünglichen Kauf noch nicht vollständig.

Beim Verkauf landet Fiatgeld direkt beim gewählten Auszahlungskonto

Beim Verkauf über Trezor Suite wählt der Nutzer einen Anbieter und eine verfügbare Auszahlungsmethode. Je nach Provider kann die Auszahlung beispielsweise auf ein Bankkonto, eine Karte oder ein anderes unterstütztes Zahlungskonto erfolgen.

Der Verkaufsanbieter führt gegebenenfalls seine eigene KYC-Prüfung durch und gibt anschließend die Adresse vor, an welche die zu verkaufenden Kryptowährungen gesendet werden.

Bei einem größeren Verkauf sollten Sie deshalb bereits vor dem Absenden der Coins prüfen, welche Compliance-Anforderungen gelten. Ein Anwalt für Mittelherkunftsnachweise kann insbesondere bei hohen Beträgen helfen, eine bereits vorhandene Krypto-Historie vorab zu strukturieren.

Für große Transaktionen gibt es in Trezor Suite einen Concierge-Bereich

Eine interessante Besonderheit ist der Concierge-Handel für größere Transaktionen. Trezor bietet hierfür innerhalb der Suite einen eigenen Bereich an.

Nach den aktuellen Angaben beginnt dieser Service bei 50.000 Euro beziehungsweise 50.000 US-Dollar und steht Nutzern im SEPA-Raum zur Verfügung. Die Trades werden dabei über BTC Direct abgewickelt.

Auch hier gilt die klare Trennung: BTC Direct übernimmt KYC und Identitätsprüfung. Trezor erklärt ausdrücklich, die personenbezogenen Daten aus diesem Prozess weder zu speichern noch selbst zu bearbeiten.

Bei 50.000 Euro sollte die Herkunft vorher vorbereitet sein

Wer einen Kryptoverkauf in dieser Größenordnung plant, sollte nicht erst nach Beginn des Vorgangs überlegen, wie die Coins ursprünglich erworben wurden.

Erstellen Sie vorher eine Übersicht über ursprüngliche Käufe, wichtige Börsen, eigene Wallets und größere Umschichtungen. Ergänzen Sie anschließend die verfügbaren Bank- und Handelsunterlagen.

Bei sechsstelligen Beträgen und einer Historie über viele Jahre kann eine Kanzlei für Mittelherkunftsnachweis und Vermögensherkunft helfen, aus einer unübersichtlichen Sammlung eine nachvollziehbare Vermögenskette zu entwickeln.

Was tun, wenn die KYC-Prüfung beim Trezor-Verkauf festhängt?

Trezor gibt hierzu eine klare Zuständigkeitsregel vor. Wird eine KYC-Verifizierung nicht abgeschlossen oder dauert ungewöhnlich lange, ist grundsätzlich der jeweilige Anbieter der richtige Ansprechpartner.

Trezor selbst kann bei Problemen auf der Trezor-Seite unterstützen. Fragen zur Zahlungsabwicklung, Identitätsprüfung oder zur Abwicklung durch den Provider müssen dagegen möglicherweise direkt mit diesem geklärt werden.

Notieren Sie sich deshalb die Trade ID und sichern Sie die Korrespondenz. So lässt sich später eindeutig feststellen, welcher Vorgang betroffen war und welcher Anbieter beteiligt ist.

Was sollte ich für einen späteren Herkunftsnachweis aufbewahren?

Wer Kryptowährungen langfristig auf Trezor hält, sollte nicht nur seinen Wallet-Backup-Prozess ernst nehmen. Auch wirtschaftliche Unterlagen verdienen ein langfristiges Archiv.

Bewahren Sie insbesondere Banknachweise über ursprüngliche Einzahlungen, Kaufabrechnungen, relevante Exchange-Exporte und Unterlagen über größere Verkäufe auf. Dokumentieren Sie außerdem, welche wesentlichen Wallets Ihnen selbst gehörten.

Das ist besonders wichtig, wenn kleine Investitionen durch Kurssteigerungen später zu großen Vermögenswerten werden. Zehn Jahre später sind alte Bank- und Börsenunterlagen häufig wesentlich schwieriger zu beschaffen.

Was passiert nach der Auszahlung auf das Bankkonto?

Mit dem erfolgreichen Kryptoverkauf ist das Thema Mittelherkunft nicht zwangsläufig beendet.

Geht beispielsweise plötzlich eine sechsstellige Zahlung eines Kryptodienstleisters auf einem deutschen Bankkonto ein, kann die Bank ihrerseits Fragen zur Vermögensherkunft und Geldherkunft stellen. Dann muss möglicherweise erklärt werden, aus welchen Kryptowährungen der Verkaufserlös stammt und wie diese ursprünglich erworben wurden.

Eine gut vorbereitete Dokumentation kann deshalb mehrfach nützlich sein: zunächst gegenüber dem Kryptoanbieter und später gegebenenfalls gegenüber der Bank, dem Finanzamt oder anderen Stellen.

So würde ich einen Trezor-Herkunftsnachweis strukturieren

Ich würde nicht mit hundert Screenshots beginnen. Zuerst würde ich die wirtschaftliche Geschichte in wenigen Stationen festhalten: ursprüngliches Geld → Kryptokauf → wichtige Wallet-Transfers → heutiger Trezor-Bestand → geplanter Verkauf.

Danach würde ich jede Station einem Beleg zuordnen. Dabei werden Käufe von bloßen Eigenübertragungen getrennt und Kursgewinne nicht mit neu investiertem Kapital verwechselt.

Zum Schluss sollte geprüft werden, ob Daten, Kryptomengen, Eurobeträge und Wallet-Bewegungen miteinander vereinbar sind. Gerade bei komplexen Fällen ist diese Plausibilitätskontrolle häufig wichtiger als die reine Anzahl der eingereichten Dokumente.

Rechtsanwalt für Mittelherkunftsnachweis bei Trezor

Ein Mittelherkunftsnachweis im Zusammenhang mit Trezor weist eine Besonderheit auf: Trezor dient der Selbstverwahrung, während Kauf, Verkauf und Compliance regelmäßig über externe Anbieter laufen. Deshalb muss zuerst geklärt werden, wer den Herkunftsnachweis tatsächlich verlangt und welche Vermögensbewegungen für diese konkrete Prüfung relevant sind.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann und befasse mich mit meiner Kanzlei WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht als Spezialist mit Mittelherkunftsnachweisen, Herkunftsnachweisen und Vermögensherkunft für Kryptowährungen, Geld und Edelmetalle sowie mit entsprechenden Fragen gegenüber Kryptodienstleistern, Banken, Finanzamt und nach dem Geldwäschegesetz.

Auf mittelherkunftsnachweis.de beschäftige ich mich seit 2021 vertieft mit dem Thema Mittelherkunft und Vermögensherkunft. Wenn im Zusammenhang mit Ihrer Trezor-Wallet ein Mittelherkunftsnachweis, Krypto-Herkunftsnachweis, Source-of-Funds-Nachweis oder Nachweis Ihrer Vermögensherkunft verlangt wird, können Sie mir Ihren Fall dort online oder per E-Mail schildern. Sie erhalten eine kostenfreie Ersteinschätzung von Rechtsanwalt Martin Wehrmann. Anschließend kann geprüft werden, wie sich auch langjährige und komplexe Krypto-Historien nachvollziehbar für den jeweiligen Anbieter, eine Bank oder eine andere prüfende Stelle aufbereiten lassen.